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18.03.2009

Werders Ex-Manager Lemke wieder im Rampenlicht

Werders Ex-Manager Lemke wieder im Rampenlicht
Bild: DPA

Bremen (dpa) - Willi Lemke steht wieder im Rampenlicht. Hier eine Pressekonferenz, da eine Interview und dann noch ein Besuch im Fernseh-Studio: So gefragt wie in diesen Tagen war der langjährige Manager schon lange nicht mehr als Werder-Verantwortlicher.

Doch Lemke gibt nicht wie früher den Klassenkämpfer, den Gegenspieler der reichen Bayern, der Münchens Manager Uli Hoeneß mit frechen Sprüchen und pfiffigen Ideen manchmal zur Weisglut trieb. Lemke ist jetzt als Krisenmanager gefragt, der bei den Bremern für Aufklärung sorgen und das Image des einstigen Vorzeige-Clubs retten soll.

"Ich bin glücklich und froh, dass ich den Verein in dieser schwierigen Situation mit meiner jahrzehntelangen Erfahrung helfen kann", sagt Lemke. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates ist er formal der richtige Mann und mit seiner Medien-Erfahrung zu rechten Zeit am rechten Ort. "Ich glaube, dass ist eine schwere Zeit, auch für so ein Krisen-Management. Und da braucht man einen Profi, der das auch so hinkriegt, dass das Schiff wieder in ruhiges Wasser kommt", erklärt der 62-Jährige ohne große Bescheidenheit: "In der Funktion, die ich jetzt habe, ist das auch optimal."

18 Jahre lang arbeitete Lemke als Manager, zusammen mit Otto Rehhagel sorgte er für Bremer Erfolge, feierte unter anderem den Europapokal-Sieg von 1992 mit. Nach der Ära Rehhagel hatte Lemke aber nicht immer ein glückliches Händchen bei der Suche nach passenden Trainern. Erst nach dem Rausschmiss von Felix Magath gelang ihm mit der Beförderung Thomas Schaafs vom Amateur-Trainer zum Coach der Profis die Wende. Kurz danach hörte Lemke als Werder-Manager auf.

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Während Nachfolger Klaus Allofs mit Schaaf die Renovierung des Clubs vorantrieb und Werder nach der Meisterschaft 2004 fünfmal in Folge in die Champions League führte, arbeitete Lemke vor allem in der Politik. Nach zwei Stationen als Senator der Hansestadt wechselte er vor einem knappen Jahr zu den Vereinten Nationen. Zu Fußball- Fragen musste sich Lemke trotz seiner Tätigkeit im Werder- Aufsichtsrat zuletzt höchst selten äußern. Nur wenn irgendjemand eine Spitze gegen Hoeneß hören wollte, wurde Lemke gefragt.

Jetzt wirbelt Lemke wieder bei Werder und genießt die Auftritte ganz offensichtlich. Wenngleich ihm der Anlass nicht recht ist, denn die Vorwürfe rund um die angeblichen Schwarzgeld-Zahlungen an den gestürzten Geschäftsführer Jürgen Born und dessen Sohn bedrohen Werders Image. "Es geht um unseren Ruf als seriöser Verein", sagte der Aufsichtsrats-Chef. Auch deshalb ist er so aktiv wie lange nicht mehr.

Zurück in die erste Reihe will er aber nicht. "Mich können Sie da ausklammern", versichert Lemke bei der Frage, ob er Ambitionen auf eine Rückkehr in die Geschäftsführung habe. Er will lieber UN- Sonderberater für Sport bleiben. "Ich habe einen Traumjob", sagt Lemke: "Was ich alles erlebe, ist unglaublich." Er hoffe, dass sein auslaufender Vertrag "in den nächsten Tagen und Wochen verlängert wird". Zugleich muss er aber die Werder-Geschäftsführung um den neuen Vorsitzenden Klaus Allofs neu gestalten, denn Born ist zurückgetreten und Manfred Müller scheidet im kommenden Jahr altersbedingt aus.

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