Newsticker
RKI meldet 12.257 Neuinfektionen und 349 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball
  4. FC Ingolstadt
  5. FCI-Geschäftsführer Sternisa: „Es gibt keinen Grund, nervös zu werden“

FC Ingolstadt

13.11.2020

FCI-Geschäftsführer Sternisa: „Es gibt keinen Grund, nervös zu werden“

Hat mit dem FC Ingolstadt Großes vor: Manuel Sternisa ist seit 1. August als Geschäftsführer der Schanzer tätig. Früher war er als Spieler für den Verein aktiv.
Bild: Roland Geier

Plus Manuel Sternisa ist seit 1. August als Geschäftsführer des FC Ingolstadt tätig. Er spricht über die finanziellen Folgen des neuerlichen Zuschauerausschlusses, die sportlichen Ziele und seine ersten Monate im neuen Job.

Herr Sternisa, Sie sind 100 Tage als Geschäftsführer des FC Ingolstadt im Amt. Wie fällt Ihre erste Zwischenbilanz aus?

Sternisa: Für mich war der Start unter schwierigen Bedingungen angenehm, sehr erfolgreich und vielversprechend. Als Quereinsteiger, der seine beruflichen Erfahrungen weitestgehend außerhalb des Fußballs gesammelt hat, war für mich zunächst wichtig, die Abläufe im Verein und die Teammitglieder kennenzulernen. Ich habe mir ein sehr gutes Bild machen können, welche Aufgaben von wem erledigt werden, wo Themen zusammenlaufen und inwieweit die Rädchen entsprechend ineinander greifen . Nun können wir dazu übergehen, dort an den Stellschrauben speziell im organisatorischen Bereich zu drehen, wo es Potenzial zur Verbesserung gibt.

Gibt es Unterschiede oder auch Parallelen zu Ihrem bisherigen Tätigkeitsfeld?

Sternisa: Mein Aufgabenbereich ist ein Stück weit breiter geworden. Als Jurist war ich früher vordergründig mit juristischen Problemstellungen beschäftigt. Als Chefjurist bei Media Markt Saturn hatte ich bereits in erheblichem Umfang mit Managementaufgaben zu tun und Einblicke in viele Bereiche. Daher gibt es in meinem jetzigen Tätigkeitsfeld zwar Veränderungen, aber nicht viele Überraschungen. Mir hilft auch, dass ich aus dem Sport komme und für beide Vorgängervereine und auch noch den FC Ingolstadt 04 gespielt habe. Ein großer Unterschied im Vergleich zu einem „normalen“ Unternehmen ist die Emotionalität und die dadurch sehr spezielle Verbundenheit der Mitarbeiter mit dem Arbeitgeber.

Sie kennen den Verein aus den Anfangsjahren. Wie nehmen Sie die Wahrnehmung des FC Ingolstadt in der Öffentlichkeit inzwischen war?

Sternisa: Als gebürtiger Ingolstädter darf ich ja quasi selbstkritisch über uns Schanzer sprechen. Wir sind ein äußerst sympathisches und fleißiges, aber auch anspruchsvolles und erfolgsverwöhntes Völkchen, sicherlich basierend auf der Wirtschaftskraft in der Region. In vielerlei Hinsicht bewegen wir uns auf einem sehr hohen Niveau, was zu einer gewissen Anspruchshaltung führt. Dennoch kann ich die zum Teil negativen Töne zur aktuellen Situation des Vereins nicht verstehen. Als ich für die Vorgängervereine ESV und MTV Ingolstadt gespielt habe, kamen zwischen 300 und 600 Zuschauer, also nicht viel mehr als bei einem Dorfverein. Es ist unfassbar, was daraus geworden ist. Die Entwicklung des FCI ist eine grandiose Erfolgsgeschichte, allein die Logistik und das Stadion betreffend. Ich habe selbst zwei Kinder und sehe im Kindergarten und der Schule viele Kinder mit FCI-Trikots herumlaufen. Unterm Strich haben wir inzwischen einen Verein, mit dem sich zunehmend mehr Menschen aus Ingolstadt und Region identifizieren und der sie ein Stück weit zusammenschweißt, wie ich es hier noch nicht vergleichbar erlebt habe. Und dort, wo wir kritisch gesehen werden, wollen wir weiterhin Überzeugungsarbeit leisten.

Nachdem bereits am Ende der vergangenen Saison ohne Zuschauer gespielt wurde, muss der Fußball nun zumindest im November erneut ohne Fans im Stadion auskommen. Wie sehr trifft dies den FCI?

Sternisa: Zunächst muss ich klar sagen, dass die Fans im Stadion fehlen. Sie sind der wichtigste Faktor für das, was der FCI ist und weiter werden will. Ein Identifikationsverein in Ingolstadt und der Region. Daher war es wichtig, zu Saisonbeginn das Stadion zumindest zu 20 Prozent auslasten zu können.

FC Ingolstadt: Finanzielle Situation ist nicht leicht

Inwieweit bekommt der FCI den Zuschauerausschluss finanziell zu spüren?

Sternisa: Die finanzielle Situation ist alles andere als leicht, weil wichtige Einnahmequellen wegfallen. Dennoch können wir sagen, dass es uns weniger hart trifft als viele andere Vereine. Die Auswirkungen für uns sind geringer als etwa bei einem Klub wie Dynamo Dresden, der regelmäßig vor über 20.000 Zuschauern spielt und weit mehr Dauerkarten verkauft. Dabei handelt es sich jedoch um eine Momentaufnahme. Langfristig könnten auch wir die aktuelle Situation nicht durchhalten.

Folglich hat die aktuelle Lage keine Auswirkungen auf den Etat für diese Saison?

Sternisa: Im Etat wurden aus Sorgfaltsgründen verschiedene Szenarien bedacht. Wir haben eingeplant, auch eine ganze Saison ohne Zuschauer auskommen zu müssen.

Themen wie Gehaltsverzicht und Kurzarbeit sind also aktuell kein Thema...

Sternisa: Aktuell nicht. Dennoch gehört es zu meinen Aufgaben, immer über mögliche Maßnahmen nachzudenken. Stand jetzt sind keine nötig. Aber wir müssen in den nächsten Monaten schauen, wie sich die Gegebenheiten durch die Pandemie entwickeln, dann hochrechnen und kalkulieren und neu entscheiden.

FC Ingolstadt: Der Aufstieg ist das klare Ziel

Sollte ab Dezember wieder mit Zuschauern gespielt werden, sofern die Regierung die Maßnahmen lockert?

Sternisa: Absolut. Ich bin davon überzeugt, dass in einem Fußballstadion mit 15.000 Plätzen wie unserem 3000 Zuschauer möglich sein sollten. Wir haben ein sinnvolles Hygienekonzept erstellt, an das sich die Zuschauer gehalten haben. Ich bin überzeugt, dass beim Stadionbesuch kein höheres Infektions-Risiko besteht als bei anderen Aktivitäten, die vor dem Lockdown erlaubt waren.

Lassen Sie uns zum Abschluss zum Sportlichen kommen. Sind Sie als Tabellendritter zufrieden mit der bisherigen Saison?

Sternisa: Wir sind im Soll, insgesamt zufrieden. Es gibt keinen Grund, nervös zu werden, weil wir nicht Erster sind. Die 3. Liga ist erneut dicht beisammen. Es gibt viele Mannschaften, die oben mitspielen wollen. Mannschaften wie Dresden, Duisburg oder Kaiserslautern haben zum Teil auch viel investiert und stehen aktuell hinter uns. Gleichzeitig sind drei Aufsteiger weit oben dabei. Bei uns ist eine Entwicklung zu spüren, gerade beim jüngsten 4:1-Sieg gegen Wiesbaden. Nun gilt es, dass die Mannschaft Konstanz in ihre Leistungen bekommt.

Der Aufstieg ist also das klare Ziel?

Sternisa: Unser Ziel ist, aufzusteigen. Wir sind so aufgestellt, dass wir uns in der 2. Liga sehen. Da wollen wir schnellstmöglich wieder hin und werden alles dafür tun, dieses Ziel zu erreichen.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren