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Leichtathletik

13.08.2014

Zehnkämpfer Kazmirek nach Stab-Debakel nur EM-Sechster

Beim Stabhochsprung kam Kai Kazmirek nur über 4,60 Meter.
Bild: Rainer Jensen (dpa)

Ein Absturz im Stabhochsprung hat Zehnkampf-Ass Kai Kazmirek bei der Leichtathletik-EM um die ersehnte Medaille gebracht.

Der hoch gehandelte Halbzeit-Spitzenreiter landete in Zürich trotz vier persönlicher Bestleistungen mit 8458 Punkten nur auf dem enttäuschenden sechsten Platz - sogar noch hinter seinem Teamkollegen Arthur Abele. Schon bei der siebten Disziplin platzte der Titeltraum des 23 Jahre alten Senkrechtstarters: Kazmirek schaffte mit dem Stab nur 4,60 Meter und blieb damit 60 Zentimeter unter seiner Bestmarke. "Das war eine technische Katastrophe", gab Kazmirek zu, "ich bin seit Jahren nicht mehr so schlecht gesprungen".

Erstmals Europameister und damit Nachfolger des Frankfurters Pascal Behrenbruch wurde der Weißrusse Andrej Krautschanka. Der Olympia-Zweite von 2008 triumphierte mit der Jahresweltbestleistung von 8616 Punkten und verdiente sich die Goldmedaille dank einer Steigerung am zweiten Tag. Silber erkämpfte der Franzose Kevin Mayer (8521) vor dem Russen Ilja Schkurenjow (8498).

Der Ulmer Abele landete bei seinem internationalen Comeback nach fast sechsjähriger Zwangspause auf einem grandiosen fünften Platz (8477). Der Hallenser Rico Freimuth - bei Halbzeit nur Achter - kam schließlich als Siebter (8308) ins Ziel. Behrenbruch hatte sich nicht für Zürich qualifiziert; der WM-Zweite Michael Schrader verfehlte wegen einer Verletzung.

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Kazmirek, als Europas Nummer 1 zur EM angereist, war nach seinem Traumergebnis am ersten Tag hoch motiviert. Der Youngster von der LG Rhein-Wied legte einen fulminanten Hürdensprint hin und lag nach dem Diskuswurf - der sechsten Disziplin - noch vorn. Erst der Blackout im Stabhochsprung und ein schwaches 1500-Meter-Rennen kosteten ihn eine mögliche Medaille.

Während der Stabhochsprung noch im Gang war, hatte in der anderen Stadionkurve die A-Gruppe der Speerwerfer bereits begonnen. Nach einer Sturmwarnung musste der Stabhochsprung und später das komplette EM-Programm verschoben werden.

Mit einem grandiosen Hürdensprint hatten die DLV-Asse am Mittwochmorgen einen Traumstart hingelegt: Mit 14,05 Sekunden behauptete seine Kazmirek seine Führung. Auf Rang zwei schob sich der Ulmer Arthur Abele vor, der mit 13,55 Sekunden eine EM-Bestzeit für Zehnkämpfer aufstellte. "Nach dem Hürdensprint konnte man schon Tränen in den Augen haben", sagte Bundestrainer Rainer Pottel.

Freimuth zeigte am zweiten Tag sein Kämpferherz. Nach seiner Tages-Bestleistung im Diskusring (48,81 Meter) war der Hallenser schon Dritter. "Rico war mit dem ersten Tag überhaupt nicht zufrieden, er war einfach zu aufgeregt. Schade drum", meinte Pottel. "Aber bei einer Meisterschaft reifen eben nicht alle Blütenträume."

Abele, der 2008 seinen letzten großen Zehnkampf absolviert hatte, wuchs im Letzigrund-Stadion vor allem am ersten Tag über sich hinaus. Auch wenn der Schwabe seinen dritten Halbzeitplatz nicht behaupten konnte, war Pottel mit dem 30-Jährigen zufrieden. "Ein tolles Ding!", lobte der Bundestrainer. "Arthur war ja so lange von der Bildfläche verschwunden. Viele haben gar nicht mehr an ihn geglaubt." (dpa)

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