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02.06.2008

Das große Flattern in Österreich

Foto: foe/dt

Die österreichischen Autofahrer dürfen während der EM ihre Fahnen inden Wind hängen. Bisher hatte ihnen dies dieKraftfahrgesetzdurchführungsverordnung verwehrt.

Von Marcus Bürzle, Wien/Augsburg

Die österreichischen Autofahrer dürfen während der EM ihre Fahnen in den Wind hängen. Bisher hatte ihnen dies die Kraftfahrgesetzdurchführungsverordnung verwehrt.

Ein Stückchen Stoff und ein Plastikstab haben über Pfingsten die Österreicher erregt. Fans, Polizisten, Journalisten, Juristen und Minister trieb eine Frage um: Dürfen österreichische Fußballanhänger ihre Freude und ihren Patriotismus während der Europameisterschaft auch mit Fähnchen an ihren Autos zeigen?

Im deutschen Sommermärchen des WM-Jahres 2006 waren die Autofähnchen der Renner. Aber Deutschland kennt im Gegensatz zu Österreich kein Kraftfahrgesetz und keine Kraftfahrgesetzdurchführungsverordnung. Kurz gesagt steht dort, dass nur die höchsten Würdenträger der Alpenrepublik mit einen rot-weiß-roten Fähnchen samt Adler durch die Lande fahren dürfen. Dem niederen Volk droht dagegen eine Geldbuße von bis zu 5000 Euro, sagte eine Polizeijuristin.

Viele Fans waren empört. Pikant war auch die Aussage, dass Fans aus dem Ausland ihre Fähnchen ganz ungestraft in den Fahrtwind hängen könnten: die deutsche Fahne hat schließlich nichts mit der österreichischen gemeinsam.

Doch Verkehrsminister Werner Faymann hat ein Machtwort gesprochen: Während der EM werden staatstragende Fahnen und Wimpel am Auto nicht bestraft. Damit alles korrekt über die Bühne geht, wird die Flatter-Erlaubnis per Erlass geregelt. Nach der EM könnte der Anti-Fahnen-Flatter-Paragraf vielleicht ganz aus dem Gesetz fliegen. Faymanns Kollege, Innenminister Günther Platter, stellte sich auch auf die Seite der Fans: Es wäre völlig absurd, dass österreichische Fans, die eine Fahne am Fahrzeug angebracht haben, von der Polizei bestraft werden. Patriotismus sei während der WM ausdrücklich erwünscht, nicht verboten.

Eine Frage haben aber weder die Juristen noch die Politiker geklärt: Können die österreichischen Fußballer während der EM überhaupt Begeisterung in ihrem Heimatland auslösen? Von zuletzt 14 Spielen verlor die Nationalmannschaft sieben. Eine österreichische Initiative forderte den EM-Verzicht ihres Heimatlandes. Und eine Designerin aus Graz verkauft seit Kurzem ihre Euro-Modekollektion - Logo: Zu Gast bei Verlierern.

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