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Sportereignisse

11.05.2015

EU-Abgeordnete für größere Rolle von Menschenrechten bei Sportevents

Elena Valenciano ist die Vorsitzende des Menschenrechts-Ausschusses der EU.
Bild: JuanJo Martin (dpa)

Europaparlamentarier und Human Rights Watch prangern gut einen Monat vor den Europaspielen in Baku eine größere Rolle von Menschenrechten bei der Vergabe von Sportevents an.

Die Entscheidung für einen Gastgeber hätte weitreichende Konsequenzen, sagte die Vorsitzende des Menschenrechts-Ausschusses, die sozialistische spanische Abgeordnete Elena Valenciano, in einer Anhörung zu dem Thema in Brüssel.

Menschenrechte müssten eine Schlüsselrolle bei der Vergabe durch das Internationale Olympische Komitee oder den Fußball-Weltverband FIFA einnehmen, verlangten mehrere EU-Parlamentarier. Sie wollen eine Resolution zum Thema Menschenrechte und Sportereignisse erarbeiten. Kritiker der Vergabemechanismen sagten, es gebe eine Tendenz, Sportereignisse an autoritär regierte Staaten zu geben wie zum Beispiel Olympia 2008 in Peking oder die Fußball-WM 2022 an Katar. Vertreter von FIFA und der Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees Europas (EOC) verteidigten ihr Vorgehen.

Human Rights Watch kritisierte mit Blick auf die Europaspiele in Baku erneut Verstöße gegen die Menschenrechte und Pressefreiheit in Aserbaidschan. Die Organisation forderte ein Handeln von Sportverbänden und Politik. "Wir rufen Regierungen auf, keine hochrangigen Delegationen zu der Eröffnungsfeier zu schicken", sagte HRW-Europa- und Zentralasien-Direktor Hugh Williamson in Berlin mit Blick auf den Start der ersten Europaspiele am 12. Juni.

Die Organisation veröffentlichte einen Bericht über die aktuelle Situation in Aserbaidschan. "Die Regierung geht härter gegen Kritiker vor als jemals zuvor", erklärte die ebenfalls für diese Region zuständige Jane Buchanan. Human Rights Watch zufolge seien im vergangenen Jahr 35 Journalisten, Menschenrechtler und politische Aktivisten strafrechtlich verfolgt oder verhaftet worden.

Ein Aufruf zum Boykott komme für HRW aber nicht infrage. "Dies tut den Leuten weh, die nicht für die Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, den Sportlern, Fans und Teams", sagte Buchanan. "Wir erwarten, dass das EOC nicht stumm zuschaut, sondern sich für die Freilassung von Journalisten einsetzt."

Das EOC hatte zuletzt erklärt, dass man "innerhalb des politischen Kontextes operieren" müsse. "Es ist nicht die Position des EOC, die rechtlichen oder politischen Vorgänge in einem souveränen Staat anzuzweifeln oder zu beurteilen", hieß es vor knapp zwei Wochen in einer Stellungnahme. Der Deutsche Olympische Sportbund hatte sich zuletzt "beunruhigt" über "die Einschränkung der Pressefreiheit und die Repressalien gegen Journalisten und Medien" gezeigt. (dpa)

Europaspiele beim DOSB

Baku 2015

Zeitplan Baku 2015

Human Rights Watch

EOC-Statement beim Guardian

Mitteilung des EU-Parlaments

Video der Anhörung

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