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Skispringen

04.10.2012

Ausgebremst, aber Schmitt will weiter springen

Skisprung-Routinier Martin Schmitt gibt sich angriffslustig. Foto: Andreas Gebert dpa

Die jungen Wilden fliegen Martin Schmitt davon, doch der Altmeister lächelt. Keine Spur von Resignation ist beim viermaligen Skisprung-Weltmeister zu spüren, obwohl derzeit vieles, wenn nicht gar alles, gegen ihn spricht.

Das Ende seiner Laufbahn, die im zarten Alter von sechs Jahren begann, will der inzwischen 34-Jährige nicht verkünden. Stattdessen zeigt er sich kampfentschlossen und angriffslustig.

Der Oberhofer Andreas Wank holt sich den Gesamtsieg im Sommer-Grand-Prix in Klingenthal, Severin Freund (Rastbüchl) gewinnt das Finalspringen - doch Martin Schmitt genießt ein mediales Interesse, als ob er der Sieger ist. Der Schwarzwälder hat sich damit abgefunden, dass mittlerweile immer Fragen nach seinem Gesundheitszustand und nach seinen Zielen gestellt werden. Die nach einem etwaigen Rücktritt nie. Zumal sie von Schmitt weggelächelt werden würden. "Ziele für den Winter stelle ich mir nicht, zumindest nicht öffentlich", sagt er nach seinem 20. Platz in Klingenthal.

Dorthin kam er in einer für ihn völlig neuen Rolle. Schmitt gehört nicht mehr zum A-Nationalmannschaftskader, erhielt die Startberechtigung nur im deutschen B-Kontingent. "Der Rückstand nach meiner Knieverletzung im letzten Drittel der vergangenen Saison war größer als ich gedacht hatte. Mir fehlt die Konstanz in den Sprüngen, es geht nur Schritt für Schritt voran. Erzwingen kann man beim Skispringen eh nichts", erzählt der einstige Vorspringer des deutschen Teams.

Ausgebremst, aber Schmitt will weiter springen

Seine Knieverletzung wurde konservativ behandelt, ohne Operation. "Wenn ich viel springe, merke ich es schon noch. Ich muss alles genau dosieren", bemerkt er, um gleich darauf angriffslustig anzukündigen: "Ich bin hochmotiviert und habe den Ehrgeiz, es wieder zu schaffen."

Das weiß auch Bundestrainer Werner Schuster, der einen genauen Plan hat. "Nach den deutschen Meisterschaften ab Freitag hier in Klingenthal werden wir uns zusammensetzen und beraten, wie es weitergeht. Martin will das Loch unbedingt schließen, das sich aufgetan hat", sagt der Coach. Abschieben will er Schmitt nicht. "Martin nutzt derzeit seine Einsatzchancen, mehr nicht. Die Springen im Continentalcup waren mittelklassisch, die Weltcupreife fehlt ihm momentan. Ich kann mir vorstellen, dass er dieses Niveau wieder erreicht. Wann das aber sein wird, ist unklar", betont Schuster.

In den Winter wird er zunächst ohne den Routinier starten. Der gibt seine Erfahrungen derweil an die ganz jungen Kollegen weiter. "Er ist ein toller Mentor", lobt Schuster. Schmitt selbst hat damit keine Probleme, mit 15- bis 18-Jährigen gemeinsam in einem Team zu stehen. "Ich stehe nicht unter dem Druck, mich beweisen zu müssen. Wir gehen ganz kollegial miteinander um, haben Spaß. So direkt fragt mich auch keiner nach irgendwelchen Tipps", sagt der Schwarzwälder. Vielleicht ist es schon ein Vorgeschmack auf die Zeit nach der Karriere. Aber die, so scheint es, könnte noch ein, zwei Jahre andauern. (dpa)

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