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Schach-Weltmeister

01.07.2020

Fairer Zug: Carlsen gibt absichtlich auf

Magnus Carlsen ist der amtierende Schach-Weltmeister.
Bild: Fredrik Varfjell/Bildbyran via ZUMA Press/dpa

Als Geste der Fairness hat Schach-Weltmeister Magnus Carlsen einen äußerst ungewöhnlichen Zug gemacht.

Im Online-Duell mit dem Weltranglistendritten Ding Liren aus China schenkte der 29 Jahre alte Norweger im dritten Zug erst seine Dame her - und gab nach dem Antwortzug auf. So "revanchierte" sich Carlsen dafür, dass er die vorangehende Partie ihres Wettkampfes in einer Stellung gewann, die auf ein Remis hinausgelaufen wäre - wenn die Internetverbindung des Chinesen nicht abgebrochen wäre.

"Ich habe enormen Respekt vor Ding als Spieler und als Mensch, und darum war das gegen ihn die einzig korrekte Art", sagte der Weltmeister, nachdem er das Match nach zwei weiteren Partien mit 2,5:1,5 für sich entschieden hatte. Die sportliche Geste des Norwegers stieß in den sozialen Netzwerken fast einhellig auf Lob.

Es war das erste von bis zu drei Matches im Halbfinale des mit 150.000 US-Dollar dotierten Chessable Masters auf der Plattform chess24, die zur Play-Magnus-Firmengruppe gehört. Das mit zwölf Weltklasse-Großmeistern besetzte Turnier ist die dritte Station der Magnus Carlsen Chess Tour um insgesamt eine Million US-Dollar Preisgeld.

Im Onlineschach kommt es immer wieder vor, dass Partien durch unzuverlässige oder langsame Internetverbindungen entschieden werden. Ding Liren hatte schon bei früheren Turnieren technische Probleme. Das kann an der "Great Firewall" liegen, die den chinesischen Behörden die Möglichkeit zu Kontrolle und Zensur gibt, aber Verbindungen zu internationalen Servern verlangsamt oder unterbricht.

© dpa-infocom, dpa:200701-99-635949/2 (dpa)

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