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Kapitänsamt

06.07.2010

Lahm gegen Ballack - welche Rolle spielt Löw?

Philipp Lahm will die Kapitänsbinde nicht freiwillig an Michael Ballack zurückgeben.
Bild: dpa

Es ist nicht weniger als ein Putschversuch. Philipp Lahm versucht, Michael Ballack aus der Mannschaft zu drängen. So wie es ausschaut mit dem Einverständnis von Joachim Löw.

Es ist nicht weniger als ein Putschversuch. Philipp Lahm versucht,Michael Ballack aus der Mannschaft zu drängen. So wie es ausschaut mitdem Einverständnis von Joachim Löw.

Gleich in mehreren Interviews hat Philipp Lahm angekündigt, nach der WM die Spielführerbinde nicht freiwillig an Michael Ballack zurück zugeben. Dabei war vor dem WM-Turnier noch klar gewesen, dass Lahm nur für den Verlauf der Südafrika-Reise das Amt des Spielführers inne hat. Danach sollte wieder Ballack die Mannschaft anführen.

Scheinbar fühlt sich Lahm nach der bisher erfolgreichen WM aber derart in seiner Position gestärkt, dass er den offenen Machtkampf mit Michael Ballack sucht. Der Zeitpunkt dafür scheint günstig. Lahm agiert aus einer Position der Stärke, der verletzte Ballack kann sich derzeit nicht wehren. Es ist eine Situation, die an Rang-Kämpfe aus dem Tierreich erinnern. Alt gegen Jung, Stark gegen Schwach.

Lahm gegen Ballack - welche Rolle spielt Löw?

Zudem scheint es so, als habe Lahm mit Bundestrainer Joachim Löw den wichtigsten Verbündeten auf seiner Seite.

Interviews der Nationalspieler werden von DFB-Seite stets gegengelesen und autorisiert. Dass der Pressestelle des deutschen Stabes die kritischen Stellen Lahms durchgerutscht sind, ist unwahrscheinlich. Viel eher schaut es so aus, als sei der Zeitpunkt der Aussagen bewusst so gewählt.

Joachim Löw galt noch nie wirklich als Ballack-Freund, rasselte mit ihm schon das ein oder andere Mal aneinander, wenn der mal wieder Torsten Frings in die Nationalmannschaft reden wollte. Außerdem stieß er sich am autoritären Führungsstil seines Kapitäns. Ballack sprach Probleme intern immer offen, teilweise auf sehr direkte Art an. Löw ist eher Lahm zugetan, der einen integrativeren Stil pflegt.

Bisher war Löw allerdings aufgrund der fußballerischen Ausnahmefähigkeiten auf Ballack angewiesen. In der Mannschaft traute sich auch niemand, gegen Ballack aufzubegehren (bis auf die halbstarke Ohrfeige Podolskis, die aber kaum geahndet wurde). Zu wichtig schien er für die Mannschaft, als dass man auf ihn verzichten könnte. Nun glaubt das Team, sich von Ballack emanzipiert zu haben und prompt sucht Lahm den offenen Konflikt.

Ballack selbst hat sich noch nicht zu Wort gemeldet. Er reiste überraschend aus Südafrika ab. offiziell, weil sein Heilungsverlauf besser als gedacht verläuft und der nun weitere Reha-Maßnahmen in Luxemburg in Anspruch nimmt.

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