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Sportpolitik
10.04.2014

Maßnahmenpaket statt "Gelbe Karte" - IOC will Rio helfen

Gilbert Felli soll die Olympia-Vorbereitungen enger überwachen.
Foto: epa (dpa)

Keine "Gelbe Karte" und auch kein "Plan B", dafür soll ein Maßnahmenpaket die schleppende Organisation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio wieder in Gang setzen.

28 Monate vor dem Beginn des Mega-Events am Zuckerhut verzichtete das Internationale Olympische Komitee trotz der lauten Beschwerden aus den Fachverbänden auf drastische Entscheidungen und will stattdessen Entwicklungshilfe leisten.

"Es geht nicht um die Verteilung von Karten, sondern um die Sicherstellung der Spiele. Wir glauben weiter, dass die Spiele sehr erfolgreich sein können. Dafür haben wir die Maßnahmen ergriffen", sagte IOC-Chef Thomas Bach auf einer Pressekonferenz in Belek und verzichtete auf eine ähnliche Maßnahme wie sein Vor-Vorgänger Juan Antonio Samaranch, der einst gegen Athen 2004 eine (letzte) Verwarnung aussprach.

Beim zweitägigen Meeting der IOC-Exekutive im türkischen Badeort wurde beschlossen, dass drei Task Forces gegründet werden. Außerdem wird Gilbert Felli, der Direktor der Olympischen Spiele im IOC, als Krisenmanager die Arbeiten in Brasilien in den nächsten zwei Jahren stärker überwachen und bereits in der nächsten Woche nach Rio reisen.

Darüber hinaus bat das IOC die brasilianischen Gastgeber um die Installierung eines hohen Entscheidungsgremiums, in dem das IOC eine entscheidende Rolle bei der Koordinierung der Arbeiten spielen soll. Zudem soll in Rio ein Entwicklungsmanager eingesetzt werden. Auch die internationalen Sportverbände sollen in die Zusammenarbeit integriert werden, ähnlich wie es bereits vor den Winterspielen in Sotschi der Fall war.

Vorausgegangen war eine turbulente Sitzung mit den Verbänden der olympischen Sommersportarten (ASOIF), die ein besorgniserregendes Bild vom Stand der Olympia-Vorbereitungen in ihren Sportarten skizziert hatten. Die Baumaßnahmen für die Sportstätten seien stark in Verzug, so sie denn überhaupt begonnen haben. Dazu wurden weitere Probleme bei Infrastruktur, Transport, Hotelsituation oder der Wasserqualität etwa in der Guanabara-Bucht angeführt.

ASOIF-Präsident Francesco Ricci Bitti hatte gar von der "kritischsten Situation" seit mindestens 20 Jahren gesprochen. Rufe nach einem "Plan B" waren laut geworden. Den gibt es zumindest offiziell nicht, auch wenn Bach der Frage auswich, ob er bestätigen könne, dass die Spiele definitiv in Rio stattfinden. "Was ich kategorisch sagen kann, ist, dass wir alles dafür tun, um die Spiele zu einem Erfolg zu führen. Dafür haben wir die Maßnahmen beschlossen."

Bei den drei Arbeitsgruppen geht es insbesondere um Schwerpunkte wie Baumaßnahmen oder Arbeitsweisen. Es gehe um eine engere und konzertiertere Zusammenarbeit, die Maßnahmen seien in gegenseitigem Einvernehmen "mit den brasilianischen Partnern" getroffen worden, betonte Bach, der weiter an "exzellente Spiele" glaubt. Und Felli ergänzte: "Wir wollen nicht mit dem Finger auf irgendwen zeigen. Wir sehen das Potenzial und wollen helfen."

Glaubt man Agberto Guimarães, dem Sportdirektor der Sommerspiele 2016, dann müsse sich die Sportwelt keine Sorgen machen. "Ich habe keine Zweifel daran, dass wir die Wettkampfstätten rechtzeitig fertigstellen. Die Task Force ist nicht dazu da, um Druck auf uns auszuüben, sondern um uns zu helfen. Es ist nicht das erste Mal, dass das IOC Arbeitsgruppen installiert", sagte der frühere Mittelstreckenläufer, der als einziger Vertreter des Rio-OK's den ganzen Ärger in Belek abbekam.

Natürlich gebe es Verzögerungen, ergänzte Guimarães: "Was die Leute aber verstehen müssen, ist, dass sich die Stadt in einer großen Renovierung befindet. Die Wettkampfstätten, die gebaut werden müssen, sind nicht so kompliziert. Wir können es schaffen, aber wir dürfen nicht weiter Zeit verlieren."

Bach versuchte zugleich vorzubauen, dass es in der brasilianischen Bevölkerung zu ähnlichen Protesten mit Blick auf die Olympischen Spiele wie im vergangenen Jahr beim Fußball-Confederations Cup kommt. "Die Spiele werden der Stadt ein großes Erbe geben wie einst in Barcelona", sagte Bach und verwies auf Verbesserungen in Sachen Infrastruktur, Jobs, Tourismus und Wettkampfstätten. Diese müssen aber erstmal gebaut werden. (dpa)

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