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Fußball

18.11.2010

Holtby happy: "Lass laufen Lewis"

Lewis Holtby (l) ist zu schnell für den Schweden Anders Svensson.

Göteborg (dpa) - Bei der Nationalhymne kämpfte er in Gedanken an seine tote Oma noch mit den Tränen, nach seinem schwungvollen Start im Deutschland-Trikot war Lewis Holtby dann einfach happy. Der junge Mainzer ragte beim 0:0 gegen Schweden aus dem Debütanten-Quartett heraus.

Von einer Krise war bei dem 20-Jährigen in Göteborg nichts zu spüren. "Ich möchte keinen Druck aufbauen. Ich möchte einfach gut Fußball spielen, dann kommt alles von alleine. Ich habe einfach gesagt, lass laufen Lewis", sprudelte es aus dem Dribbelkünstler nach seinem ersten Fußball-Länderspiel in den Katakomben des Ullevi-Stadions heraus.

Auf der Özil-Position hatte Holtby beim sonst recht dürftigen Kick mit technischem Potenzial überzeugt und alle Kritiker widerlegt, die seinen Stern nach zuletzt mäßigen Leistungen beim FSV Mainz 05 schon wieder verglühen sahen. "Wenn das erste Dribbling gelingt, merkt man, dass man im Spiel drin ist. Wenn man noch das Vertrauen der Trainer bekommt, die sagen, spiel frei auf Lewis, dann ist das umso schöner. Ich habe einfach jede Minute genossen."

Durchaus überraschend hatte Joachim Löw den Blondschopf nach den letzten Bundesliga-Eindrücken in der Startformation aufgeboten. Und der Bundestrainer sah sein Vertrauen durch Leistung gerechtfertigt. "Er ist technisch gut. Er hat gute Lösungen, ein gutes Auge und große Ballsicherheit. Da war ich absolut zufrieden", sagte Löw. Offenkundig hatte Holtby den DFB-Chefcoach in den Göteborger Tagen schon vor der Partie überzeugt. "Lewis Holtby hat mir sehr gut gefallen, weil er auch im Training schon auffallend gut war."

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Mit seiner lockeren, positiven Ausstrahlung passt der halbe Brite (sein Vater ist Engländer), der bei Schalke 04 von Trainer Felix Magath (noch) nicht gewollt war, nicht nur sportlich ins Löwsche Anforderungsprofil. Für Grübeleien war auch in Schweden keine Zeit. "Es ist hier einfach für einen jungen Spieler wie mich, weil es einfach nur junge Spieler gibt. Aber das ist eine massive Erfahrung, wenn man sieht, wer hinter mir gespielt hat - ein Khedira, ein Schweinsteiger. Da macht das einfach richtig Spaß. Ich freue mich einfach, diese Farben zu tragen", sagte Holtby.

Dabei hätten ihn vor dem Anpfiff beinahe die Emotionen übermannt. "Mir kam fast eine Glücksträne. Ich habe an meine verstorbene Oma gedacht, die heute Geburtstag hat - und dann war es so ein schöner Abend", berichtete Holtby. Das Lob Löws deutete auf mögliche weitere Bewährungschancen im DFB-Trikot hin, obwohl die Konkurrenz mit Platzhirsch Mesut Özil auf der zentralen Mittelfeldposition übermächtig scheint. "Ich möchte daran anknüpfen und meine Leistung bringen", sagte Holtby, der nun erstmal wieder mit Mainz 05 in der Bundesliga angreifen will.

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