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Blöd gelaufen
27.09.2016

England-Coach nach Undercover-Dummheit vor dem Aus

Sam Allardyce steht kurz vor seiner Entlassung als englischer Nationaltrainer - was diesmal ausnahmsweise nichts mit Erfolgslosigkeit zu tun hat.
Foto: Will Oliver (dpa)

Sam Allardyce ist der erfolgreichste Nationaltrainer aller Zeiten. Ein Spiel, ein Sieg. Wahrscheinlich wird er die Bilanz nicht ausbauen dürfen. Er zeigte sich etwas zu gesprächsbereit.

Hat doch schon Mama früher immer gesagt: Nicht mit fremden Männern reden. Hätte Sam Allardyce diesen Ratschlag befolgt, müsste er nun nicht um seinen Job als englischer Nationaltrainer bangen. Dabei war er so glücklich, als er nach dem EM-Aus gegen Island und dem anschließenden Rücktritt von Roy Hodgson zum Teamchef ernannt wurde.

Davon war ja auch nicht zwingend auszugehen. Als Trainer hatte der 61-Jährige bisher die überschaubare Anzahl von null Titel gewonnen. Zuletzt coachte er den Mittelklasse-Club Sunderland. Aber gut, die Wege des britischen Fußballs sind ja seit jeher etwas verwinkelt.

Allardyce jedenfalls war so glücklich, dass er offenbar allzu leichtgläubig mit vielen Menschen sprach. Unter anderem mit Reportern des Daily Telegraph . Allardyce kann man immerhin zugute halten, dass sie sich nicht als solche vorstellten, sondern als Vertreter einer asiatischen Firma vorstellten.

Allardyce schießt gegen Vorgänger

Was Allardyce nun allerdings dazu bewog, den Vertretern zu erzählen, wie man Regeln zum Besitz von Transferrechten umgehen kann, ist fraglich. Oder warum er ihnen sagte, sein Vorgänger Roy Hodgson sei charakterlich nicht geeignet gewesen für den Job des Nationaltrainers? Seinen Arbeitgeber, den britischen Fußballverband FA, griff er an, weil dieser eine Milliarde Euro in die Sanierung des Wembley-Stadions investierte. Legitime Meinung. Aber nicht als Angestellter. Ein wenig unglücklich ist es auch, Prinz William zu attackieren, weil dieser nicht erschien, als das Logo für die EM 2020 enthüllt wurde.  Die Zeiten, in denen es en vogue war, die Königsfamilie anzugreifen, sind vorbei. Fast schon harmlos nimmt sich da der Verdach aus, dass Allardyce auch noch einen Beratervertrag mit den Asiaten über rund 460.000 Euro abgeschlossen hat - natürlich ohne die FA um Erlaubnis zu fragen.

Von Seiten des Daily Telegraph ist es natürlich auch nur mäßig nett, die Video- und Audio-Ausschnitte dem englischen Verband zur Verfügung zu stellen. Dort sieht man sich nun möglicherweise bald gezwungen, den erfolgreichsten Nationaltrainer der Geschichte schon wieder zu entlassen. Das 1:0 gegen die Slowakei ist gleichbedeutend mit einer Siegquote von 100 Prozent. Das allerdings wäre für Allardyce schwer zu steigern (gewesen). time

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