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Vor Auslosung

28.08.2019

Rummenigge: In Königsklasse "Muskeln spielen lassen"

Karl-Heinz Rummenigge appelliert an die deutschen Clubs auf internationaler Bühne Muskeln zu zeigen.
Bild:  Matthias Balk (dpa)

Das kollektive Achtelfinal-Aus ist noch nicht vergessen. Vor der Auslosung für die nächste Gruppenphase der Champions League kommen aus München und Dortmund warnende, aber auch fordernde Töne. Schwere Kontrahenten wie Liverpool oder Real könnte es schon früh geben.

Karl-Heinz Rummenigge will wieder die "Muskeln spielen lassen", Hans-Joachim Watzke möchte kein Versteckspiel. Vor der Gruppenauslosung in der Champions League sitzt die Enttäuschung über das kollektive Königsklassen-Desaster der Vorsaison immer noch tief.

Die deutschen Fußball-Branchenführer wollen wieder angreifen, vor der Zeremonie im Grimaldi Forum am Donnerstag (18.00 Uhr/Sky/DAZN) in Monaco gehören sie aber nicht mehr zu den großen Favoriten auf den Henkelpott. Ilkay Gündogan zählte jedenfalls neben seinem Manchester City spontan nur Titelverteidiger FC Liverpool, Juventus Turin, FC Barcelona "und vielleicht Atlético Madrid" als Anwärter auf.

Die Bayern und Dortmund fielen dem deutschen Nationalspieler offenbar nicht ein, RB Leipzig und Bayer Leverkusen als weitere deutsche Starter schon gar nicht. "Die Bundesliga muss sich anstrengen in diesem Jahr", forderte Bayern-Vorstandschef Rummenigge in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zur Konkurrenzfähigkeit der deutschen Teams. "Wir müssen wieder unsere Muskeln spielen lassen. Es geht auch um Starterplätze, auch da müssen wir aufpassen, dass wir keinen Platz verlieren, das wäre fatal", warnte Rummenigge.

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Die Bayern sind als deutscher Meister immerhin automatisch im Topf der besten acht Teams gesetzt. Das schützt beim nächsten Anlauf im großen bajuwarischen Sehnsuchts-Wettbewerb aber nicht vor einer harten Gruppe, möglicherweise mit Real Madrid und Inter Mailand. In Topf zwei sind auch Vorjahresfinalist Tottenham Hotspur oder das in München ungeliebte Team von Atlético Madrid einsortiert und könnten die Bayern zu frühen Gruppenduellen herausfordern.

Auch Borussia Dortmund ist von der UEFA in Topf zwei eingeordnet, Bayer Leverkusen liegt in Topf drei und RB Leipzig in Topf vier. Deutsche Duelle sind in der Gruppenphase nicht möglich. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Leverkusen und Leipzig aus den oberen Töpfen echte Kracher vom Format Liverpool, Man City, Barcelona, Paris Saint-Germain oder eben auch Real und Atlético erwischen.

In der vergangenen Saison waren die Bayern (gegen Liverpool), Dortmund (Tottenham) und Schalke (Manchester City) allesamt schon im Achtelfinale gegen englische Teams ausgeschieden. 1899 Hoffenheim hatte bereits die Gruppenphase nicht überstanden. "Es gibt immer verschiedene Phasen. In diesem Jahr ist es gut für die Engländer gelaufen. Mal sehen, wie es weiter geht", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. "Ich glaube, dass der deutsche Fußball sich nicht verstecken muss."

Als Vorbild für die deutschen Europacup-Starter wurde von vielen Bundesliga-Protagonisten Eintracht Frankfurt für seinen Siegeszug bis ins Halbfinale der Europa League auserkoren. "Eintracht Frankfurt hat in der vergangenen Saison vorgemacht, dass man mit Qualität, Ernsthaftigkeit und viel Euphorie in der Europa League weit kommen kann", sagte Hertha-Sportvorstand Michael Preetz.

"Eintracht Frankfurt hat zudem schon vergangenes Jahr in der Europa League gezeigt, dass man mit viel Spaß, Freude und einer guten Belastungssteuerung sehr weit kommen kann. Das wünsche ich auch in diesem Jahr unseren deutschen Teilnehmern", sagte Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel.

In der für die Startplätze relevanten Fünfjahreswertung konnte die Bundesliga auch dank der von Frankfurt gewonnenen Zähler als Vierte trotz der schlechten Königsklassen-Bilanz ihren Vorsprung vor dem Fünften Frankreich ausbauen und den Rückstand auf den Dritten Italien verkürzen. Die ersten vier Ligen (derzeit England, Spanien, Italien, Deutschland) haben vier Startplätze in der Champions League sicher.

In der Europa League, deren Gruppen am Freitag (13.00 Uhr) ebenfalls in Monaco ausgelost werden, sind diesmal Borussia Mönchengladbach und der VfL Wolfsburg fix dabei. Frankfurt muss im Playoff-Rückspiel am Donnerstag einen 0:1-Rückstand gegen Racing Straßburg aufholen, um wieder in der Gruppenphase starten zu können. "Ich habe vor allem Erwartungen an unser eigenes Team, dass es wieder mit so viel Herzblut, Willen und Engagement auftritt. Das war in der vergangenen Saison schon vorbildlich", sagte Sportvorstand Fredi Bobic. (dpa)

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