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Ackermann gestürzt

22.10.2019

Kein deutscher Triumph: Belgier gewinnt Deutschland-Tour

Hat sich den Sieg der Deutschland Tour gesichert: Der Belgier Jasper Stuyven. Foto: Bernd Thissen
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Hat sich den Sieg der Deutschland Tour gesichert: Der Belgier Jasper Stuyven.
Bild:  Bernd Thissen (dpa)

Ein starker Auftaktsieg und danach nicht mehr viel: Die deutschen Radprofis bleiben bei der Deutschland-Tour hinter den hohen Erwartungen zurück. Das ändert sich auch bei der Königsetappe nicht.

Pascal Ackermann stieg lädiert vom Rad, auch dem Tour-de-France-Vierten Emanuel Buchmann gelang auf der Königsetappe nicht mehr der erhoffte Coup: Die deutschen Radprofis haben den Gesamtsieg bei der Deutschland-Tour deutlich verpasst.

"Am Ende im Sprint konnte ich nicht viel ausrichten. Es lief nicht optimal für uns", befand Buchmann, der sich selbst für die Heim-Rundfahrt sowieso nur als Helfer gesehen hatte. Den Gesamtsieg holte sich stattdessen der Belgier Jasper Stuyven, der am Samstag auf dem Weg nach Eisenach die entscheidenden Sekunden herausgefahren hatte.

"Ich bin total glücklich. Das Team hat es perfekt gemacht. Das ist die erste Rundfahrt, die ich gewonnen habe. Das ist toll", sagte der erleichterte Stuyven nach der vierten und letzten Etappe, die am Sonntag über drei schwere Anstiege und 159,5 Kilometer in Thüringen von Eisenach nach Erfurt führte.

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Zur Verteidigung des Roten Trikots genügte ihm ein vierter Rang. Den Tagessieg holte sich der Gesamtzweite Sonny Colbrelli vor dem Dritten Yves Lampaert und Alexander Kristoff, der am Freitag die zweite Etappe nach Göttingen gewonnen hatte.

Besonders groß waren Frust und Schmerz am Ende bei Sprinter Ackermann, der nach einem Sturz mit Rückenschmerzen vorzeitig aussteigen musste. "Es hat doch ziemlich wehgetan. Wenn man nicht mehr treten kann, dann kann man halt nicht mehr fahren", sagte der 25 Jahre alte Südpfälzer im ZDF. Sein Soll hatte er bereits zum Auftakt mit einem Sieg in Halberstadt erfüllt, die folgenden Etappen wurden wie Klassiker gefahren und waren damit nichts für Ackermann. Bester Deutscher am Sonntag wurde Simon Geschke als Zehnter, in die Top-10 der Gesamtwertung schaffte es keiner.

Aus deutscher Sicht fällt das Fazit damit gemischt aus. Die Rundfahrt an sich, die 30 Jahre nach dem Mauerfall symbolisch immer wieder die frühere Grenze überquerte, wurde bei bestem Spätsommerwetter und hunderttausenden Zuschauern am Streckenrand erneut zu einem vollen Erfolg. Sportlich konnten Bergfahrer Buchmann, Klassikerspezialist Nils Politt und Co. die extrem hohen Erwartungen und Hoffnungen auf den Gesamtsieg aber diesmal nicht bestätigen.

Zwar hatte Ackermann am Donnerstag stark losgelegt, dabei sollte es aber auch bleiben. Die anspruchsvollen Teilstücke nach Göttingen und Eisenach hatten in Super-Talent Remco Evenepoel, Tour-Held Julian Alaphilippe oder den Etappensiegern Alexander Kristoff und Kasper Asgreen viele bleibende Protagonisten, die deutsche Gilde zählte diesmal trotz couragierter Attacken kaum dazu.

Buchmann, der bei der Tour noch am Tourmalet und in den Alpen geglänzt hatte, brachte seine Probleme auf den Punkt: "Im Sprint und für die Bonussekunden bin ich nicht schnell genug." Und die Berge, die im Vergleich zu den 2000 Meter hohen Tour-Riesen eher anspruchsvolle Hügel waren, waren nicht schwierig genug für den 26 Jahre alten Ravensburger.

Stattdessen verblüffte der 19 Jahre alte Belgier Evenepoel das versammelte Publikum mit einer 100-Kilometer-Solofahrt, die beinahe zum Etappensieg in Göttingen reichte. Deutschlands zurückgetretener Top-Sprinter Marcel Kittel lobte: "Man muss keine Kristallkugel mehr haben, um zu sagen, dass er seine Generation und diese Sportart prägen wird. Das ist ein absoluter Hammer." Der Thüringer Kittel trat erstmals nach seinem Rücktritt als Experte im ZDF auf. (dpa)

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