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Relegation
24.05.2022

"Totgesagte leben länger" – die Stimmen zum Relegationsspiel zur Bundesliga

Pure Emotionen nach dem Abpfiff in Hamburg bei Herthas Oliver Christensen (links) und Prince Boateng.
Foto: Eibner Pressefoto, dpa

Hertha BSC siegt in Hamburg und bleibt damit in der Bundesliga. Der HSV bleibt in der 2. Bundesliga. Nach dem Abpfiff kommt es zu großen Emotionen. Die Stimmen zum Relegationsspiel.

Es war ein Thriller, der einen großen Sieger und einen am Boden zerstörten Verlierer schuf: Hertha BSC hat sich in letzter Minute gerettet und bleibt in der Bundesliga. Der Hamburger SV muss sich hingegen auf sein fünftes Jahr in Folge in der 2. Bundesliga einstellen. Nach dem Hinspiel hatte vieles darauf hingedeutet, dass der HSV den ersehnten Aufstieg in das deutsche Oberhaus schaffen würde. Doch der 1:0-Sieg in Berlin reichte nicht, die Hanseaten verloren im heimischen Volksparkstadion mit 0:2.

Während die Hamburger nach dem Schlusspfiff nach Worten rangen, war bei den Berlinern die Euphorie groß. Wir haben die Stimmen zum Spiel von Sky und Sat.1 zusammengetragen.

Stimmen zu Hamburger SV – Hertha BSC: Boateng gibt sich emotional

Felix Magath, Trainer von Hertha BSC: "Für mich war es ein sensationeller Auftritt, vor vollem Hause und 57.000 Zuschauern. Ein wichtiges Spiel, wo es um alles ging. Beide Mannschaften haben ein gutes Spiel gezeigt. Es war auch für die Zuschauer ein Erlebnis. Wir hatten das glücklichere Ende. Ich freue mich. Aber auf der anderen Seite ist auch ein schweres Herz dabei, dass ich mitgeholfen, den HSV nächstes Jahr nicht in der 1. Liga zu sehen.

... über seine Zukunft: "Ich weiß, dass ich mir keine machen brauche um die Zukunft. Daher gehe ich gelassen aus dem Stadion raus. Jetzt war es das. Mein Job ist jetzt beendet. Ich bin froh und glücklich, dass wir in der Liga geblieben sind. Ich werde nach Hause gehen und Holz hacken."

Video: dpa Exklusiv

Kevin-Prince Boateng, Hertha BSC: "Ich bin erstmal zusammengesackt. Ich war kaputt und habe alles rausgehauen. Totgesagte leben länger. Das gilt auch für mich. Die ganze Saison haben Menschen mich totgesagt und gemeint, ich habe es nicht mehr drauf und kann nichts mehr. Ich muss dem Trainer sehr viel Respekt zollen. Er hat mir sogar gesagt, dass ich aussuchen kann, wer spielt. Er hat mir freie Hand gelassen. Ich habe mit ihm die bestmögliche Mannschaft aufgestellt. Es war von Anfang an klar: Entweder wir knallen komplett gegeneinander oder wir verstehen uns überragend. Wir haben uns sehr, sehr gut verstanden, mit sehr viel Respekt."

... zu einem möglichen Karriereende: "Na klar habe ich noch Lust. Ich habe immer gesagt, dass ich weiterspielen will, so lange ich noch das Feuer in mir habe. Und ich habe heute gesehen, dass ich doch noch ein wenig mithalten kann. Wir setzen uns in Ruhe zusammen und sehen dann, was passiert."

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HSV-Trainer Walter nach Relegationsspiel zur Bundesliga "furchtbar enttäuscht"

Sebastian Schonlau, Kapitän des Hamburger SV: "Wenn du so ein Ding verlierst, dann tut das weh. Am Ende ist es einfach beschissen. Wir haben uns das alles anders vorgestellt. Wir haben nicht das geschafft, was wir schaffen wollten. Es ist bemerkenswert, was die Fans machen. Aber es tut umso mehr weh, wenn man sieht, was der Aufstieg den Fans bedeutet hätte. Jeder muss damit selbst umgehen, aber um uns muss sich keiner Sorgen machen. Wir werden wiederkommen."

Tim Walter, Trainer des Hamburger SV: "Ich bin furchtbar enttäuscht. Wenn man so hart arbeitet und dann so einen bitteren Moment erlebt, tut das einfach weh. Keiner hat das verdient und ich bin stolz auf alle Beteiligten, die Truppe, den Verein, meine Mitstreiter. Der Unterschied war, dass die zwei Standards reingemacht haben und wir nicht. Aber ich habe jetzt keine Nerven, darüber zu reden. Ich bin stolz auf meine Jungs. Die haben etwas geschaffen, dass hier etwas entsteht. Alles andere ist nur pure Enttäuschung. Heute gar nichts mehr. Ich habe doch einmal schon gesagt, dass ich stolz bin auf meine Jungs. Die Jungs haben die ganze Stadt angezündet - beim Rest müsst ihr Verständnis für haben, dass ich dazu keinen Bock habe zu reden, oder? Solche Gefühle, wenn man die nicht erlebt hat, kann man die nicht beschreiben. Wenn man sich alles hart erarbeitet hat und dann den Boden weggerissen bekommt, das ist schwer zu beschreiben. Trotzdem bin ich stolz auf meine Mannschaft und den Verein. Alles andere ist nur pure Enttäuschung."

Video: dpa

Bobic über Magath: "Er war unser Retter"

Fredi Bobic, Geschäftsführer von Hertha BSC: "Sie haben unglaublich gekämpft, waren hinten kompakt und haben vorne angegriffen. Wir haben Hamburg weniger ins Spiel gelassen und vorne eiskalt zugeschlagen. Wir hatten auch mehr Torchancen - als Verbund haben wir es gut gemacht. Die Leidenschaft, mit der wir in jeden Ball gegangen sind, war beeindruckend. So muss eine Mannschaft spielen - sie hat gebraucht, um sich zu finden. Nun war es so weit."

... zu Magath: "Er war unser Retter in der richtigen Situation mit seinem Trainerteam, welches Herzblut reingesteckt hat. Jeden Tag aufs Neue hat er die Jungs aufgebaut. Die Mannschaft, die aufgestellt war, war top."

Jonas Meffert, Hamburger SV: "In der Relegation brauchst du Glück und man bekommt kaum Chancen. Ich glaube, viele andere Leute und Bundesligisten hätten sich gefreut, wenn wir aufgestiegen wären.

Jonas Boldt, HSV-Boss: "Wir wollen den Kader so zusammenhalten und punktuell verstärken. Wir müssen schauen, welche Ressourcen wir dafür zur Verfügung haben. Aber ich glaube, wir sollten den Weg beibehalten."

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