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FC Ingolstadt

16.12.2019

Hitziges Derby zwischen FC Ingolstadt und 1860 München

Emotionen pur: Maximilian Beister sieht die Rote Karte. Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:2. Der FC Ingolstadt gab sich in Unterzahl nicht geschlagen und kam am Ende zu einem 2:2 gegen 1860 München.

Der FC Ingolstadt und 1860 München trennen sich 2:2. Mit dem Unentschieden können die Schanzer besser leben – weil sie Moral zeigen und in Unterzahl einen Rückstand aufholen.

Das bayerische Derby zwischen dem FC Ingolstadt und dem TSV 1860 München war definitiv nichts für schwache Nerven. Viele Zweikämpfe, vier Tore, ein Platzverweis und Führungswechsel. Oder kurzum: „Eine Schlacht“, wie es Löwen-Verteidiger Aaron Berzel nannte. Auch die Trainer Jeff Saibene und Michael Köllner sprachen von einem „emotionalen und packenden Spiel“, das am Ende ohne Sieger blieb. Als alles für Sechzig zu sprechen schien, kämpften sich die Schanzer trotz Unterzahl und eines 1:2-Rückstands zurück und erkämpften sich noch ein 2:2.

Beim FCI liefen überraschend Stefan Kutschke und Björn Paulsen, deren Einsatz auf der Kippe stand, auf. Bei den Löwen fehlte der ehemalige Ingolstädter Stefan Lex. Während sich auf den Rängen die zahlreichen 1860-Anhänger von Beginn an lautstark bemerkbar machten, gehörte die Anfangsphase auf dem Rasen dem FCI. Folglich gingen die Schanzer mit ihrem ersten gefährlichen Angriff – es sollte der einzige in der ersten Hälfte bleiben – in Führung. Maximilian Thalhammer eroberte im Mittelfeld den Ball und bediente Marcel Gaus. Der Linksaußen zog aus 18 Metern ab und traf flach ins lange Eck (10.).

1860 München dreht das Spiel in Ingolstadt

Doch die Führung brachte keine Sicherheit ins Spiel der Schanzer. Unnötige Abspielfehler ermöglichten es Sechzig immer wieder, schnell umzuschalten. Dem FCI fehlte in den Aktionen nach vorne die Genauigkeit, die langen Bälle auf Kutschke brachten nicht den gewünschten Erfolg. Dass Sechzig später mit einer 2:1-Führung in die Pause gehen sollte, war hochverdient. Den Löwen gelang es, die Partie binnen drei Minuten zu drehen. Erst schaffte es Tobias Schröck nicht, einen langen Ball – ein Mittel, das die Löwen oft einsetzten – aus der Gefahrenzone zu köpfen. Die Kugel gelangte zu Efkan Bekiroglu, dessen Flanke Prince Osei Owusu zum 1:1-Ausgleich in die Maschen köpfte (16.). 1860 blieb am Drücker und ging in Führung. Über Philipp Steinhart und Owusu wurde Sascha Mölders freigespielt, der den Ball im Tor unterbrachte (19.).

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Mit dem Vorsprung im Rücken setzten die Münchner in der Defensive auf eine Fünferkette, ohne an Gefährlichkeit einzubüßen. Und der FCI? Blieb fehleranfällig. Nach einem katastrophalen Fehlpass von Paulsen bot sich Mölders die große Chance zum nächsten Treffer. Doch FCI-Torhüter Fabijan Buntic rettete mit einem Blitzreflex und hielt sein Team im Spiel (28.).

Nach dem Wechsel war Ingolstadt bemüht, Druck nach vorne zu erzeugen. Die Chance zum Ausgleich war da, doch ein Heber von Dennis Eckert Ayensa über Sechzig-Torhüter Marco Hiller hinweg landete an der Unterkante der Latte und sprang zurück ins Feld. Maximilian Beister rauschte heran, versuchte mit einem Kung-Fu-Sprung das Tor zu erzwingen. Statt des Balls traf er jedoch den Fuß von Berzel. Mit Folgen für Beister, der die Rote Karte sah (58.).

FC Ingolstadt gleicht gegen 1860 in Unterzahl aus

In Unterzahl entwickelten die Schanzer neue Energie – und glichen aus. Langer Ball Buntic. Verlängerung Eckert Ayensa auf Gaus. Der umspielte Hiller und schob ein – 2:2 (64.). Während die Löwen einen platten Eindruck machten, drängten die Schanzer in Unterzahl auf den Sieg. „Wir haben mit einem Mann weniger angefangen, Fußball zu spielen“, befand Saibene. Kutschke etwa hätte treffen können, verfehlte das Tor aus der Distanz nur knapp (71.). Ingolstadts Tobias Schröck nach einer Ecke (78.) und Owusu mit dem Kopf (84.) kamen in der Schlussphase noch zu Abschlüssen, doch es blieb beim 2:2. Ein Unentschieden, mit dem die Ingolstädter am Ende besser leben konnten als die Münchner Löwen.

FC Ingolstadt 04 Buntic – Paulsen, Antonitsch, T. Schröck, Kurzweg – Keller – Beister, Thalhammer (73. Krauße), D. Eckert Ayensa (89. Kaya), Gaus – Kutschke

TSV 1860 München Hiller – Willsch, F. Weber (80. Gebhart), Erdmann, Berzel, P. Steinhart – Wein, Bekiroglu (89. Klassen), Paul (74. Dressel) – Mölders, Owusu

Schiedsrichter Tobias Reichel (Stuttgart) – Zuschauer 13.500 – Tore 1:0 Gaus (10.), 1:1 Owusu (16.), 1:2 Mölders (19.), 2:2 Gaus (64.).

Stimmen zum Spiel

Jeff Saibene (Trainer FC Ingolstadt): „Das Spiel war voller Emotionen, wir hatten zu viel Hektik. Anscheinend mussten wir eine Rote Karte bekommen, um guten Fußball zu spielen. Mit dem Punkt können wir gut leben.“

Michael Köllner (Trainer 1860 München): „Es war ein packendes und emotionales Spiel. Wir haben eine starke erste Halbzeit gespielt und hätten höher führen können. Ich bin zufrieden mit dem Auftritt der Truppe.“

Marcel Gaus (FC Ingolstadt): „Wir hätten natürlich lieber drei Punkte gehabt, aber am Ende ist es ein gerechtes Ergebnis. Die Szene zur Roten Karte ist natürlich Wahnsinn, wir können das 2:2 machen und sind dann nur noch zu zehnt. Aber man muss herausheben, was für einen Charakter wir haben. Wir lassen uns von nichts und niemandem runterkämpfen.“

Nico Antonitsch (FC Ingolstadt): „Nach der Roten Karte waren wir feldüberlegen, das zeigt unsere Qualität. Es war ein cooles Spiel mit vielen Zuschauern, auch aus München. Das 2:2 ist verdient.“

Prince Osei Owusu (1860 München): „Unseren Fans kann in Bayern und in der Liga keiner etwas vormachen. Sie sind unsere zweite Luft. Die erste Halbzeit heute war die intensivste dieser Saison, am Ende waren die Beine schwer.“ (cup)



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