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FC Ingolstadt
24.09.2016

Levels redet Klartext

Redebedarf: Tobias Levels schreit seinen Frust über das erste Gegentor des FC Ingolstadt bei der 0:2-Niederlage in Mönchengladbach heraus. Marcel Tisserand (am Boden) hatte den Ball zuvor unglücklich in die Mitte abgewehrt.
Foto: Roland Geier

Bundesliga Was der Verteidiger nach der 0:2-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach über die Situation beim FC Ingolstadt sagt und was den Schanzern derzeit fehlt, um zu punkten.  

Über die schönen Dinge redet es sich bekanntlich leichter als über negative Erlebnisse. Was im wahren Leben der Fall ist, kommt auch nach Fußballspielen zum Vorschein. So drängte sich kaum ein Spieler des FC Ingolstadt auf, nach der 0:2-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach  mit den anwesenden Medienvertretern über das vorangegangene Spiel zu sprechen. Diese Aufgabe wurde den erfahrenen Kräften im Kader überlassen. Tobias Levels stellte sich, freilich auch Kapitän Marvin Matip.

„Wir spielen auf Augenhöhe mit einer Mannschaft, die am Mittwoch gegen den FC Barcelona spielt“, sagte Levels nach der Partie bei seinem Ex-Verein, „das können wir uns alle auf den Arsch kleben, aber es interessiert keine Sau, wenn man keine Punkte holt.“ Levels war genervt, das war seinen Worten deutlich zu entnehmen. Wegen der vergebenen Großchance in der ersten Minute von Alfredo Morales, wegen der insgesamt fehlenden Durchschlagskraft im Angriffsspiel. Levels ist bereits zweimal in seiner Karriere aus der Bundesliga abgestiegen und will dies kein drittes Mal erleben. Er will nicht laufend an die gute vergangene Saison des FCI erinnert werden und nach den Partien Lob einheimsen, sondern lieber Punkte mitnehmen.

Denn, ähnlich wie in der Vorwoche bei der 1:3-Pleite beim FC Bayern München, hatten die Schanzer einem Favoriten das Leben äußerst schwer gemacht. Auch die Borussia, die letztlich ihr zehntes Heimspiel hintereinander gewann, kam lange Zeit kaum zu Möglichkeiten. Das frühe Pressing der Ingolstädter zeigte Wirkung. Gladbach, das auf die Offensivkräfte Raffael (verletzt), Thorgan Hazard und Ibrahima Traore (beide Bank) verzichtete, leistete sich für eine spielstarke Mannschaft ungewöhnlich viele Fehlpässe und Unkonzentriertheiten. Ein einziger Torschuss in der ersten Hälfte reichte, um durch Lars Stindl in Führung zu gehen (42.). Marcel Tisserand hatte den Ball nach einer Flanke von André Hahn in die Mitte geklärt, wo der Gladbacher Kapitän lauerte und überlegt einschob. Während Matip von einem „Nackenschlag“ sprach, muss Vereinspräsident Peter Jackwerth ein ungutes Gefühl heimgesucht haben. „Wir sind im Moment nicht in der Lage“, sagte er, „so ein Ding umzudrehen.“ Nach einem Rückstand merke man, so Jackwerth weiter, „dass es in den Köpfen der Spieler zu rumoren beginnt und der Glaube an eine Wende fehlt.“

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich der FCI zwar bemüht, ließ jedoch zum wiederholten Mal Kreativität und Durchschlagskraft vermissen. „Im letzten Drittel treffen wir die falschen Entscheidungen“, befand Matip, „die letzte Konsequenz ist nicht da.“ So erspielten sich die Schanzer in den gesamten 90 Minuten nur eine gute Möglichkeit. Gladbach war nach der Pause gefährlicher. Örjan Nyland parierte gegen Fabian Johnson (64.), Julian Korb schoss an den Pfosten (70.). Dann traf Oscar Wendt durch die Beine von Nyland hindurch zur Entscheidung (76.). Der FC Ingolstadt wartet nun saisonübergreifend seit zehn Spielen auf einen Sieg und steckt in der Abstiegszone fest. „Wir haben uns der großen Qualität der Gladbacher beugen müssen, haben uns aber teuer verkauft“, sagte FCI-Trainer Markus Kauczinski nach der Partie. Man habe lange Zeit auf Augenhöhe gespielt, ergänzte auch er. „Aus diesem Auftritt können wir Kraft ziehen.“ Kraft, die dringend nötig sein wird. „Wir müssen anfangen, zu gewinnen“, sagte Levels noch, „dazu sind wir auch in der Lage.“ Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) ist die TSG Hoffenheim in Ingolstadt zu Gast. Da würden Levels und Co gerne wieder über positive Dinge sprechen.

Bor. Mönchengladbach Sommer – Jantschke, Christensen, Elvedi – C. Kramer, Dahoud – J. Korb, Wendt (89. N. Schulz) – Stindl (84. Vestergaard) - Johnson, Hahn (56. Hazard) FC Ingolstadt 04 Nyland – Levels, Matip, Tisserand, Suttner – Groß, Cohen (62. Roger) – Leckie, Mo. Hartmann (58. Hinterseer), Morales (77. Lex) – Lezcano

Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) – Zuschauer 50112 – Tore 1:0 Stindl (42.), 2:0 Wendt (76.)

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