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FC Ingolstadt

02.02.2020

Die Glücksgefühle des Thomas Keller

Jubel beim FC Ingolstadt: Fatih Kaya (links) freut sich mit Thomas Keller über den 2:1-Siegtreffer gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Der 20-Jährige schießt den FC Ingolstadt in der 94. Minute zum 2:1-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern und erhält Lob von seinem Trainer. Doch der Sieg ist äußerst glücklich.

Dass Thomas Keller gerade den „schönsten Tag“ seiner noch jungen Karriere erlebt hatte, war dem 20-Jährigen deutlich anzumerken. Keller grinste, er lachte. Die Freude stand ihm ins Gesicht geschrieben. „Diese Momente“, sagte er nach dem 2:1-Sieg des FC Ingolstadt gegen den 1. FC Kaiserslautern, „werde ich nie vergessen“. Er meinte den ersten Doppelpack seiner Profikarriere – darunter das Siegtor in der 94. Minute – und die Feier nach dem Spiel, als ihn die Anhänger in die Kurve riefen.

Ein Erfolg der Schanzer war nicht wirklich in der Luft gelegen, als Marcel Gaus in der Nachspielzeit zum Freistoß bereit stand. Er zirkelte den Ball in die Mitte, Keller wuchtete ihn mit dem Kopf in die Maschen – und war überrascht: „Ich habe nur gemerkt, dass mir der Ball auf den Kopf fällt und alle jubeln“, erzählte Keller, „als ich dann gewusst habe, er ist drin, waren es Glücksgefühle pur.“ Keller, der die Saison in der Innenverteidigung begann und inzwischen im defensiven Mittelfeld spielt, gehört zu den Hoffnungsträgern der Schanzer.

FC Ingolstadt: Lob für Thomas Keller

Er ist erst 20 Jahre alt, kommt aus der eigenen Jugend. Der Prototyp eines Spielers also, wie ihn sich der Verein und viele Fans wünschen. „Thomas ist sehr talentiert“, lobte Jeff Saibene, „er ist extrem robust, kopfballstark, hat einen super Schuss. Er bringt Vieles mit.“ Aber, so der Trainer: „Er hat noch viel Potenzial nach oben.“ Keller, der vier Spiele für die deutsche U-20-Nationalmannschaft bestritten hat, musste in dieser Spielzeit auch Rückschläge verkraften. In der Hinrunde etwa brachten ihm zwei Rote Karten insgesamt fünf Spiele Sperre ein. Er wirkte ungestüm in den Zweikämpfen, teils übermotiviert – und verlor zwischenzeitlich seinen Stammplatz.

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Den Rückrundenstart in Duisburg (1:1) hatte er krank verpasst. Gänzlich fit war Keller auch gegen Kaiserslautern nicht. Als er über die Partie sprach, schniefte er immer wieder mit der Nase. „Ich bin noch immer ein bisschen verschnupft. Das hat mich aber nicht gehindert, alles für die Mannschaft zu geben und ihr mit zwei Toren zu helfen.“

FC Ingolstadt läuft nur hinterher

Hilfe, die an diesem Nachmittag bitter nötig war. „Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht“, wusste Keller. Gerade in der ersten Halbzeit funktionierte beim FCI wenig. „Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Und die, in die wir gekommen sind, haben wir verloren. Wir hatten keinen Zugriff und haben die Bälle viel zu leicht verloren.“ Der 1. FC Kaiserslautern – zuvor acht Mal ungeschlagen – war klar die bessere Mannschaft. Die Pfälzer waren giftiger, strukturierter, fußballerisch stärker und hatten die besseren Chancen. Der FCI lief nur hinterher. Vor allem im 4-4-2 mit Raute, mit der Saibene seine Mannschaft beginnen ließ.

Etwas besser wurde es erst nach knapp 30 Minuten, als der Trainer auf zwei Sechser im Mittelfeld umstellte. Einer davon war Keller, der die offensivere Rolle einnahm und sich – wie vom Trainer gefordert – vorne mit einschaltete. Etwa beim 1:0, das er nach einem feinen Rückpass von Maximilian Thalhammer in der 68. Minute erzielte. Dem Tor war der einzige vernünftige FCI-Spielzug der Partie vorausgegangen. Lediglich zwei Freistöße von Keller (22., 43.) flogen ansonsten Richtung Kaiserslauterer Tor. „Ich weiß, dass ich einen guten Schuss habe“, sagte Keller, dem für die eigene U21 beim 4:3-Sieg bei Jahn Regensburg II im November zwei Freistoßtore geglückt waren. Verdient war folglich der Ausgleich der Gäste durch Timmy Thiele, dem ein Fehler von Gaus‘, der am eigenen Sechzehner den Ball nicht traf, vorausgegangen war (80.). Doch beim 1:1 blieb es bekanntlich nicht. Weil Gaus flankte und Keller mit seinem Kopfball den „sehr, sehr wichtigen Sieg“ (Saibene) sicherte.

FC Ingolstadt: Thomas Keller fordert Steigerung

Letztlich überwog beim Trainer die Freude über die drei Punkte. Aber nicht nur er wusste: „Der Sieg war sehr glücklich. Wir können einiges viel, viel besser machen und müssen kritisch sein. Dieses Spiel muss uns eine Lehre sein. Diesmal ist es gut gegangen.“ Ähnliche Leistungen würden künftig aber nicht ausreichen. Saibene weiter: „Wenn wir immer so spielen, werden wir nicht aufsteigen.“ Thomas Keller wird das an diesem Nachmittag egal gewesen sein. Aber auch er forderte, „dass wir uns in den nächsten Spielen steigern müssen“.

FC Ingolstadt 04 Buntic – Ananou, Paulsen, Antonitsch, Gaus – Krauße, Keller, Thalhammer – Elva (60. Kaya) – D. Eckert Ayensa (90.+5 Diawusie), Kutschke (70. Bilbija)

1. FC Kaiserslautern Grill – D. Schad, Kraus, Hainault, Hercher – Sickinger, Bachmann (82. Starke), Zuck (70. Ciftci) – Kühlwetter, L. Röser (61. Thiele), Pick

Schiedsrichter Eric Müller (Bremen) – Zuschauer 7738 Tore 1:0 Keller (68.), 1:1 Thiele (80.), 2:1 Keller (90.+4).

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