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Deutschland kann nur noch 1:1 - warum das auch eine guten Seiten hat

Glosse Von Florian Eisele
12.06.2022

Zum vierten Mal in Folge endet ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft 1:1 - das ist einerseits enttäuschend, hat aber auch seinen Charme.

Gary Lineker hatte lange Zeit recht. Der ehemalige Stürmer der englischen Nationalelf hatte nach der Niederlage seines Landes im WM-Halbfinale 1990 folgendes legendäres Zitat verfasst: "Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen." Das war lange richtig, vor allem nach den jüngsten Ergebnissen der DFB-Auswahl spricht aber einiges dafür, dass Linekers Aussage korrigiert werden müsste. Denn allem Anschein nach steht schon vor jeden 90 Minuten mit Beteiligung der deutschen Nationalelf stets das Ergebnis fest: ein 1:1.

Jüngster Beweis: Am Samstagabend stand in Ungarn jenes Ergebnis fest, das es zuvor auch schon gegen England, Italien und die Niederlande gegeben hatte. Der jeweilige Spielverlauf war dabei genauso unterschiedlich wie die Qualität der Gegner: Gegen die starken Engländer führte man in einem ansehlichen Spiel lange, gegen die biederen Ungarn boten die Jungs von Hansi Flick hingegen biedere Magerkost.

Das 1:1 ist besser als sein Ruf

Also nur 1:1. Nur? Das vermeintlich schnöde Ergebnis ist bei genauerem Hinsehen besser als sein Ruf. Es geht schon damit los, dass das 1:1 das häufigste aller Ergebnisse ist. Einer Untersuchung der TU München zufolge gehen etwa 10,5 Prozent aller Partien in der FußballBundesliga so zu Ende. Damit ist das 1:1 der VW Golf unter den Ergebnissen, die Nummer eins der Tipprunden-Ergebnisse.

Und tatsächlich scheint ein 1:1 durchaus seine Reize zu haben: Jeder durfte mal über ein eigenes Tor jubeln, keiner geht als Verlierer vom Platz, für jeden ist was dabei. Wobei: Dass sich die deutschen Kicker diesmal durchaus ein wenig als Verlierer gefühlt haben, liegt zwar auf der Hand: Gegen Ungarn sollte es endlich wieder einen Sieg geben, um in der wichtigen Nations League nach vorne zu kommen. Wobei es ja bald die Möglichkeit gibt, es wieder gut zu machen: Am Dienstag gegen Italien. Ein 1:1 erscheint durchaus realistisch.

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