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Olympia

09.08.2012

Rucksack oder Vitrine: Für Medaillen ist überall Platz

Nach den Olympischen Spielen finden die meisten Medaillen einen angemessenen Platz. Foto: Peter Kneffel dpa

Wohin bloß mit der Medaille? Ist das Objekt der Begierde bei Olympia erst einmal gewonnen, beginnt die Suche nach dem passenden Aufbewahrungsort.

"Die ist im Rucksack. Da ist sie schön in Sicherheit", sagt Turner Fabian Hambüchen. "Die will ich nicht allen präsentieren, sondern erst in Ruhe zu Hause." Falsch, findet Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke: "Die will doch jeder anfassen und sich mal um den Hals hängen. Dafür ist sie doch da."

Die Frage "Wie hältst Du es mit der Medaille?" spaltet die deutschen Olympia-Teilnehmer. "Ich bin nicht so der Medaillenmitmirträger-Typ", berichtet Britta Heidemann. Die Fechterin pflegt eine eher lockere Beziehung zum Edelmetall. "Ich wurde schon gerügt, wenn ich das Stück mal so aus meiner Tasche krame." Der Kanuslalom-Fahrer Sideris Tasiadis macht aus seiner Silber-Medaille lieber ein Geheimnis: "Die wird irgendwo versteckt."

Judo-Kämpfer Andreas Tölzer möchte seine Plakette am liebsten immer um den Hals tragen. "Zu Hause werde ich mir eine Wand für alle EM-, WM- und Olympia-Medaillen anschaffen", verrät Tölzer. "Um den Hals wird schwer", entgegnet sein Kollege Dimitri Peters. Die Olympia-Medaillen in London wiegen immerhin 400 Gramm, nur sechs Gramm sind reines Gold.

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Zudem sind die London-Stücke deutlich größer als die in Peking. Das bringt Ole Bischof, Olympiasieger 2008 und Olympia-Zweiter in London, in die Bredouille: "Warum ist die Silbermedaille größer als die Goldmedaille. Dazu brauche ich eine Erklärung."

Tischtennis-Star Timo Boll bewahrt die Olympia-Medaillen - Silber in Peking, Bronze in London - in seinem Haus in Höchst/Odenwald auf. Die anderen EM- und WM-Medaillen hat der 15-fache Europameister bei seinen Eltern deponiert. "Die sind in meinem alten Kinderzimmer. Meine Mutter pflegt die Sammlung. Bei mir würde sie ohnehin einstauben", sagt der WM-Dritte. Seine Team-Kollegen Dimitrij Ovtcharov und Bastian Steger haben sich Vitrinen für ihre Pokale und Plaketten angeschafft.

Schwimm-Star Britta Steffen hat sogar schon Medaillen verschenkt, zuletzt bei der EM 2012 in Debrecen/Ungarn an den deutschen Hallensprecher. "Die Leute freuen sich riesig über so ein Andenken", sagt die Berlinerin, die allerdings bei der Medaillenvergabe in London leer ausging.

An einen Verkauf der Medaillen denkt keiner. Das bekannte Beispiel des finnischen Skispringers Matti Nykänen, der aus Geldnot sein Gold verscherbelte, ist aber kein Einzelfall. Olympia-Medaillen sind begehrte Sammlerstücke, der Wert liegt zumeist zwischen 3000 und 5000 Euro. Der Düsseldorfer Münz- und Medaillenhändler Heinrich Winter erzielte bei einer Auktion für ein Sieger-Exemplar von Garmisch-Partenkirchen 1936 sogar einen Preis von 25 000 Euro. (dpa)

Infos zu Medaillen von Sportministerium

British Museum zu Mediallen

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