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Ungewöhnliche Nord-Allianz: Warum Werder jetzt dem HSV die Daumen drückt

Glosse Von Florian Eisele
17.05.2022

Verkehrte Welt: Sonst gönnen sich Werder und der HSV nicht den Kabeljau auf dem Brötchen. Nun hofft Bremen, dass Hamburg mit aufsteigt - aus gutem Grund.

Wenn es hart auf hart kommt, ist man in der Wahl seiner Verbündeten nicht mehr so wählerisch. Das gilt nicht nur in Wirtschaft, der Politik und im Privatleben, sondern erst recht im Fußball. Wenn es kurz vor Ende der Saison auf die entscheidenden Spiele hingeht, kann jeder Schalker damit leben, wenn ein Spieler des BVB, dem man sonst in tiefer Feindschaft ergeben ist, ein Tor gegen einen direkten Konkurrenten erzielt.

Normalerweise sind auch der Hamburger SV und Werder Bremen zwei solcher Klubs, die sich nicht mal den Kabeljau auf dem Brötchen gönnen. Vor dem Relegationshinspiel zwischen eben jenem HSV und der Berliner Hertha überraschte nun folgende Aussage aus Bremen: Man drücke den Spielern der Hamburger ganz dolle die Daumen, damit der HSV in der kommenden Saison wieder in der Bundesliga spielt. Bitte, wie?

Werder Bremen hofft auf den HSV - aus purem Eigennutz

Wozu sollen die bereits aufgestiegenen Bremer noch mit den Rothosen fiebern? Die Antwort: purer Eigennutz. Bremens Geschäftsführer Klaus Filbry sagte dem Portal Deichstube, dass man dabei vor allem das Geld im Auge hat: "Für uns wäre es finanziell attraktiver, wenn der HSV aufsteigen würde, weil wir dadurch rund zwei Millionen Euro mehr Fernseh-Geld bekommen würden." Hintergrund: Je länger ein Verein in der ersten Liga spielt, desto höher ist der Anteil aus dem TV-Pott – und der HSV ist seit dem Sommer 2018 bekanntlich kein Erstligist mehr. Die Hertha hingegen spielt seit neun Jahren in der Beletage.

Ein Abstieg der Hertha würde hingegen – und jetzt wird es wirklich absurd – vor allem beim Stadtrivalen Union Berlin für Verdruss sorgen. Die beiden Vereine und ihre Fans sind nun auch nicht gerade als die engsten Freunde bekannt und fahren als selbst ernannter Arbeiterverein (Union) sowie als Big City Club (Hertha-Investor Windhorst) reichlich verschiedene Ansätze. Als Union-Kapitän Trimmel aber kürzlich seine Hoffnung äußerte, dass Hertha in der Liga bleiben solle, hatte das auch eher egoistische Züge. Denn in der vergangenen Saison gewann Union alle drei Stadtderbys gegen die Hertha.

Und wer will schon auf sichere Punkte verzichten? Eben.

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