Die (Selbst-)Darstellung von Regierungschefs hat eine lange Tradition. Die USA haben mit dem Mount Rushmore das vielleicht bekannteste Monument, in Italien hat fast jede Piazza eine Garibaldi-Statue, in Deutschland gibt es immerhin den Bismarckhering… Das Problem daran: Meistens geht es erst nach dem Tod für den jeweiligen Politiker richtig mit Statuen aller Art los. Ist ja auch nicht gerade bescheiden, als aktueller Staatschef eine Büste von sich selbst aufstellen zu lassen.
Das hielt bekanntlich US-Präsident Donald Trump nicht davon ab, dem John F. Kennedy Center in Washington auch noch seinen Namen zu verpassen. Seit kurzem trägt das Kulturzentrum nun die Namen Kennedy und Trump. Kam allgemein nicht so gut an, aber was kümmert das einen Trump?
In diesen Tagen gibt es dezente Hinweise, dass es in Italien etwas dezenter zugegangen sein könnte. Denn nach der Restaurierung der Basilika San Lorenzo in Lucina in Rom fiel einigen Besuchern auf, dass sich die Gesichtszüge eines Engels etwas verändert hatten. Das Fresko weist neuerdings eine frappierende Ähnlichkeit mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auf. Die Rechtspopulistin ist eine der wichtigsten Verbündeten Trumps in Europa. Passend dazu hält der Engel eine Landkarte in den Händen, auf der die Umrisse Italiens zu sehen sind. Das zuständige Bistum will die Angelegenheit mit dem zuständigen Pfarrer vertiefen. Welcher Künstler den Meloni-Engel erschaffen hat, ist bislang unklar. Die Sache hat jedoch das Zeug zum nationalen Aufreger, ist der Bischof von Rom doch kein anderer als Papst Leo XIV. Der kann am besten beurteilen, wie engelsgleich das Fresko denn nun ist.
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