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FC Ingolstadt
18.09.2016

Auf Augenhöhe mit den Bayern

Umkämpfte Begegnung: Marvin Matip (links) ärgerte mit dem FC Ingolstadt den FC Bayern. Letztlich gewann der Favorit dann doch mit 3:1. Robert Lewandowski (rechts) erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1.
Foto: Roland Geier

 FC Ingolstadt agiert in München mutig und hat mehr Torschüsse, verliert aber mit 1:3. Was Mathew Leckie und Lukas Hinterseer zu ihren vergebenen Großchancen sagen.

 Plötzlich stand Lukas Hinterseer völlig allein vor dem Tor. Gespielt waren 68. Minuten, der Ausgleich zum 2:2 war so nah. Hinterseer schob den Ball am sich lang machenden Manuel Neuer, aber auch am Tor der Bayern vorbei. Der eingewechselte Stürmer konnte nicht glauben, was ihm da widerfahren war und raufte sich verdutzt die Haare.

Als Hinterseer später nach der letztlich unglücklichen 1:3-Niederlage des FC Ingolstadt in Münchenbereits geduscht Richtung Mannschaftsbus unterwegs war, beantwortete er mit etwas Abstand die Fragen der Medienvertreter. „Den muss sich einfach machen“, sagte Hinterseer ehrlich. Dass ihm mit Manuel Neuer der wohl weltbeste Torwart gegenüber stand, habe er in dem Moment nicht im Kopf gehabt. „Ich war einfach zu hektisch und habe den Ball nicht richtig getroffen.“ Hinterseer war nicht der einzige Ingolstädter an diesem Nachmittag, der für ein besseres Ergebnis hätte sorgen können. Mathew Leckie zwang Neuer zu einer Glanztat (76.), Stefan Lex brachte den Ball kurz vor dem Abpfiff nicht am Bayern-Keeper vorbei (91.). „Ich wollte den Ball mit Kraft durch die Mitte schießen“ sagte Leckie. Den Gefallen, sich in eine Ecke zu werfen, machte Neuer dem Australier dann allerdings nicht, hievte seinen rechten Arm mit einem Blitzreflex nach oben und lenkte den Ball über die Latte. „Vor Manuel Neuer haben uns die Nerven geflattert“, fasste Kapitän Marvin Matip die vergebenen Gelegenheiten zusammen.

Es hätte in der Tat ein außergewöhnlicher Tag für den FC Ingolstadt werden können. Einer dieser Tage, den ein Fußballer in seiner Karriere nicht vergisst. Ein Tag, der im Gedächtnis bleibt, von dem man noch lange erzählen kann. Marvin Matip wusste das. „Heute war ein Tag“, sagte der Kapitän, „an dem man den FC Bayern in der Allianz Arena schlagen kann.“

Die „miserable Chancenverwertung“ einerseits, aber auch die Abgebrühtheit der Bayern, sorgten letztlich für den Sieg des Favoriten. Robert Lewandowski machte es etwa den Ingolstädter Stürmern vor, wie man aus wenig Gelegenheiten viel machen kann. Der amtierende Torschützenkönig bekam beim Stand von 0:1 den Ball, sah den herausstürmenden Örjan Nyland und chippte die Kugel elegant über den FCI-Keeper hinweg in die Maschen (12.). Damit war die frühe Ingolstädter Führung, die Dario Lezcano mit seinem ersten Saisontreffer markiert hatte (8.), dahin. Auch vom schnellen Ausgleich und den weiteren Gegentoren durch Xabi Alonso (50.) und Rafinha (84.) ließen sich die Schanzer nicht von ihrem Konzept abbringen. Sie spielten, wie im Vorfeld der Begegnung angekündigt, mutig nach vorne, attackierten den Favoriten frühzeitig in dessen Hälfte. „Wir haben die Bayern maximal geärgert“, sagte FCI-Trainer Markus Kauczinski. Viel erinnerte an die vergangene Saison, als sich die Ingolstädter in München ebenfalls stark präsentierten, aber ebenfalls unterlagen (0:2.). Komplimente gab es am Samstag wie damals reichlich, Punkte nahm der FCI erneut nicht mit nach Hause.

Lange mit den vergebenen Chancen aufhalten müssen sich die FCI-Spieler nicht. Markus Kauczinski: „Wir nehmen Positives mit und sind in der Lage, gegen jeden Gegner etwas zu holen.“ Die nächste Gelegenheit bietet sich bereits am morgigen Dienstag (20 Uhr), wenn Eintracht Frankfurt in Ingolstadt zu Gast ist.

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