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  4. Tour de France 2018: Ein lahmer Sagan verliert Gelb an van Avermaet

Tour de France 2018
09.07.2018

Ein lahmer Sagan verliert Gelb an van Avermaet

Der Belgier Greg Van Avermaet hat sich das Gelbe Trikot gesichert.
Foto: Marco Bertorello, afp

Peter Sagan fuhr nur einen Tag im Gelben Trikot. Nach dem Team-Zeitfahren in Cholet übernimmt der Belgier van Avermaet die Führung. Seriensieger Froome macht Zeit gut.

Peter Sagan musste das Gelbe Trikot gegen das Grüne tauschen. Aber der dreimalige Weltmeister nahm die kleine Degradierung am Montag in Cholet nach dem Team-Zeitfahren der 105. Tour de France, das vom BMC-Team beherrscht wurde, gelassen. In Gelb fährt ab Dienstag der Belgier Greg van Avermaet. 

Sagans zielgerichtet geworfener Sieger-Blumenstrauß fand trotzdem die richtige Adressatin im Publikum. "Es ist nicht jeden Tag Sonntag. Ich muss mich bei meinen Teamkameraden entschuldigen. Es war ein schlechter Tag für mich", sagte der Slowake mit trauriger Miene. Der 28 Jährige erreichte das Ziel alleine weit abgeschlagen hinter seinen Kollegen. 

Sagan hatte schon auf den letzten Kilometern die Beine hängen lassen, sein Team fuhr 50 Sekunden nach der BMC-Mannschaft ohne seinen Kapitän über den Zielstrich. In Zukunft wird sich der diesjährige Sieger von Paris-Roubaix wieder um Etappenerfolge und das Grüne Trikot kümmern. Er will zum sechsten Mal die Punktwertung gewinnen und damit Rekordhalter Erik Zabel einholen.

Seriensieger Chris Froome zählt zu den großen Gewinnern

Zu den großen Gewinnern des Mannschafts-Zeitfahrens gehörte neben dem neuen Spitzenreiter van Avermaet vom BMC-Team auch Seriensieger Chris Froome, der auf einen Großteil seiner Konkurrenten Boden gutmachen konnte. 

"Ich werde versuchen, das Trikot so lange wie möglich zu verteidigen. Die nächsten Tage sind fast Klassiker-Kurse. Das kommt mir entgegen", sagte der Belgier van Avermaet, dessen Equipe den Kampf gegen die Uhr in 38:46 Minuten gewann. Froomes Sky-Mannschaft war auf Rang zwei nur vier Sekunden langsamer.

Nach hektischem Tour-Beginn mit Stürzen und Beschimpfungen durch das Publikum könnten jetzt ruhigere Tage für den umstrittenen Sky-Kapitän anbrechen. "Wir haben ein starkes Team und das heute bestätigt. Nach dem nervösen Start zu Tour-Beginn lief es heute gut bei uns - wir sind sehr glücklich", sagte Froome, der zum Auftakt in Fontenay-le-Comte gestürzt und unmittelbar vor der Tour vom Doping-Verdacht freigesprochen worden war.

Der viermalige Tour-Triumphator nahm vor allen dem französischen Mitfavoriten Romain Bardet (1:11 Minuten), aber etwas überraschend auch dem wahrscheinlich gefährlichsten Herausforderer Tom Dumoulin (+7 Sekunden) und Vincenzo Nibali (+1:02 Minuten) Zeit ab.  

Deutsche Topsprinter spielten in Cholet keine Rolle

Im glühend heißen Hexenkessel von Cholet war Froome von einem bulligen Bodyguard zum Start begleitet worden. Der Brite hatte zehn Kilometer vor dem Ziel auf der anspruchsvollen Strecke schon zwei Fahrer verloren. Wout Poels, ein wertvoller Helfer in den Bergen, und Luke Rowe konnten nicht mehr folgen.

Die deutschen Topsprinter um John Degenkolb und Marcel Kittel, die den hektischen Tour-Auftakt am Wochenende mitbestimmt hatten, spielten mit ihren Mannschaften in Cholet keine Rolle. Sie können auf der vierten Etappe wieder zuschlagen. Zielort nach 195 Kilometern ist am Dienstag Sarzeau in der Bretagne, dem Weltverbands-Präsident David Lappartient als Bürgermeister vorsteht.

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