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FC Ingolstadt

25.09.2020

FCI-Spieler Beister über das Ziel Aufstieg: „Die Umstände haben sich geändert“

Warnt vor großen Zielen: Maximilian Beister will erst einmal ein paar Spiele abwarten, bevor er sich positioniert. Am Samstag ist er mit dem FC Ingolstadt in Halle zu Gast.
Bild: Roland Geier

Plus Maximilian Beister, der vier Wochen in Quarantäne verbringen musste, spricht über die schwierige Vorbereitung des FC Ingolstadt, die Rückkehr der Zuschauer und die Partie in Halle.

Auf dem Fahrrad gesessen habe er, sagt Maximilian Beister auf die Frage, wie er die Zeit daheim verbracht habe. Und gewartet. Insgesamt vier Wochen musste der Offensivspieler des FC Ingolstadt im Sommer in Quarantäne verbringen. Über die Gründe will er nicht mehr sprechen. Bekannt ist, dass es zuerst einen Coronafall in seinem familiären Umfeld gab, später innerhalb der Mannschaft des FCI, die für ein Drittel des Kaders eine Isolation zur Folge hatte.

„Ich vermisse diese Zeit nicht“, sagt Beister süffisant. Sportlich gesehen sei ohne das regelmäßige Teamtraining viel an Fitness verloren gegangen. Er konnte keine Übungseinheiten auf dem Platz oder mit dem Ball absolvieren, die nun mal entscheidend seien. Seit zwei Wochen ist Beister 30 Jahre alt. Er ist seit vielen Jahren Profi, hat viel erlebt. Spielte für den Hamburger SV und Mainz 05 in der Bundesliga, absolvierte ein halbjähriges Intermezzo in Australien bei Melbourne City. Doch eine derart „verrückte Vorbereitung“ hat Beister nicht gekannt. „Der ganze Verein war ja betroffen. Jeder Spieler hatte in den Testspielen gefühlt nur einen Einsatz, oder auch gar keinen.“ Daher müsse er gar nicht groß philosophieren, warum es in den kommenden Wochen schwierig werden könnte. „Vor einer Saison ist intensives Training wichtig, auch um gewisse Dinge zu automatisieren. Das fehlt uns.“

FC Ingolstadt: Beister übernimmt Führungsrolle

Umso erstaunlicher findet Beister, dass der FCI mit einem „verdienten“ 2:1-Sieg gegen den KFC Uerdingen in die 3. Liga gestartet ist. „Der Mannschaft ist hoch anzurechnen, dass sie auf den Punkt da war.“ Beister, der auf der Zehn hinter Stefan Kutschke zum Einsatz kam, gehörte bis zu seiner Auswechslung in der 68. Minute zu den Aktivposten, erzielte das zwischenzeitliche 1:0. Sein Fehlen war den Schanzern in der Schlussphase anzumerken. Als viele junge Spieler auf dem Platz standen, fehlte auch Beister als gestandener Spieler. Überhaupt will Beister mit seiner Erfahrung von 47 Bundesligaspielen vorangehen, ein Ansprechpartner für die zahlreichen Talente im Kader sein. „In erster Linie ist es nicht entscheidend, wie alt man ist, sondern dass jeder Verantwortung übernimmt, um zum Erfolg beizutragen.“ Als älterer Spieler sei er sich dennoch der Aufgabe bewusst, „voranzugehen, Vorgaben auf dem Platz zu geben und zu schauen, ob sich alles im Rahmen bewegt“. Auf und neben dem Platz sieht sich Beister als Ansprechpartner für die jungen Akteure.

FC Ingolstadt: Beister freut sich über Rückkehr der Zuschauer

67 mal stand der 30-Jährige in seiner Karriere in der 2. Liga auf dem Rasen. Also dort, wo sich der Verein gerne im kommenden Jahr wieder sehen würde. Doch Beister warnt: „Ich sehe das Ziel Aufstieg nicht so klar.“ Nicht wegen fehlender Qualität im Kader, sondern wegen der schwierigen Vorbereitung. „Die Umstände seit der Herausgabe dieses Ziels haben sich geändert. Ich persönlich finde, wir sollten es ruhiger angehen lassen und ein paar Spiele abwarten, bis wir uns positionieren.“ Alles andere sei ein „Blick in die Glaskugel“ und aktuell nicht angebracht. Denn obwohl es bereits wieder um Punkte geht, befinde sich der FC Ingolstadt noch in einer Testphase. Die nächste Bewährungsprobe bietet sich am Samstag (14 Uhr) mit dem Spiel beim Halleschen FC. Beister weiß, was auf die Schanzer zukommt. „Es ist nie angenehm, gegen Halle zu spielen. Das ist eine typische Drittligamannschaft, die über eine gewisse Physis und Robustheit verfügt und das Spiel über Zweikämpfe definiert.“ In Halle herrsche gewöhnlich eine hitzige Atmosphäre. „Man wird nicht unbedingt freundlich empfangen und es dürfen dort erstmals wieder Zuschauer ins Stadion.“

Damit hat auch der FCI am ersten Spieltag Erfahrungen gesammelt, als 2800 Fans zusahen. „Nach so einer langen Zeit ohne Zuschauer nimmt man es extrem wahr“, sagt Beister und spricht von einem „coolen Gefühl, endlich wieder Unterstützung im Stadion zu haben.“ Damit hat er vor einigen Wochen wohl noch nicht gerechnet, als er daheim auf seinem Rad saß und wartete.

Zum Spiel Hallescher FC - FC Ingolstadt


Hallescher FC Trainer Florian Schnorrenberg muss auf die Außenbahnspieler Julian Derstroff und Toni Lindenhahn verzichten. Zum Saisonstart gelang ein 2:0 in Magdeburg.

FC Ingolstadt Tomas Oral stehen bis auf Dennis Eckert Ayensa alle Spieler zur Verfügung. Während Marc Stendera und Rico Preißinger noch Rückstände aufzuholen haben, könnte Ilmari Niskanen sein Debüt feiern.

Mögliche Aufstellungen

Hallescher FC Eisele – Boeder, Vollert, Reddemann, Landgraf – Titsch Rivero, Nietfeld – Shcherbakovski, Eberwein, Guttau – Boyd.

FC Ingolstadt Buntic – Heinloth, Paulsen, Schröck, Franke – Krauße, Gaus – Bilbija (Niskanen), Beister, Elva – Kutschke.


Lesen Sie dazu auch:

FC Ingolstadt: Tomas Oral erwartet in Halle ein Kampfspiel

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