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WTA-Turnier

23.05.2019

Aus nach XXL-Duell: Friedsam verpasst Halbfinale in Nürnberg

Anna-Lena Friedsam unterlag nach sehr langem Kampf.
Bild: Daniel Karmann (dpa)

Anna-Lena Friedsam musste wegen einer Schulterverletzung lange pausieren. Die 25-Jährige kämpft sich allmählich wieder zurück und verpasste beim Nürnberger Tennisturnier eine dicke Überraschung.

Erst nach einem Marathon-Match im XXL-Format hat Anna-Lena Friedsam aus Andernach den Einzug ins Halbfinale beim Nürnberger Tennisturnier verpasst.

Die ehemalige Weltranglisten-45. unterlag nach der längsten Partie der Turniergeschichte als letzte beim WTA-Event verbliebene Deutsche der an Nummer eins gesetzten Julia Putinzewa aus Kasachstan mit 5:7, 7:6 (7:5), 6:7 (2:7).

Erst nach hochintensiven drei Stunden und 21 Minuten Spielzeit musste sich die 25-Jährige der gebürtigen Moskauerin geschlagen geben, die gleich ihren ersten Matchball verwandelte. Die heißblütige Putinzewa trifft nun im Halbfinale des Versicherungscups am Freitag auf die Rumänin Sorana Cirstea. Das zweite Semifinale bestreiten die an Nummer zwei gesetzte Tschechin Katerina Siniakova und Tamara Zidansek aus Slowenien, die sich am Abend mit 6:4, 2:6, 6:3 gegen die Russin Veronika Kudermetowa behauptete.

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"Ich habe versucht, bis zum Ende zu kämpfen und mich zu fokussieren", sagte Putinzewa, die Friedsam offenbar wegen eines Missverständnisses zunächst den obligatorischen Handschlag nach der Partie versagte. "Ich habe null Probleme mit ihr", versicherte die Kasachin.

Friedsam wird aktuell nach einer zweifachen Schulteroperation nur noch auf Position 523 in der Welt geführt. Für die Profispielerin war es das erste Viertelfinale auf der WTA-Tour seit Mai 2016, als sie ebenfalls in Franken den Sprung unter die besten vier Athletinnen verpasst hatte.

Friedsam war nach einem klaren Zweisatz-Erfolg gegen Andrea Petkovic ins Viertelfinale eingezogen - und auch dort zeigte sie auf dem Center Court eine beherzte Leistung. Nach einem Vorhandfehler musste sie im ersten Durchgang zwar ihren Aufschlag zum 2:3 abgeben. Doch während die Kasachin in der Folge immer wieder lamentierte und ihren Schläger auf den Platz donnerte, blieb Friedsam besonnen und breakte zum 4:4.

Dann ließ die 25-Jährige die große Chance ungenutzt: Beim Stand von 5:4 konnte sie zwei Satzbälle nicht verwerten. Im Gegenzug holte sich Putinzewa mit dem ersten von zwei Breakbällen Friedsams Aufschlag zum 6:5 und sicherte sich mit einem Vorhand-Winner den ersten Abschnitt.

Auch im zweiten Satz erwischte Putinzewa, die zuvor Mona Barthel aus Neumünster ausgeschaltet hatte, den besseren Start und schnappte sich das Break zum 2:1. Friedsam, die einen Verband am linken Knie trug, ging gegen die 24-Jährige aber weiter kraftvoll die Duelle von der Grundlinie mit und glich zum 3:3 aus. Dank einer starken Vorhand ging die Deutsche mit 5:4 in Front, nachdem sie zwei Breakbälle abgewehrt hatte.

In dem kraftraubenden Schlagabtausch ließ Friedsam nicht nach und erzwang den Tie Break. Ihren ersten Satzball konnte sie noch nicht nutzen, nach dem erfolgreich verwandelten zweiten ballte sie aber erleichtert die Faust.

"Wir haben schon ein paar Mal bei den Junioren gegeneinander gespielt und es war immer hart", hatte Friedsam vor dem Duell gesagt. Und es blieb auch im Entscheidungssatz zwischen beiden Spielerinnen hochintensiv. Erst breakte Putinzewa, dann breakte Friedsam, die bei 5:5 sogar noch einen Breakball ausließ. Der Tie Break musste in dieser XXL-Partie die Entscheidung bringen. Und erst dort ging der Deutschen, der vom Publikum frenetisch applaudiert wurde, die Luft aus. (dpa)

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