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FC Ingolstadt

20.12.2019

„Das hätten alle unterschrieben“

Eine Partie steht im Jahr 2019 für die Schanzer noch an: Stefan Kutschke, hier im Spiel gegen 1860 München, empfängt mit dem FC Ingolstadt Tabellenschlusslicht Carl-Zeiss Jena.
Bild: Roland Geier

Jeff Saibene und Stefan Kutschke sprechen über die Hinserie des FC Ingolstadt und mögliche Winterneuzugänge. Zum Abschluss wartet mit Carl-Zeiss Jena eine undankbare Aufgabe.

Die Hinrunde in der 3. Liga ist für den FC Ingolstadt am Montagabend mit einem 2:2 gegen 1860 München zu Ende gegangen. Einmal allerdings müssen die Schanzer, die Platz zwei belegen, vor der Winterpause noch antreten. Am morgigen Sonntag (14 Uhr) empfängt der FCI, der zuletzt zehnmal ungeschlagen blieb, zum Rückrundenauftakt den Tabellenletzten Carl-Zeiss Jena. Trainer Jeff Saibene und Kapitän Stefan Kutschke haben ein Zwischenfazit der bisherigen Saison gezogen und sich zu weiteren Themen geäußert.

Hinrundenfazit „Im Großen und Ganzen“, sagt Saibene, sei er zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf. „Wir hatten im Sommer einen großen Umbruch mit vielen Spielerwechseln, ein neues Trainerteam ist gekommen.“ Mit dem zweiten Platz wären im Vorfeld alle einverstanden gewesen. Zwei Punkte mehr auf dem Konto hätten es aber schon sein können, meint der Luxemburger. Kutschke stimmt seinem Trainer zu. „Wir haben vor der Saison gewarnt, weil einige Absteiger in den vergangenen Jahren Schwierigkeiten in der 3. Liga hatten.“ Den zweiten Platz zur Hälfte der Saison hätten daher „alle unterschrieben“. Aber, so Kutschke: „Wir müssen auch selbstkritisch sein, es hätten auch ein paar Punkte mehr sein können.“

Verbesserungen Saibene sieht „großes Verbesserungspotenzial“. Vor allem das Verhalten bei eigenem Ballbesitz hat er im Verlauf der Hinrunde regelmäßig angesprochen und kritisiert. „Wir verlieren zu einfach die Bälle, im Training und in den Spielen.“ Auch Kutschke fordert von der Mannschaft eine Entwicklung, den nächsten Schritt. „Wenn es auf dem Platz hektisch wird, dürfen wir nicht die Ruhe verlieren.“ Jeder Akteur müsse die Stärken seiner Mitspieler kennen, diese richtig einsetzen. „Es liegt noch viel Arbeit vor uns.“ Ein weiterer Punkt sei ein positives Selbstverständnis auf dem Platz. Gerade in den Heimspielen fordern Saibene und Kutschke eine Steigerung. Von zehn Partien ging zwar nur eine verloren, allerdings stehen bereits fünf Unentschieden zu Buche. Der Kapitän: „Wir müssen den Anspruch haben, dass wir jedes Spiel unbedingt gewinnen wollen. Die Gegner müssen vorher sagen, dass sie in Ingolstadt nicht gerne spielen wollen.“

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Mannschaft Von den Einzelkönnern war der Kader der vergangenen Saison – allein wegen der Ligazugehörigkeit – besser besetzt. „Wir haben viel spielerische Qualität verloren“, weiß Kutschke. Doch viele Individualisten garantieren bekanntlich keinen Erfolg. „Jetzt steht wieder eine Mannschaft auf dem Platz“, sagt er, „die es auch verdient, den Namen Mannschaft zu tragen.“ Schon im Sommertrainingslager habe er gemerkt, dass die Neuzugänge gut zu Team und Verein passen. Er spreche viel mit den Mitspielern und habe erfahren, so Kutschke, „dass viele Spieler so einen Teamgeist“ noch nicht erlebt hätten. Außerhalb der Trainingseinheiten gehe man gemeinsam Essen, schaue Fußball. Auch Saibene schwärmt: „Der Charakter der Mannschaft ist überragend.“

Winter-Neuzugänge „Wenn du in eine funktionierende Mannschaft neue Spieler holst, muss es auch passen“, sagt Kutschke. Saibene verrät, dass der Verein „Augen und Ohren“ offenhalte. Einen Wunsch, sich auf einer bestimmten Position zu verstärken, habe er jedoch nicht. „Wir müssen schauen, was auf dem Markt ist und wer uns angeboten wird.“ Kutschke ist jedenfalls offen für neue Spieler. Bei mehreren Ausfällen könnte der kleine Kader nicht genug qualitativ gleichwertige Alternativen hergeben.

Jena-Spiel Es gibt sicherlich mental leichtere Aufgaben als ein Spiel gegen den Tabellenletzten. Gerade wenn ein Saisonhöhepunkt wie das bayerische Derby gegen 1860 München hinter einer Mannschaft liegt. Das wissen Saibene und Kutschke. „In der öffentlichen Wahrnehmung hat sich alles nur um das Derby gedreht“, sagt der Kapitän. Das Stadion war voll, das Flutlicht an, die Stimmung gut. Nun kommt Jena, das Schlusslicht. 5000 Karten sind bisher nur verkauft. „Die Gefahr, dieses Spiel mental nicht anzunehmen, ist da“, sagt Kutschke. Wenn Tendenzen zu erkennen seien, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen, „müssen wir älteren Spieler und die Trainer einschreiten“. Seit dem Trainerwechsel zu Rico Schmitt haben sich die Thüringer gesteigert. Eine Warnung für die Schanzer ist, dass Carl-Zeiss seine jüngsten beiden Auswärtsspiele gewonnen hat (3:2 beim FC Bayern München II, 2:1 in Großaspach). Im Hinspiel taten sich die Ingolstädter schwer, gewannen dank zwei Eigentoren des Gegners glücklich mit 2:1. „Sie kämpfen ums Überleben, da müssen wir dagegenhalten“, fordert Saibene.

Lage der Liga Zwischen dem Zweiten Ingolstadt und dem Neunten Kaiserslautern liegen gerade einmal sechs Punkte. „Die Abstände sind sehr gering“, weiß Saibene. „Es gibt keine Zeit, nachzulassen.“ Als Ziel bis zur Winterpause habe sich die Mannschaft einen Platz unter den ersten drei gesteckt, sagt Kutschke. Mit einem Erfolg gegen Jena wäre es erreicht – sogar als Zweiter.

Personal Maximilian Beister wurde für seine Rote Karte im Spiel gegen 1860 für drei Spiele gesperrt. Außerdem müssen die Schanzer auf Maximilian Thalhammer, der an der Hand operiert wurde, verzichten. „Ein herber Verlust“ sagt Saibene über den Ausfall des zentralen Mittelfeldspielers. „Er ist bei eigenem Ballbesitz ein entscheidender Spieler.“ Als Ersatz stehen – je nach System – Robin Krauße, Caniggia Elva, Filip Bilbija und Maximilian Wolfram, der im Sommer aus Jena zu den Schanzern kam, bereit.

Mögliche Aufstellungen

FC Ingolstadt Buntic – Paulsen, Antonitsch, Schröck, Kurzweg – Kaya, Krauße, Keller, Gaus – Kutschke, Eckert Ayensa.

Carl-Zeiss Jena Niemann – Maranda, Volkmer, Hammann – Eckardt, Käuper – Schau, Gabriele, Obermair – Günther-Schmidt, Pagliuca.

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