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FC Ingolstadt

16.05.2020

FC Ingolstadt: Was die Aufstiegshelden heute machen

Da ist das Ding: Kapitän Marvin reckt die Meisterschale der 2. Liga in die Höhe. Mit ihm freuen sich Almog Cohen (links) und Alfredo Morales (Mitte).
Bild: Roland Geier

Plus Am 17. Mai 2015 machte der FC Ingolstadt den Aufstieg in die Bundesliga perfekt. Für einige Spieler ging es erfolgreich weiter, für andere nicht.  

Wir schreiben den 17. Mai 2015, als im Audi-Sportpark der Jubel keine Grenzen mehr kennt. Der FC Ingolstadt hat gegen RB Leipzig einen 0:1-Rückstand gedreht und nach Toren von Mathew Leckie und Stefan Lex mit einem 2:1-Sieg die Meisterschaft in der 2. Liga und den Bundesligaaufstieg perfekt gemacht. Es folgen zwei Jahre im Oberhaus, ehe der tiefe Fall in die Drittklassigkeit folgt. Am Sonntag jährt sich der Aufstieg zum fünften Mal. Grund genug, zurückzublicken und zu schauen, was die einstigen Aufstiegshelden heute machen.

Ramazan Özcan (33 Einsätze)

„Rambo“, so der Spitzname des Österreichers, bestritt zwischen 2011 und 2016 insgesamt 147 Spiele für den FC Ingolstadt. Nach dem ersten Bundesligajahr der Schanzer wechselte er 2017 zu Bayer Leverkusen. Erst als Ersatztorhüter von Bernd Leno, dann von Lukas Hradecky. Für die Werkself bestritt Özcan drei Bundesliga- und DFB-Pokal-Spiele, kam außerdem je einmal in der Europa- und Champions-League zum Einsatz. Am Saisonende läuft der Vertrag des 35-Jährigen aus.

André Weis (1)

Weiß musste sich damals mit der Rolle des Ersatzkeepers begnügen und wurde einmal eingesetzt (beim 1:1 in Dresden). Das damalige Talent verließ nach dem Aufstieg den FCI, um als Stammkeeper woanders sein Glück zu suchen. Er fand es für ein Jahr beim Zweitligisten FSV Frankfurt, für den er 34 Spiele bestritt und ein Jahr blieb. Bei seinen weiteren Stationen beim 1. FC Kaiserslautern (16/17) und Jahn Regensburg (17 – 19) kam er über die Rolle des zweiten Mannes nicht hinaus. Seit diesem Jahr läuft der 30-Jährige für Viktoria Köln in der 3. Liga auf. Und feierte beim 1:0-Erfolg seines neuen Teams eine erfolgreiche Rückkehr in den Audi-Sportpark.

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Christian Ortag (0)

Mit 25 Jahren bestreitet Ortag seine zweite Spielzeit als Stammtorhüter des Regionalligisten SSV Ulm. Im Aufstiegsjahr 2015 durfte Ortag bei den Profis mittrainieren und spielte in der Regionalligamannschaft. Er verließ die Schanzer 2017 und landete nach einer Saison bei den Stuttgarter Kickers in Ulm.

Danny da Costa (12/0 Tore)

Frohnatur da Costa erlebte den Aufstieg auf der Tribüne, da er wegen einer schlimmen Schienbeinverletzung die Rückrunde der Aufstiegssaison verpasste. Er eroberte sich im ersten Bundesligajahr seinen Stammplatz zurück und trug zum Klassenerhalt bei. Danach holte ihn Bayer Leverkusen, von wo er ausgeliehen war, zurück. Während die Konkurrenz dort zu stark war, blüht da Costa – inzwischen 26 Jahre alt – seit 2017 bei Eintracht Frankfurt auf. Die Europapokalabende mit dem Einzug ins Halbfinale der Europa League waren 2019 deutschlandweit ein Thema.

Konstantin Engel (14/0)

Der Kasache kam immer wieder zum Einsatz und hatte somit seinen Anteil am Aufstieg. In der anschließenden Bundesligasaison brachte er es auf vier Spiele, ehe er zum FK Astana ging. Im Anschluss spielte Engel drei Jahre in der 3. Liga für den VfL Osnabrück. Nach dem Aufstieg kam der 31-Jährige in der laufenden Zweitligasaison noch nicht zum Einsatz.

Benjamin Hübner (31/2)

Er kam vor der Aufstiegssaison vom VfR Aalen nach Ingolstadt und zählte zu den Leistungsträgern. Der robuste und schlitzohrige Innenverteidiger gehörte auch zu den Garanten des Klassenerhalts im ersten Bundesligajahr. Sein Abgang nach Hoffenheim hinterließ eine große Lücke. Bei der TSG setzte sich Hübner nach Anlaufschwierigkeiten durch, ist Stammspieler und lief sogar als Kapitän auf. Der 30-Jährige hat einen Champions-League- und zwei Europa League-Einsätze in seiner Vita stehen.

Marvin Matip (30/3)

Der langjährige Kapitän ist eine Institution bei den Schanzern und lief von 2010 bis 2019 für den Verein auf. Seine beste Zeit erlebte er im Aufstiegsjahr und in den beiden Bundesligajahren. Sein Siegtor gegen Fortuna Düsseldorf in der 96. Minute zum 3:2 war ein Meilenstein Richtung Aufstieg und wird den FCI-Anhängern immer in Erinnerung bleiben. Matips Abschied als Spieler war unrühmlich, da er in der vergangenen Saison zwischenzeitlich aussortiert wurde. Der 34-Jährige ist inzwischen als Trainee zum FC Ingolstadt zurückgekehrt.

Danilo Soares (32/1)

Der Brasilianer opferte sich in der Aufstiegssaison auf und zählte zu den überragenden Linksverteidigern der 2. Liga. Eine langwierige Zehenverletzung warf ihn jedoch weit zurück. Im ersten Bundesligajahr kam er deswegen nur zu einem Einsatz. Dann verließ er Ingolstadt und wechselte nach Hoffenheim. Bei der TSG konnte sich der inzwischen 28-Jährige nicht durchsetzen und blieb ohne Pflichtspieleinsatz. Seit drei Jahren steht er bei Zweitligist VfL Bochum unter Vertrag und zählt zu den Leistungsträgern.

Tobias Levels (19/1)

Levels kam nach einigen Monaten ohne Vereinszugehörigkeit im November 2014 zum FCI, da sich Danny da Costa schwer verletzt hatte. Spielte als Rechtsverteidiger eine solide Saison. Nach seinem Abschied 2018 fand der heute 33-Jährige keinen neuen Verein mehr und beendete seine Karriere.

Leon Jessen (0)

Der dänische Linksverteidiger spielte nur eine Nebenrolle. Zur Saison 2015/16 kehrte der 33-Jährige nach Dänemark zurück und wechselte zur Esbjerg fB, wo er im Dezember 2016 seine Karriere beendete.

André Mijatovic (11/1)

Die drei Jahre beim FC Ingolstadt bildeten den Schlusspunkt der Karriere des Kroaten. War im Aufstiegsjahr da, wenn er gebraucht wurde. Der 40-Jährige schlug nach seiner aktiven Laufbahn die Trainerkarriere ein. Erst zwei Jahre als Assistent der U17 des FCI, dann kurze Zeit bei den Stuttgarter Kickers. Seit 2017 ist der Co-Trainer von Stefan Leitl. Bis zu ihrer Entlassung 2018 trainierten sie den FC Ingolstadt. Inzwischen sind sie für die SpVgg Greuther Fürth verantwortlich.

Ralph Gunesch (1)

Durfte am letzten Spieltag in Kaiserslautern (1:1), als der Aufstieg bereits feststand, für ein paar Minuten ran. Ralph Gunesch (36) ist als Co-Trainer der U16 des FCI tätig und gilt als angesehener TV-Experte beim Streamingdienst DAZN, von dem er unter anderem bei den Freitagabendspielen der Bundesliga eingesetzt wird.

Michael Zant (0)

Michael Zant konnte sich beim FCI – auch verletzungsbedingt – nie durchsetzen. Nach Stationen bei 1860 Rosenheim und beim VfB Eichstätt spielt der 24-jährige Innenverteidiger inzwischen für Regionalliga-Tabellenführer Türkgücü München.

Alfredo Morales (32/2)

Kompromisslos im Zweikampf, technisch begabt, dazu ein loses Mundwerk. Der gebürtige Berliner ist beim FC Ingolstadt in positiver Erinnerung geblieben. Der 30-Jährige spielte fünf Jahre für die Schanzer und wechselte 2018 zu Fortuna Düsseldorf. Bei den Rheinländern ist Morales seitdem Stammspieler in der Bundesliga.

Pascal Groß (34/7)

23 Torvorlagen in einer Saison! Geht nicht? Geht doch! Pascal Groß ist das in der Aufstiegssaison gelungen. Der 28-Jährige verließ den FCI nach dem Bundesligaabstieg 2017 und verdient seitdem in der englischen Premier League bei Brighton & Hove Albion sein Geld.

Roger (33/0)

Der Fallrückzieher wurde zu Rogers Markenzeichen. Selbst im eigenen Strafraum, in höchster Gefahr. Der Brasilianer hatte immer ein Lächeln auf den Lippen und wurde im Aufstiegsjahr zum unverzichtbaren Stammspieler. Kehrte 2017 – in erster Linie aus familiären Gründen – in seine Heimat zu Atletico Mineiro zurück. Danach begann für ihn eine fußballerische Odyssee. Er spielte kurz für Hapoel Tel Aviv in Israel, dann für drei brasilianische Teams (Villa Nova, Rio Claro, Internacional). Derzeit ist der 34-Jährige vereinslos. Roger wäre gerne zu den Schanzern zurückgekehrt, dieser Wunsch wurde ihm aber nicht erfüllt.



Jubelkreis mit der Schale: Die Spieler des FC Ingolstadt feiern den Bundesligaaufstieg.
Bild: Roland Geier

Almog Cohen (5/0)

Almog Cohen hatte im Aufstiegsjahr viel mit Verletzungen zu kämpfen und spielte nur eine Nebenrolle. Seine Wortschöpfung „Spitztabelle“ wurde innerhalb der Mannschaft und bei den Anhängern legendär. Zum Publikumsliebling und Vereinsikone wurde Cohen erst später. Er setzte sich in der Bundesliga durch und blieb dem FCI nach dem Abstieg trotz lukrativer Angebote treu. Zum Schluss war er Kapitän, konnte den Drittliga-Abstieg trotz seines stets vorhandenen kämpferischen Willens nicht verhindern. Der 31-jährige israelische Nationalspieler spielt seit 2019 in seiner Heimat für Maccabi Netanya.

Robert Bauer (18/0)

Robert Bauer kam als 19-Jähriger zum FCI, erhielt regelmäßig Spielzeit und durfte für Deutschland an den olympischen Spielen teilnehmen. Doch eine große Karriere blieb Bauer bisher verwehrt. Nach seinem Wechsel zu Werder Bremen 2016 und einem vielversprechenden Start geriet er aufs Abstellgleis und schloss sich dem 1. FC Nürnberg an. Seit 2019 spielt der 25-Jährige für Arsenal Tula in Russland.

Max Christiansen (4/1)

Auch Max Christiansen holte mit Deutschland 2016 in Brasilien olympisches Silber. Das Talent schaffte beim FCI aber nie den endgültigen Durchbruch. 2018 zog es ihn zu Arminia Bielefeld, durchgesetzt hat er sich dort nicht. Derzeit versucht der 23-Jährige, seiner Karriere in der 3. Liga neuen Schwung zu verleihen. Bei Waldhof Mannheim ist er Stammspieler und belegt mit seinem Team den 2. Platz.

Stefan Wannenwetsch (5/0)

Stefan Wannenwetsch spielte beim FCI nur eine Nebenrolle und verließ den Verein Anfang 2016. Nach dreieinhalb Jahren bei Hansa Rostock spielt der 28-Jährige seit dieser Saison für den VfR Aalen in der Regionalliga Südwest.

Thomas Pledl (11/0)

Thomas Pledl kam damals zur Rückrunde und trug zum Aufstieg bei. In der Bundesliga lief er nie für den FCI auf, da er in den zwei Jahren zum SV Sandhausen verliehen war. Kehrte danach zurück und wurde Stammspieler. Seit dieser Saison versucht er sich bei Fortuna Düsseldorf in der Bundesliga. Bisher bringt es der 25-Jährige bei vier Einwechslungen aber gerade einmal auf 68 Spielminuten.

Steffen Jainta (0)

Jainta schaffte nie den Sprung zum Profi. Nach seiner Zeit beim FCI kickte er von 2015 bis 2017 in der Regionalliga für Bayreuth und beendete danach seine aktive Karriere.

Lukas Hinterseer (32/9)

Der 29-jährige Österreicher trug mit neun Toren zum Aufstieg bei. Nach dem Abstieg 2017 verließ er den FCI und heuerte beim VfL Bochum an. Seit dieser Saison stürmt Hinterseer für den Hamburger SV und träumt vom Bundesligaaufstieg. Für die Hanseaten hat der 13-malige Nationalspieler neun Tore erzielt.

Mathew Leckie (32/7)

Der pfeilschnelle, aber technisch limitierte Australier wechselte 2017 zu Hertha BSC. Für die Berliner ist er noch immer aktiv. Ex-Trainer Jürgen Klinsmann zählte ihn zu den „satten Spielern.“ Der 29-Jährige, der oft mit Verletzungen zu kämpfen hat, bringt es in dieser Saison auf magere fünf Einsätze.

Stefan Lex (28/9)

Stefan Lex spielte im Aufstiegsjahr die beste Saison seiner Karriere und wurde zum Publikumsliebling. In den zwei Bundesligajahren brachte es der Stürmer auf 34 Einsätze. Nachdem er bei den Schanzern danach immer weniger Spielzeit erhielt, wechselte der Löwen-Fan 2018 zu 1860 München. Dort zählt der 30-Jährige zu den Leistungsträgern und hat seinen Vertrag kürzlich bis 2022 verlängert.

Moritz Hartmann (29/5)

Der „Bomber“ spielte von 2009 bis 2018 für die Schanzer. Im ersten Bundesligajahr trug er mit zwölf Treffern entscheidend zum Klassenerhalt bei. 2018 wurde Hartmanns Vertrag nicht verlängert. 2019 stieg er mit Fortuna Köln aus der 3. Liga ab. Jetzt kickt der 33-Jährige in der Regionalliga für Kickers Offenbach.

Karl-Heinz Lappe (14/1)

Lappes einziges Saisontor war ein wunderschönes. Am 2. Spieltag traf er in der Nachspielzeit mit einem Fallrückzieher zum 2:2 gegen Darmstadt. Nach dem Aufstieg verließ er den FCI. Nach Stationen beim FC Bayern München II, FSV Mainz II und Türkgücü München steht der 32-Jährige seit Januar bei Regionalligist TSV Buchbach unter Vertrag.

Julian Günther-Schmidt (1/0)

Günther-Schmidt, der in erster Linie in der 2. Mannschaft eingesetzt wurde, verließ den FCI 2015 und wechselte zum FC Augsburg II. Bei den Schwaben durfte er sogar Bundesligaluft bei den Profis schnuppern, wurde viermal eingewechselt. Seit 2017 spielt der 25-Jährige für Carl Zeiss Jena in der 3. Liga.

Tomas Pekhart (12/0)

Der Tscheche erfüllte beim FCI nie die Erwartungen und wurde nach vier Bundesligaeinsätzen im Januar 2016 abgegeben. Seitdem lief der 30-jährige „Weltenbummler“ für AEK Athen, Beer Sheva und UD Las Palmas auf. Seit Februar steht Pekhart in Polen bei Legia Warschau unter Vertrag.


Erfolgsduo: Trainer Ralph Hasenhüttl (rechts) und Co Michael Henke sind stolz über den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.
Bild: Roland Geier

Ralph Hasenhüttl (Trainer)

Ralph Hasenhüttl hätte in Ingolstadt ein Denkmal verdient. In seiner ersten Saison rettete er den FCI vor dem Sturz in die 3. Liga, in seiner zweiten führte er ihn zum Aufstieg und setzte dem Ganzen mit dem Klassenerhalt in der Bundesliga die Krone auf. Seinen Abgang zu RB Leipzig 2016, der nicht ganz geräuschlos verlief, haben ihm einige Anhänger dennoch nicht verziehen. Nach zwei Jahren in Leipzig, in denen er die „Bullen“ als Aufsteiger in die Champions League führte, zog er weiter nach England. Dort trainiert der Österreicher in der Premier League den FC Southampton.

Michael Henke (Co-Trainer)

Michael Henke war immer mal wieder weg, aber doch irgendwie immer da. Nach einem Intermezzo als Co-Trainer beim chinesischen Klub Shanghai Shenhua kehrte er zum FCI zurück. Seit dieser Saison ist er Direktor Sport bei den Schanzern.


Nach dem Aufstieg 2015 hat Kapitän Marvin Matip die Mannschaft vorgestellt. Der damalige Artikel "Ein verschworener Haufen aus positiv Verrückten" ist hier zu finden.


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