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Großer Preis von Berlin

28.07.2019

Beerbaum genießt Platz 2: "Alter Hund, der Blut riecht"

Ludger Beerbaum (l-r), Dani G. Waldman und Christian Ahlmann auf dem Siegertreppchen. Foto: Britta Pedersen
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Ludger Beerbaum (l-r), Dani G. Waldman und Christian Ahlmann auf dem Siegertreppchen.
Bild: Britta Pedersen (dpa)

0,35 Sekunden fehlen Ludger Beerbaum beim Fünf-Sterne-Reitturnier in Berlin zum Sieg. Der Altmeister nimmt es überraschend gelassen und verblüfft stattdessen.

Inzwischen kann Ludger Beerbaum auch zweite Plätze genießen. Nach dem knapp verpassten Sieg im Großen Preis von Berlin goss der 55 Jahre alte Springreiter der Gewinnerin Champagner über den Kopf, strahlte und feierte.

Der früher gnadenlos ehrgeizige Beerbaum lässt seine beispiellose Karriere langsam auslaufen - zeigte beim Turnier in der Hauptstadt aber noch einmal seine Klasse.

"Schön, wenn der alte Mann bei der Jagd mitmachen darf", kommentierte der Routinier grinsend das Stechen. Vergnügt fügte er an: "Das ist wie ein alter Hund, den man mit auf die Jagd mitnimmt - der wird auch wieder heiß, wenn er Blut riecht."

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0,35 Sekunden fehlten Beerbaum bei der dritten Auflage des Fünf-Sterne-Reitturniers in Berlin zum Sieg. Der Springreiter aus Riesenbeck musste sich am Samstag beim Höhepunkt der Veranstaltung im Sattel von Cool Feeling nur Dani G. Waldman geschlagen geben. Dank des schnellsten fehlerfreien Rittes setzte sich die für Israel startende US-Amerikanerin im Stechen mit Lizziemary durch.

"Ich war dran, aber ich bin auch mit Platz zwei super zufrieden", sagte Beerbaum: "Es fühlt sich gut an." Damit gerechnet hatte er ohnehin nicht: "Wenn mir heute Morgen jemand gesagt hätte, dass ich die Qualifikation gewinne und im Großen Preis Zweiter werde, hätte ich sofort unterschrieben."

Der erfolgreichste Springreiter der letzten Jahrzehnte befindet sich gewissermaßen auf einer langen Ehrenrunde. Vier goldene Medaillen bei Olympia gehören zu seiner Erfolgsbilanz, zwei bei Weltmeisterschaften, sechs bei Europameisterschaften. Doch nachdem er bei Olympia in Rio den Rücktritt aus der Nationalmannschaft verkündet hatte, lässt er es ruhiger angehen. Siege in Großen Preisen, die er Anfang des Jahrhunderts in bemerkenswerter Häufigkeit aneinanderreihte, sind schon länger die Ausnahme.

"Der Druck ist ein bisschen weniger, das ist auch nicht schlimm", sagte Beerbaum: "Ich habe viele Jahre Druck genug gehabt, manchmal auch selber gemacht." In seiner erfolgreichsten Zeit war er nach knapp verpassten Siegen im Stechen meistens ungenießbar.

Jetzt schätzt er es, immer noch dabei zu sein. Natürlich umso mehr, wenn er erfolgreich ist. Mit seinem zweiten Platz schaffte Beerbaum auch die Qualifikation für das hoch dotierte Einzel-Finale der Global Champions Tour im November in Prag. Da Berlin-Gewinnerin Waldman nach Shanghai zum zweiten Mal auf Platz eins ritt, rückt Beerbaum als Berlin-Zweiter nach und erhält einen der 18 Startplätze für die Sieger der Tour-Etappen.

Einen der Final-Plätze sicher hat auch Christian Ahlmann, der in Berlin Dritter wurde. Der 44-Jährige aus Marl war in dem mit 300 000 Euro dotierten Großen Preis mit Take A Chance On Me der schnellste Reiter, hatte aber einen Abwurf. "Ich bin nicht zufrieden mit mir, das war mein Fehler", sagte Ahlmann, der mit dem Pferd vor drei Wochen die Tour-Etappe in Paris gewonnen hatte. (dpa)

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