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25.03.2020

Ex-Gerolsteiner-Arzt Schmidt kommt Vorladung nicht nach

Im Betrugsprozess gegen Radprofi Stefan Schumacher lässt die erste Zeugenaussage eines Arztes des früheren Rennstalls Gerolsteiner weiter auf sich warten. Statt im Landgericht Stuttgart zu erscheinen, spannt Sportmediziner Mark Schmidt an der Ostsee aus.

Der Erfurter Mediziner Mark Schmidt ist auch seiner zweiten Vorladung als Zeuge im Betrugsprozess gegen Radprofi Stefan Schumacher nicht gefolgt.

Vor dem neunten Verhandlungstag ließ der ehemalige Mannschaftsarzt des früheren Radsport-Teams Gerolsteiner das Landgericht Stuttgart per Fax wissen, dass er sich vom 26. Juni bis 3. Juli an der Ostsee in Urlaub befinde.

Wie der Vorsitzende Richter Martin Friedrich von der 16. Strafkammer erklärte, habe sich Schmidt mit dem Hinweis entschuldigen lassen, dass er am 18. Juni einen Hotelaufenthalt gebucht habe. Schmidt war bereits seiner ersten Einladung am 24. Juni nicht gefolgt, weshalb er damals vom Gericht ein Ordnungsgeld in Höhe von 500 Euro auferlegt bekam. Schmidt soll zusammen mit den anderen Gerolsteiner-Ärzten in seiner Zeit bei dem Team die Fahrer mit Dopingmitteln versorgt haben.

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Aus seinem Urlaub meldete sich auch Ernst Jakob, der zusammen mit seinem Ex-Kollegen Achim Spechter für diesen Donnerstag als Zeuge geladene leitende Teamarzt des inzwischen aufgelösten Rennstalls. Er könne den Termin nicht wahrnehmen, teilte Jakob mit, stünde aber am 6. August für ein persönliches Erscheinen zur Verfügung. Mit erhellenden Beiträgen von dem bekannten Sportmediziner und mehrfachen Olympiaarzt ist aber auch am vorletzten Verhandlungstag nicht zu rechnen. Wie Richter Friedrich erklärte, wolle Jakob sein Zeugnisverweigerungsrecht in Anspruch nehmen.

Der Paragraf 55 der Strafprozessordnung besagt, dass ein Zeuge nicht Stellung beziehen muss, wenn er sich durch seine Aussagen selbst belasten könnte. Jakob, Chefarzt der Sportklinik Hellersen, war früher Mitarbeiter der in Doping verstrickten Freiburger Sportmedizin und auch ehemaliger Betreuer von Jan Ullrich beim Team Bianchi.

Doping-Experte Werner Franke erstattete Ende April Anzeige gegen die Gerolsteiner-Ärzte wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz, Körperverletzung und Rezeptbetrugs. Die Freiburger Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

Am achten Verhandlungstag hatte der frühere Radprofi David Kopp pharmazeutischen Betrug zugegeben und ausgesagt, dass alle Teamärzte bei Gerolsteiner in Sachen Doping aufgeschlossen, ansprechbar und hilfreich gewesen seien. Kopp stärkte damit die Position Schumachers, der Betrug an seinem Arbeitgeber abstreitet. Da Teamchef Hans-Michael Holczer in engem Kontakt zu den Ärzten stand, habe er auch über die Dopingpraktiken der Fahrer gewusst, lautet die Argumentation des Radprofis aus Nürtingen. Holczer bestreitet das.

Die Staatsanwaltschaft wirft Schumacher vor, das Team Gerolsteiner um drei Monatsgehälter in Höhe von 151 463,50 Euro betrogen zu haben. Trotz Nachfrage habe er 2008 Doping bei der Tour de France geleugnet. Später war Schumacher positiv auf das Epo-Mittel Cera getestet und gesperrt worden. (dpa)

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