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Kanu: Ricardo Funk fehlen 0,07 Sekunden zu Gold

Kanu

Ricardo Funk fehlen 0,07 Sekunden zu Gold

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    Ricarda Funk verfehlte den Sieg im Cross-Einzelzeitfahren nur knapp.
    Ricarda Funk verfehlte den Sieg im Cross-Einzelzeitfahren nur knapp. Foto: Fred Schöllhorn

    Es war ein Wochenende mit gemischten Gefühlen. Immerhin Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach), die in Augsburg lebt und trainiert, kam mit zwei Medaillen vom Kanu-Weltcup in Prag zurück. Andere deutsche Athletinnen und Athleten erlebten in Tschechien eher Enttäuschungen.

    Funk und Weltcup-Debütant Marten Konrad (WSC Bayer Dormagen) holten am Sonntag Silber und Bronze im Cross-Einzelzeitfahren. Ganz stark und überraschend dabei die Leistung von Konrad, der sich in letzter Sekunde bei der nationalen Qualifikation für das WM-Team qualifizieren konnte. Rund eine Stunde musste der 20-Jährige warten und konnte zuschauen, wie starke, erfahrene Paddler nicht an seiner Zeit auf der schwierigen und langen Strecke nicht vorbeikamen. Am Ende musste er lediglich dem Italiener Giovanni de Gennaro und Joseph Clarke den Vortritt lassen.

    Ricarda Funk verpasste um 0,07 Sekunden Gold, das sich die Tschechin Katerina Bekova sicherte. Bronze ging an Marjorie Delassus aus Frankreich. „Ich bin total happy. Cross ist ja ein bisschen meine Wackeldisziplin“, sagte die 34-Jährige. „Man weiß nie so richtig, was herauskommt, selbst beim Time Trial nicht.“ Die Tore, speziell die Aufwärtstore, seien schwer zu befahren gewesen. „Ich war sehr aufgeregt und habe mich aber durchgekämpft. Der Zielspurt war sehr lang.“ Am Ende sei sie sehr überrascht über ihre Zeit gewesen.

    Funk muss bis zur Ziellinie kämpfen

    In den folgenden Kopf-an-Kopf-Rennen der besten 32 Paddler war es ein harter Kampf bis zuletzt. In einem Endspurt auf der Zielgerade sicherte sich Ricarda Funk die Bronzemedaille im Kajak-Cross-Finale. Das Nachsehen hatte dabei die US-Amerikanerin Evy Leibfarth. Gold gewann Camille Prigent (Frankreich) vor Klaudia Zwolinska (Polen). „Ich bin unheimlich glücklich, dass ich mich heute hier durchkämpfen konnte. Ich habe bis zur Ziellinie gekämpft. Ich wusste, es könnte ein Photofinish werden“, sagte Funk. Denn beide Athletinnen hatten nahezu gleichzeitig die beiden letzten, parallel hängenden Aufwärtstore verlassen.

    Bei den Canadier-Wettkämpfen am Samstag hatte es dagegen meist Enttäuschungen gegeben. Es war ein Abwägen zwischen Risiko und Sicherheit. Wem dieses Gleichgewicht nicht gelang, der konnte schon einmal baden gehen. Und so ist es selbst dem erfahrenen Canadierspezialisten Sideris Tasiadis (Kanu Schwaben) ergangen. Nicht gerade ein Vergnügen in der Moldau. Allein ihr Geruch bringt so manchen Athleten zum Würgen. „Eigentlich wollte ich kein Moldau-Wasser trinken“, sagte Tasiadis lachend – trotz seines Missgeschicks einer ungewollten Kenterrolle, „es ist ja nicht das sauberste hier“.

    Tasiadis unterläuft ein grober Fehler

    Doch nicht nur der Routinier ist an dieser selektiv gehangenen Strecke gescheitert, auch alle anderen deutschen Canadierboote verpassten das Finale der Top-Zwölf deutlich. „Es war definitiv nicht das, was wir uns vorgestellt haben“, resümierte Cheftrainer Thomas Apel. Routinier Tasiadis fand sich als 59. und damit Letzter auf der Tabelle wieder. Der 36-Jährige war bis zur schwierigen Torkombination elf bis zwölf gut unterwegs. „Ich war eigentlich gut dran. Ich wollte es an der linken Stange von Tor zwölf ein bisschen eng machen. Dazu musste ich mich auf der rechten Kante ein bisschen weit herauslehnen. Und da habe ich die Kante verloren und dann musste ich rollen“, erklärte der Augsburger. „Das ist natürlich suboptimal.“ Zumal er damit die folgenden drei Tore verpasste, verbunden mit 150 Strafsekunden. „So grobe Fehler dürfen nicht passieren“, sagte er selbstkritisch.

    Es war eine ganz spezielle Strecke, viel musste gegen die Strömung gearbeitet werden. „Man kommt nicht gut ins Fahren“, sagte Tasiadis. „Ich weiß nicht, ob der Trend gut oder schlecht für unseren Sport ist.“ Seinen im vorigen Jahr verletzten Ellbogen habe er inzwischen gut im Griff, aber den dadurch bedingten Trainingsrückstand merke er noch deutlich. Mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf sagte der Augsburger, „wenn der Trend mit solchen Streckenhängungen so weitergeht“, müsse er diese Situationen noch viel mehr im Training einbauen. Weiter geht es für die Kanuten bereits ab Freitag beim Heim-Weltcup in Augsburg. (AZ)

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