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Motorsport

05.04.2013

Vor nächstem Karriereschritt: Bradl will Podestplätze

Stefan Bradl sieht sich selbst nicht als Favorit, sondern als «Lauerkandidat».
Bild: Azhar Rahim (dpa)

Stefan Bradl stapft selbstbewusst durch das Fahrerlager des Losail International Circuit in der Nähe von Doha. Ein Kopfnicken hier, ein Händedruck da - der Zahlinger MotoGP-Pilot ist angekommen im Feld der Großen des Motorrad-Rennsports.

Seine Debüt-Saison in der Königsklasse der Motorrad-WM hat das Ansehen des 23-Jährigen noch weiter wachsen lassen. Sein achter Platz war mehr, als es viele Fachleute dem bayerischen Schwaben zugetraut hatten. "Doch das ist Schnee von gestern. Ich freue mich, dass es endlich losgeht", sagte Bradl vor dem Großen Preis von Katar, der am Sonntagabend über die Bühne geht.

Vor dem einzigen Flutlichtrennen der Saison ist Bradl das Vorstartfieber anzumerken. Es kribbelt in ihm, aber es ist eine positive Anspannung. "Es wird eine ganz spannende Saison mit einigen Überraschungen", verspricht Bradl. Er schiebt vor allem den drei Spaniern Jorge Lorenzo, Daniel Pedrosa und Debütant Marc Marquez die Favoritenrolle zu. "Und dann gibt es noch die Lauerkandidaten Valentino Rossi, Cal Crutchlow, Alvaro Bautista und Stefan Bradl", bemerkt er mit einem verschmitztem Lächeln.

Das zeigte sich schon abends im ersten freien Training. Bei immer noch 28 Grad und einem nicht unangenehmen Wind war Lorenzo der Beste, Crutchlow und Rossi folgten. Bradl wurde nach einigen kleineren Verbremsern Siebter, doch allzu viele Zuschauer hatte er dabei nicht. Das Training fand vor weitgehend leeren Tribünen statt. Katar ist eher nicht der Nabel der Motorsport-Welt.

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Bradl meint, dass er eine hervorragende Vorbereitung hinter sich hat. "Das Team blieb unverändert. Wir haben jedes einzelne Rennen des vergangenen Jahres analysiert und unsere Lehren daraus gezogen", sagt der Honda-Pilot, der mit einem Werksvertrag ausgerüstet wurde. "Das ist eine große Ehre für mich."

Ein großes Problem waren im Vorjahr die Reifen. "Im abgefahrenen Zustand war ich fünf bis acht Zehntelsekunden langsamer als mit neuen Pneus. Die anderen waren nur drei bis fünf Zehntel langsamer. Deshalb haben wir verstärkt am Setup und an meinem Fahrstil gearbeitet und sind in den Tests viel mit abgefahrenen Reifen unterwegs gewesen. Ich denke, das hat mich vorangebracht", erzählt Bradl.

Großen Wert legte er auch auf seine körperliche Fitness. "Ich habe konsequenter am Kraftzuwachs gearbeitet", sagt Bradl, doch nicht der Muskelaufbau stand dabei im Vordergrund: "Ich hatte bei fast jedem Training meinen Fitnesstrainer dabei, der ausschließlich für mich da ist. Außerdem habe ich viele verschiedene andere Sachen wie Langlauf, Tennis, Schwimmen oder Radfahren unternommen. Die Fitness dürfte stimmen", sagt der Moto2-Weltmeister von 2011.

Und so formuliert er selbstbewusst sein Saisonziel: "Ich würde schon gern bei jedem Rennen unter die besten Fünf kommen und den einen oder anderen Podestplatz erringen. In der Gesamtwertung wäre ein Top-Fünf-Platz cool. Ich weiß, dass das ein harter Brocken ist und ich dafür beißen muss." Gelingt dieses Unterfangen, wäre es ein wichtiger Schritt auch für die Aufmerksamkeit des Motorrad-Rennsports in Deutschland.

Denn der erhoffte Boom nach den WM-Siegen von Bradl 2011 und Sandro Cortese im vergangenen Jahr hat sich nicht eingestellt. "Klar werden wir anders wahrgenommen, aber es ist noch viel Luft nach oben. Wahrscheinlich sind die Summen, die gezahlt werden müssen, bei uns zu hoch und der Fokus in den Medien zu gering", sagt Bradl angesichts der Tatsache, dass er auch im zweiten MotoGP-Jahr keinen deutschen Sponsor im Pool seiner Geldgeber hat. (dpa)

Azhar Rahim
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