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06.09.2020

Kroos: Havertz hat Riesenqualität - Wechsel macht besser

Toni Kroos (M) hält große Stücke auf Kai Havertz (l).
Bild: Christian Charisius/dpa

Fußball-Weltmeister Toni Kroos traut dem künftigen Chelsea-Profi Kai Havertz zu, sich nach seinem Abschied von Bayer Leverkusen in der Premier League durchzusetzen.

"Wenn er so weitermacht, wird er schwer aufzuhalten sein. Aber es gibt keine Garantien und immer auch Stolpersteine in einer Karriere", sagte der Mittelfeldstar von Real Madrid in einem Interview der "Bild am Sonntag". "Kai steht nun vor dem nächsten Schritt und einer neuen Situation. Auch darauf muss er sich erstmal einstellen, sich daran gewöhnen", fügte Kroos hinzu.

Grundsätzlich sieht der 30-Jährige einen Wechsel ins Ausland als Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. "Das macht einen als Spieler besser, das macht einen als Persönlichkeit besser", sagte Kroos im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF am Samstagabend. Es könne jedem nur gut tun, mit dem Druck umzugehen, sich gegen starke Konkurrenz durchsetzen zu wollen. Dazu komme eine andere Sprache.

Havertz durfte die DFB-Auswahl wegen seines Wechsels nach London vorzeitig verlassen und fehlt damit auch an diesem Sonntag (20.45 Uhr/ZDF) im zweiten Nations-League-Spiel gegen die Schweiz in Basel. Beim 1:1 gegen Spanien am Donnerstag hatte Bundestrainer Joachim Löw auf den 21-Jährigen freiwillig verzichtet. "Kai hat eine Riesenqualität. Wenn er diese ausschöpft, kann er ein sehr wichtiger Baustein bei der Nationalmannschaft werden", sagte Kroos in der "Bild am Sonntag".

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Indes sieht Kroos die Chancen auf eine Rückkehr von Thomas Müller ins DFB-Team eher als gering. Bundestrainer Joachim Löw wolle Spielern wie Serge Gnabry, Leroy Sané oder auch Timo Werner und Havertz Raum geben, sich zu entfalten. "Deswegen sagt mir mein Gefühl, dass Jogi Löw keine Rolle rückwärts macht", sagte Kroos in einem Interview der "Bild am Sonntag".

Forderungen, den Offensivspieler und Weltmeister von 2014 ins DFB-Team zurückzuholen, nannte Kroos "eine normale Reaktion". Müller hatte mit starken Leistungen beim FC Bayern erheblichen Anteil am zweiten Gewinn des Triples aus deutscher Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League. Bei Löw spielt der bald 31-Jährige aber ebenso wie sein Münchner Vereinskollege Jérôme Boateng keine Rolle mehr. Auch der Dortmunder Mats Hummels wird nicht mehr berücksichtigt.

"Jogi Löw hat die drei Weltmeister ja nicht gestrichen, weil sie schlechte Spieler wären, sondern weil er einen neuen Weg gehen wollte, einen Umbruch eingeleitet hat, jungen Spielern vertraut", erklärte Kroos. Dieser Weg sei ganz gut losgegangen. "Was würde passieren, wenn man hier wieder einen Rückzieher macht?", fragte der 30-Jährige von Real Madrid. "Thomas hat eine super Saison gespielt, aber dem Bundestrainer geht es nicht nur um die Form von heute, sondern um ein Projekt für die nächsten Jahre."

© dpa-infocom, dpa:200906-99-448228/3 (dpa)

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Kroos-Interview im ZDF-Sportstudio

Kroos-Interview in der "Bild am Sonntag" (hinter Bezahlschranke)

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