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Europa League

25.03.2020

"Unumgänglich": Wolfsburger Verständnis für Geisterspiel

Jörg Schmadtke, Geschäftsführer Sport beim VfL Wolfsburg.
Bild: Swen Pförtner/dpa

Bei seinem Europa-League-Heimspiel gegen Schachtjor Donezk muss der VfL Wolfsburg am Donnerstag ohne Fan-Unterstützung auskommen. Der Sportchef kennt das bereits - hat aber mehr als Verständnis dafür.

Geisterspiele kennt Jörg Schmadtke bereits. Der Geschäftsführer Sport des VfL Wolfsburg saß 2004 als Manager von Alemannia Aachen schon einmal in einem leeren Stadion, weil ein Zweitligaspiel gegen den 1. FC Nürnberg damals als Strafe für Fan-Ausschreitungen ohne Zuschauer wiederholt werden musste.

"Rein sportlich finde ich das unangenehm", sagte Schmadtke einen Tag vor dem Europa-League-Heimspiel gegen Schachtjor Donzek (Donnerstag, 21.00 Uhr/DAZN), das wegen des Coronavirus ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden muss. "Man spielt in einem Stadion, in dem ansonsten kaum eine Verständigung möglich ist. Morgen aber versteht man über die Stadionmikrofone jedes Wort. Das muss man als Spieler wegdrücken können."

So ungewohnt ein Fußballabend ohne Fans auch sein mag und so teuer jedes Spiel ohne Zuschauereinnahmen am Ende für die Vereine auch wird: Schmadtke ist auf jeden Fall dafür, Spielen in Zeiten des Sars-CoV-2-Virus vor leeren Tribünen auszutragen. "Wenn ich das als Bürger dieses Landes betrachte, ist das unumgänglich, um der Gesundheit der Bevölkerung Rechnung zu tragen", sagte der 55-Jährige.

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Während Verbände wie die Europäische Fußball Union (UEFA) oder die Deutsche Fußball Liga diese Entscheidungen vorerst an Länder oder Kommunen wegdelegieren und während mancher Fan solche Geisterspiele noch immer für übertrieben hält, setzt Schmadtke klare Prioritäten: "Auch wenn es aus wirtschaftlichen und sportpolitischen Gesichtspunkten eine andere Betrachtungsweise gibt: Im Interesse aller ist es besser, keine Zuschauer zu haben. Über allem steht, dass unser Gesundheitssystem intakt bleibt", sagte er am Mittwoch.

Gerade Spieler und Trainer des VfL stellt dieses Donezk-Spiel vor eine große Herausforderung. Schon am Mittwoch wurden die Pressekonferenzen beider Clubs abgesagt. Im Laufe des Tages erfuhren Wolfsburger wie Donezker dann, dass zum Beispiel der AS Rom aus Italien im selben Europa-League-Wettbewerb nicht zum Spiel beim FC Sevilla reisen darf und auch der FC Getafe aus Spanien nicht bei Inter Mailand spielen will. Ob das Coronavirus den Sport nur für wenige Wochen beeinträchtigt oder ob der Profifußball demnächst komplett zum Erliegen kommt: Wer will das seriös einschätzen?

Andererseits gilt auch: "Für mich und alle anderen Spieler ist das eines der größten Spiele der Karriere", sagte VfL-Profi Yannick Gerhardt am Mittwoch. "Donezk ist ein Club, der jedes Jahr in der Champions League vertreten ist. Auf solche Spiele freut man sich. Wir versuchen deshalb, uns so wenig wie möglich beeinflussen zu lassen und freuen uns trotzdem auf das Spiel."

Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner sieht das genauso. Für ihn hat das Duell mit dem ukrainischen Serienmeister noch immer einen hohen sportlichen Wert, der Österreicher steht auch hinter der Entscheidung eines Zuschauer-Ausschlusses. Zumindest einen Teil dieses Themas nimmt er sogar mit Humor: "In Österreich haben wir auch manchmal vor einer Geisterkulisse gespielt. Aber nicht, weil etwas verboten wurde, sondern weil niemand kommen wollte", sagte er. (dpa)

Homepage des VfL Wolfsburg

Die Europa League bei uefa.com

Der Europa-League-Kader des VfL Wolfsburg

Die Europacup-Bilanz des VfL Wolfsburg

Daten zum Spiel

Der Europa-League-Kader von Schachtjor Donezk

Homepage von Schachtjor Donezk

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