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FC Ingolstadt

06.07.2020

Nürnberg oder Ingolstadt? Bayerisches Duell um die 2. Liga

Volle Kraft voraus: Am Dienstag treffen der 1. FC Nürnberg (Hanno Behrens) und der FC Ingolstadt (Marcel Gaus) im Hinspiel der Relegation aufeinander. Am Anfang der Saison standen sich die Vereine bereits im DFB-Pokal gegenüber.
Bild: Roland Geier

Am Dienstag tritt der FC Ingolstadt im Relegationshinspiel beim 1. FC Nürnberg an. Während die Schanzer den Aufstieg anpeilen, will der Club den Sturz in die Drittklassigkeit vermeiden.

Es geht um viel, wenn sich der 1. FC Nürnberg und der FC Ingolstadt am Dienstag (18.15 Uhr) im Relegationshinspiel gegenüberstehen. Während der Club den Absturz in die Drittklassigkeit verhindern will, hoffen die Schanzer nach einem Jahr in der 3. Liga auf den direkten Wiederaufstieg.

Verein

FC Ingolstadt Der FC Ingolstadt, der nach einer Fusion der Fußballabteilungen des ESV und MTV Ingolstadt am 5. April 2004 gegründet wurde, schaffte in kurzer Zeit den Sprung in den Profifußball. Von 2015 bis 2017 spielten die Schanzer sogar zwei Jahre in der Bundesliga. Danach folgte mit dem Abstieg 2019 der Sturz in die 3. Liga, die nun nach einer Saison wieder verlassen werden soll.

1. FC Nürnberg Der 1. FC Nürnberg wurde am 4. Mai 1900 gegründet und zählt zu den größten Traditionsvereinen Deutschlands. 62 Jahre und damit so lange wie kein anderer Verein durfte sich der Club deutscher Rekordmeister nennen. Der letzte der insgesamt neun Titel gelang 1968. Im Jahr 2007 gewann Nürnberg zum vierten Mal den DFB-Pokal. Allerdings stellen auch die neun Bundesligaabstiege einen Rekord dar. Meist pendelte die „Fahrstuhlmannschaft“ zwischen der Bundesliga und 2. Liga hin und her. Drittklassig war der Club zuletzt in der Saison 1996/97.

Saisonverlauf

FC Ingolstadt Nach dem Abstieg aus der 2. Liga standen die Schanzer vor einem Trümmerhaufen. Viele Leistungsträger verließen den Verein, auch Trainer Tomas Oral stand nach der verlorenen Relegation gegen den SV Wehen Wiesbaden nicht mehr zur Verfügung. Das neue sportliche Führungsduo und Michael Henke und Florian Zehe verpflichtete Jeff Saibene als neuen Coach. Gemeinsam gelang es, einige erfahrene Spieler wie Stefan Kutschke, Björn Paulsen oder Marcel Gaus zu halten und vielversprechende Talente in den Kader einzubauen. Es folgte eine Hinrunde mit Höhen und Tiefen, die mit dem zweiten Platz abgeschlossen wurde. Doch nach der Winterpause schlitterte der FCI in eine Krise, was zur Trennung von Saibene führte. Sein Nachfolger wurde Vorgänger Oral, der wegen der Corona-Pause über zwei Monate auf sein Debüt hinarbeiten durfte. Oral schaffte nach dem Re-Start mit sechs Siegen in elf Spielen den Sprung in die Relegation.

1. FC Nürnberg Die Ziele bei den Franken waren vor der Saison ganz andere. Nach dem Abstieg aus der höchsten Spielklasse war das Projekt Bundesliga auf zwei Jahre angelegt. Unterm Strich fiel der Umbruch mit nahezu einer Mannschaftsstärke größer aus, als geplant. Dazu kam mit dem Österreicher Damir Canadi ein neuer Trainer. Gerne wäre man freilich direkt wieder aufgestiegen. Auf den Spitzenpositionen der 2. Liga war der Club aber nie zu finden. Zumindest taumelte er lange im gesicherten Mittelfeld durch die Hinrunde, ehe er sich immer mehr nach unten orientieren musste. Bereits im November musste Canadi seinen Stuhl räumen. Für ihn wurde Jens Keller geholt, der nicht für die gewünschte Aufbruchstimmung sorgen konnte. Vor dem Neustart betrug der Vorsprung auf den Relegationsplatz noch vier Punkte. Doch in neun Partien gelang nur noch ein Sieg. Am letzten Spieltag hatte der 1. FC Nürnberg den Klassenerhalt selbst in der Hand, wurde aber vom Karlsruher SC abgefangen.

Mannschaft

FC Ingolstadt Die Mischung im Kader aus erfahrenen und jungen Spielern stimmt. Zum einen führen Kutschke, Gaus, Robin Krauße und andere die Mannschaft an, zum anderen wussten einige Talente zu überzeugen. Maximilian Thalhammer, Fatih Kaya oder Filip Bilbija gehören zum Stammpersonal, andere wie Thomas Keller oder Patrick Sussek bringen es ebenfalls auf einige Einsätze. Physisch ist das Team stark, spielerische Mängel konnten im Verlauf der Saison aber nicht behoben werden. Die große Stärke der Ingolstädter ist die Defensive. In sieben der jüngsten hielten die Schanzer hinten die Null. Mit 40 Gegentoren stellten sie die beste Abwehr der 3. Liga. 61 eigene Tore bedeuten dagegen nur einen Mittelfeldplatz (9.). Auffällig ist, dass sich der FCI in der Fremde stärker präsentierte. Die Auswärtstabelle der 3. Liga führen sie mit 35 Punkten an. Daheim gelangen nur 28, was den zehnten Platz bedeutet.

1. FC Nürnberg Mit vielversprechenden Neuzugängen wie Asger Sörensen, Robin Hack, Nikola Dovedan, Johannes Geis oder Michael Frey wurde das Team im Sommer verstärkt. Aber als geschlossene Mannschaft präsentierte sich der Club, dessen interne Torschützenliste Hack mit zehn Treffern anführt, nie. In der Defensive ist Nürnberg anfällig, hatte die zweitschwächste Abwehr (58 Gegentore) der 2. Liga. Auch der Angriff befand sich mit 45 Toren im unteren Drittel. Ähnlich wie der FCI sind die Nürnberger fern der Heimat stärker. Während 16 Punkte den vorletzten Platz in der Heimtabelle bedeuteten, sind die Franken auswärts mit 21 Zählern Fünfter.

Trainer

FC Ingolstadt Jeff Saibene wurde im März von Tomas Oral abgelöst. Der holte in elf Spielen sechs Siege und 21 Punkte und führte die Schanzer in die Relegation. Oral absolviert seine dritte Amtszeit bei den Schanzern.

1. FC Nürnberg Zwei Trainerwechsel hat der Club während dieser verkorksten Saison vorgenommen. Im November musste Canadi das Feld räumen und wurde von Jens Keller ersetzt. Nach dem verpassten direkten Klassenerhalt musste auch er gehen. In der Relegation betreut das Interimstrainerduo Michael Wiesinger/Marek Mintal die Mannschaft. Wiesinger war von 2008 bis 2010 beim FCI. Erst als Trainer der zweiten Mannschaft, dann als Co-Trainer und Trainer der Profis.

Relegationserfahrung

FC Ingolstadt Zweimal trat der FC Ingolstadt bisher in der Relegation an. Als Drittligist setzte er sich in der Saison 2009/10 gegen Hansa Rostock (1:0/2:0) durch und schaffte den Aufstieg. Doppeltorschütze im Rückspiel war Fabian Gerber, der jetzt als Co-Trainer des 1. FC Nürnberg Gegner der Ingolstädter ist. In der vergangenen Saison verloren die Schanzer als Zweitligist gegen den SV Wehen Wiesbaden (2:3/2:1) und stiegen ab.

1. FC Nürnberg Der Club nahm sogar dreimal an Entscheidungsspielen teil. Allerdings an denen zwischen Bundesliga und 2. Liga. Zweimal setzte er sich durch, einmal zog er den Kürzeren. 2009 besiegten die Franken als Zweitligist Energie Cottbus (2:0/3:0) und stiegen auf, ein Jahr später gelang nach einem Erfolg gegen den FC Augsburg (1:0/2:0) der Klassenerhalt. 2016 verpasste der Club als Dritter der 2. Liga den Aufstieg. Nach einem 1:1 bei Eintracht Frankfurt wurde das Heimspiel mit 0:1 verloren.

Statistik Achtmal in elf Duellen setzte sich der Drittligist gegen den Zweitligisten durch.

Direkte Duelle

Das letzte Aufeinandertreffen liegt noch nicht lange zurück. In der ersten Runde des DFB-Pokals gewann der 1. FC Nürnberg in Ingolstadt mit 1:0. In der 2. Bundesliga trafen die Vereine sechsmal aufeinander. Der FCI gewann einmal, dreimal setzte sich der Club durch, zwei Partien endeten Remis.

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