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25.03.2020

Reifenlieferant Pirelli betont: Wollen keinen Streit

Laut Lieferant Pirelli seien die Reifen falsch angewendet worden.
Bild: Nigel Roddis (dpa)

Auch die Teams haben nach Ansicht von Pirelli zum Reifen-Desaster von Silverstone maßgeblich beigetragen. Um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, betont Pirelli die gute Zusammenarbeit und beteuert, niemanden attackieren zu wollen.

Pirelli hat den Formel-1-Teams eine Mitschuld am Reifen-Desaster von Silverstone gegeben. In einer ersten ausführlichen Ursachen- und Fehleranalyse kündigte der Reifenhersteller zwar die ersten Sofortmaßnahmen an.

Pirelli stellte aber auch fest, dass "die 2013er Reifen die Sicherheit nicht gefährden, wenn sie korrekt benutzt werden". Falsch montierte Hinterräder und ein extrem niedriger Luftdruck hätten zu der Serie von Reifenplatzern am vergangenen Sonntag beigetragen. Kurz nach dieser Mitteilung stellte Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery klar: "In keiner Weise beabsichtigen wir, einen Streit auszulösen oder irgendjemanden zu attackieren."

Nicht erst seit dem Silverstone-Rennen, bei dem an vier Autos der linke Hinterreifen geplatzt war, bringen die Teams bewusst das rechte Hinterrad links an und umgekehrt. Die Ingenieure hatten festgestellt, dass sich die Leistung so verbessern lässt. Durch die asymmetrische Struktur der Pneus in diesem Jahr seien sie aber nicht austauschbar, stellte Pirelli nun fest und räumte ein: Man habe dies unterschätzt. Dieser Reifentausch soll als Folge der gefährlichen Ereignisse beim Großen Preis von Großbritannien verboten werden.

Reifenlieferant Pirelli betont: Wollen keinen Streit

Zudem wurde als weitere Erste-Hilfe-Aktion für das Deutschland-Rennen am Wochenende der Einsatz der bereits für das Kanada-Rennen vor rund einem Monat geplanten Hinterreifen beschlossen. In diesen ist statt eines Stahlbands eine Kohlefaser-Struktur verarbeitet.

Ab dem übernächsten Rennen in Budapest sollen komplett neue Reifen geliefert werden, die symmetrisch und eine Kombination aus den Vorjahres-Pneus mit den aktuellen sind. Diese sollen bei den Testfahrten vom 17. bis 19. Juli auf dem Kurs in Silverstone geprüft werden - mit den Stammpiloten und in den Rennautos dieser Saison.

Dafür ändert der Weltverband eigens die Regeln. "Manchmal braucht es dramatische Ereignisse, damit alle an einem Strang ziehen", kommentierte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff die Änderungen am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz: "Die Erleichterung ist groß."

Neben dem Radwechsel und dem niedrigen Luftdruck soll nach Angaben von Pirelli auch der "extreme" Radsturz zu den verheerenden Defekten zuletzt beigetragen haben. Dabei geht es um den Winkel, mit dem die Radfläche auf der Strecke aufliegt. Zu guter Letzt führte Pirelli auch noch die besonders "aggressiven" Randsteine in Silverstone in den schnellen Kurven auf. In seiner nachgereichten Stellungnahme unterstrich Hembery, dass Teams, Fahrer, der Automobil-Weltverband und das Formula One Management in der aktuellen Lage Pirelli unterstützen würden. (dpa)

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