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Olympische Sommerspiele
22.07.2021

Regenbogen-Binde: Hockey-Spielführerin Lorenz will Klarheit

Spielführerin des deutschen Hockeyteams der Frauen: Nike Lorenz.
Foto: Frank Uijlenbroek/dpa

Die deutsche Hockey-Spielerin Nike Lorenz wünscht sich in der Frage um das Tragen einer Spielführerinnen-Binde in Regenbogenfarben bei den Olympia in Tokio mehr Klarheit.

"Ich fühle mich schon ein bisschen alleingelassen auf weiter Flur. Ich werde natürlich nichts machen, was meine Mannschaft in Gefahr bringt und unser Turnier in irgendeiner Art und Weise einschränken könnte", sagte die 24-Jährige der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Wenn ich vom DOSB Unterstützung hätte, und wenn ich nur wüsste, wie die Sanktion aussieht ..., wenn ich wüsste, ich müsste nur Geld zahlen, wäre es etwas, worüber ich nachdenken würde."

Lorenz wünscht sich, in Japan mit einer Spielführerinnen-Binde in Regenbogenfarben zu spielen, wie sie es seit Monaten und zuletzt auch in einigen Spielen bei der EM tat. Die Regel 50.2 der Olympischen Charta und die kürzlich dazu vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) veröffentlichten Richtlinien untersagen Botschaften mit politischem Inhalt während des Spiels, nicht aber vor Anpfiff und nach Abpfiff. Entscheidend ist aber das Regelwerk der internationalen Sportfachverbände. Deswegen gelten in verschiedenen Disziplinen auch unterschiedliche Regeln.

"Die Rechtslage erscheint mir relativ schwammig. Vor allem, was eine mögliche Bestrafung angeht", sagte Lorenz und ergänzte: "Ich weiß nicht, inwiefern ich von wem bestraft werde, wenn ich sie in Situationen trage, in denen ich sie nicht tragen dürfte." Sicher ist für die DHB-Spielführerin, dass sie sich mit einer Binde in Regenbogenfarben aufwärmen kann. Und: "Ich darf sie à la Manuel Neuer im Interview anschließend in die Kamera halten." Neuer hatte zuletzt bei der Fußball-EM als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft eine Armbinde in Regenbogenfarben getragen.

Lorenz sieht darin ein Zeichen für Diversität. "Die Freiheit, einzelne Menschen und ihre Diversität zu akzeptieren. Generell binäres Denken loszuwerden in vielen Bereichen, aber konkret im Bezug auf Liebe und Beziehungen", sagte sie: "Darum geht es für mich. Mich stört am meisten das ständige Schubladen-Gestecke."

© dpa-infocom, dpa:210719-99-433474/2 (dpa)

Olympisches Hockey-Turnier

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