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Premjer-Liga

13.12.2020

Deutscher Trainer Tedesco in Russland beleidigt

Spartaks Trainer Domenico Tedesco.
Bild: Alexander Vilf/Sputnik/dpa

Er bewahrte Spartak Moskau vor dem Abstieg - der deutsche Trainer Domenico Tedesco. Seit mehr als einem Jahr lebt er schon in Russland. Nun kam es bei einem Spiel zu einem Zwischenfall, der Wellen schlägt.

Der frühere Bundesliga-Trainer Domenico Tedesco hat sich nach einer Beleidigung bei einem Spiel der russischen Premjer-Liga entsetzt gezeigt.

"Ich bin schockiert", sagte der 35-jährige Coach von Spartak Moskau in der russischen Hauptstadt. "Mir wurde von der gegnerischen Bank gesagt, das sei ihr Land und ich solle es verlassen." Solche Aussagen hätten im Sport und in der Gesellschaft nichts zu suchen. "Wir alle lieben den Fußball."

Zu dem Vorfall kam es bei der Begegnung zwischen dem FK Sotschi und Spartak. Die Moskauer verloren 0:1 und danach rief Sotschis Torwarttrainer Dmitri Borodin dem Deutsch-Italiener Tedesco zu: "Das ist unser Land."

Borodin bestätigte wenig später mehreren russischen Medien seine Aussage. Tedesco habe ihn daraufhin einen Rassisten genannt, sagte er dem Portal "sport24". "Tedesco hat sich mies verhalten. Und das war nicht das erste Mal." Bei dem Spiel war zudem Spartaks Co-Trainer Andreas Hinkel getreten worden.

Der frühere Schalke-Coach Tedesco sagte am Sonntag, es sei kein Geheimnis, dass er ein emotionaler Trainer sei. Aber: "Ich habe Russland in meiner Zeit hier wirklich lieben gelernt. Ich bin unglaublich freundlich und mit offenen Armen empfangen worden." Auch wenn nicht alle Spartak liebten, "hätte ich so etwas wie gestern nicht für möglich gehalten", sagte Tedesco. "Weder Ausländerfeindlichkeit noch Gewalt haben im Sport und in unserer Gesellschaft etwas zu suchen."

Der 35-Jährige hatte Spartak Moskau vor mehr als einem Jahr im Abstiegskampf übernommen und die Mannschaft noch auf Platz sieben geführt. Vor allem politisch gibt es aktuell zwischen Deutschland und Russland erhebliche Spannungen - zuletzt verstärkt nach der Vergiftung des russischen Kremlkritikers Alexej Nawalny.

Spartak erklärte, man setze auf eine objektive Untersuchung des Vorfalls durch den russischen Fußballverband. Der Verein aus Sotschi am Schwarzen Meer teilte mit, der "unangenehme Vorfall" solle so schnell wie möglich überwunden und die sportlichen Ereignisse wieder in den Vordergrund gerückt werden.

© dpa-infocom, dpa:201212-99-670281/3 (dpa)

Spartak Moskau

FK Sotschi

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