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Fußball

25.05.2015

Liverpools Offenbarungseid zum Gerrard-Abschied

Ausgerechnet zum Abschied von Steven Gerrard erlebte der FC Liverpool ein Debakel bei Stoke City.
Bild:  Peter Powell (dpa)

Auf den Tag genau zehn Jahre nach der magischen Nacht von Istanbul ist der ruhmreiche FC Liverpool am Tiefpunkt - und den Hauptfiguren Steven Gerrard und Brendan Rodgers schlagen am River Mersey wahlweise Mitleid oder Spott entgegen.

Nach dem 1:6 bei Stoke City - der höchsten Niederlage seit 52 Jahren - bot Trainer Brendan Rodgers pflichtschuldig seinen Rücktritt an. "Wenn die Clubbesitzer wollen, dass ich gehe, gehe ich", sagte der Nordire. Reflexartig wurde Dortmunds scheidender Coach Jürgen Klopp bei vielen Buchmachern als Favorit für den emotionalen Job an der Anfield Road gehandelt, was charakterlich durchaus passen könnte.

Doch noch ist Rodgers im Amt und muss sich bitterböse Kommentare zu seiner miserablen Saisonbilanz anhören. Die BBC hielt dem 42-Jährigen eine Aussage vom Saisonbeginn vor, in der er - angesichts von Millioneninvestitionen - indirekt den Titel als Ziel ausgegeben hatte. "Schaut Euch Tottenham an", hatte er damals den Vergleich zu einem ebenfalls ausgabefreudigen und titelhungrigen Kontrahenten gezogen, der nun einen Platz vor den Reds als Fünfter ins Ziel kam und auch mit dem Trostpflaster Europa League klar kommen muss.

Parallelen zum Bundesliga-Sechsten FC Schalke 04 sind frappierend - wie Königsblau müssen auch die Reds nach einer missratenen Spielzeit womöglich schon im Juli in der Europapokal-Qualifikation ran.

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Erinnert wurde im Nord-Westen Englands auch an Rodgers Aussage zum Amtsantritt, als der aus Swansea verpflichtete Hoffnungsträger um Geduld bat. "Beurteilt mich nach drei Jahren", hatte er gesagt. Genau zum Stichtag ist die Lage desaströs. Club-Legende Steven Gerrard bekam durch die Pleite in Stoke-on-Trent den denkbar unwürdigsten Abschied seiner einzigartigen Karriere.

"Er wird Liverpool vermissen, aber nicht so sehr, wie sie ihn vermissen werden", schrieb die Lokalzeitung "Liverpool Echo", um dann über die Clubleitung ein hartes Urteil zu fällen. "Wut, Peinlichkeit und Unglaube in gleichem Maße... Dem Club fehlt Führung auf und neben dem Platz."

Am 25. Mai 2005 hatte Gerrard nach dem denkwürdigen Finale gegen den AC Mailand noch den Champions-League-Pokal in die Höhe gereckt. Vor einem Jahr hatte Rodgers mit Platz zwei in der Premier League immerhin Hoffnungen auf neue Erfolge geweckt. Doch in dieser Saison ging vieles schief. Der Abschied von Luis Suárez wurde durch die Verpflichtung von Mario Balotelli schlecht möglichst kompensiert.

Späte Gegentore wir im Merseyside-Derby gegen Everton, Pokalpleiten wie in der Champions League in Basel, in der Europa League bei Besiktas Istanbul und im FA-Cup gegen Kellerkind Aston Villa waren immer wieder schwer erträgliche Nackenschläge für das Team des deutschen U-21-Nationalspielers Emre Can, der persönlich eine ordentliche Saison spielte. Zudem gab es oft Konflikte um Balotelli oder auch Jungstar Raheem Sterling und Verletzungspech für Hoffnungsträger Daniel Sturridge. (dpa)

Berichte Liverpool Echo (Bezahl-Inhalt)

Bericht The Guardian

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