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Chelsea-Besitzer soll Tuchel 12-Spieler-Taktik vorgeschlagen haben

Glosse Von Florian Eisele
14.09.2022

Der Besitzer des FC Chelsea soll bei Tuchel eine 4-3-3-Taktik angeregt haben. Kurios daran: Es ist nicht das erste Mal, dass Tuchel diesen Vorschlag bekommt.

Der Job des Fußballtrainers kommt mit einigen Annehmlichkeiten daher: Lob und Anerkennung (wenn’s gut läuft), ein erkleckliches Salär (wenn man es in eine der oberen Ligen schafft) und die Verantwortung über das sportliche Schicksal von elf Kickern. Es gibt aber auch Schattenseiten: Immobilienbesitzer schrecken davor zurück, ihre Häuser an die Kurzzeitarbeiter an der Seitenlinie zu vermieten. Wenn es schlecht läuft, ist immer der Trainer schuld und dann kommen noch die Diskussionen mit Fachfremden und Ahnungslosen – also Journalisten, Fans und eigentlich allen anderen.

Tatsächlich muss es für ein taktisches Mastermind wie, sagen wir mal, Thomas Tuchel, nicht leicht sein, Diskussionen in manchen TV-Stammtischen zu verfolgen. Während sich der Trainer das Hirn über Formationen, Gegenpressing und abkippende Doppelsechser macht, ist die scheinbare Erklärung der Masse viel schlichter: Die Mentalität stimmt halt nicht.

Der Vorschlag für Tuchel: ein 4-3-3 mit zwölf Spielern

Tatsächlich scheint es aber zu Tuchels Schicksal zu gehören, sich über Jahre hinweg einem ebenso speziellen wie absurden Fluch ausgesetzt zu sehen. Nach dem Aus des 49-Jährigen beim FC Chelsea macht nun das Gerücht die Runde, dass die neuen Eigentümer Tuchel kurz vor dessen Aus einen Wechsel auf ein 4-4-3-System vorgeschlagen haben sollen. Damit hätte man tatsächlich Vorteile – hauptsächlich aber, weil man mit zwölf Spielern auflaufen würde.

Mittlerweile bemüht man sich beim FC Chelsea mit einem Dementi – doch es wäre eben nicht das erste Mal, dass die feinen Fußballneuronen Tuchels mit derartigem Vorschlag malträtiert worden wären. Aus seiner Zeit in Augsburg, wo er Jugendcoach des FCA war, ist die Geschichte eines Kneipenbesuchs überliefert. Darin ließ sich Tuchel vom Wirt, der eine Amateurmannschaft trainierte, dessen taktisches Konzept erklären, staunte ob der Finesse des Kollegen – und fragte zuletzt zu der vor ihm skizzierten Aufstellung: "Spielst du immer mit zwölf Mann?"

Ist es eine besondere Prüfung des für seinen absurden Humors bekannten Fußballgottes? Und gibt es vielleicht noch andere, baugleiche Flüche? Wird Pep Guardiola mit Vorschlägen belagert, die Stürmer mit aufgemotzten Mofas aufs Feld zu schicken, damit sie schneller am Ball sind? Will ein emsiger Jugendcoach Klopp zu einem Magneten im Ball überreden? Es ist wahrlich nicht leicht, das Trainergeschäft.

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