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Talentierter Turner Makar Lypchanskyi auf dem Weg zum Bundeskader im Turnen

Turnen

Reckspezialist mit großen Ambitionen

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    Turner Makar Lypchanskyi mit seinem Trainer Oleksander „Sascha" Petrenko, der selbst als Zweitligaturner im Turn Team Buttenwiesen-Inningen aktiv ist.
    Turner Makar Lypchanskyi mit seinem Trainer Oleksander „Sascha" Petrenko, der selbst als Zweitligaturner im Turn Team Buttenwiesen-Inningen aktiv ist. Foto: Andrea Bogenreuther

    Das Reck mag Makar Lypchanskyi von allen Turngeräten am liebsten. Wieder und wieder übt der 14-Jährige dort die schwierigen Elemente wie die Riesenfelge, während Trainer Oleksander Petrenko als Hilfestellung bereitsteht und akribisch Haltung, Rhythmus und Grifftechnik seines Schützlings korrigiert. In exponierter Lage steht das Reck in der Inninger Josef-Miller-Halle auf der Theaterbühne, der junge Athlet rotiert auf dem Reck fast bis an die Decke. Mut, Konzentration und Disziplin sind gefordert, um in dieser kleinen, beengten Halle solche Leistungen abzurufen. Doch Makar Lypchanskyi hat sich daran gewöhnt. Schließlich will er Profi-Turner werden, bei Meisterschaften, in der Bundesliga und in der Nationalmannschaft turnen und vielleicht sogar irgendwann bei den Olympischen Spielen.

    Dafür nimmt er fast täglich die eineinhalbstündige Anfahrt von Steppach nach Inningen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Kauf. Sechsmal die Woche, um unter den strengen Augen von Inningens Chefcoach Oleksander „Sascha“ Petrenko zu trainieren. Der Erfolg gibt ihnen recht, denn in diesem Jahr zeigte Lypchanskyi bereits Leistungen, die aufhorchen lassen. So gewann er bei den deutschen Jugendmeisterschaften im Mai in Leipzig die Silbermedaille am Reck. Schon dank einer herausragenden Leistung hatte er sich an seinem Lieblingsgerät fürs Finale qualifiziert, dort legte er nach und musste nur einen einzigen Konkurrenten vorbeiziehen lassen. Über alle sechs Geräte erreichte er in der Pflicht Rang 19 und in der Kür einen starken zehnten Platz, sodass er die Mehrkampfwertung auf Rang 16 beendete.

    Verletzungen werfen Turner Makar Lypchanskyi zurück

    Zudem war der Inninger Athlet mit dem Turn-Team Bayern in der Nachwuchsbundesliga im Einsatz und trug dort am zweiten Wettkampftag entscheidend zum zweiten Platz in der Mannschaftswertung bei. In der Einzelwertung belegte er einen Platz unter den Top Ten. Entsprechend stolz ist Petrenko auf seinen jungen Turner. „Dieses Jahr lief besser als erwartet“, lobt der Trainer. Ausschlaggebend sei dessen „Liebe zum Turnen“, betont Petrenko. „Er schaut die ganze Zeit auf Instagram Turnvideos und Wettkämpfe an. Er liebt das und ist voll drin in diesem Sport.“ Auch Makar selbst ist froh, dass es in diesem Jahr besser läuft als im vergangenen, in dem ihn Schulter- und Rückenprobleme zurückgeworfen hätten. Doch in den vergangenen Monaten konnte er endlich einige nationale wie internationale Wettkämpfe erfolgreich bestreiten, darunter auch einen in Österreich, bei dem er den Mehrkampf gewann.

    Vor drei Jahren kam Makar mit seiner Familie aus der Ukraine nach Deutschland

    Als Makar mit seiner Familie vor drei Jahren aus der Ukraine zur Trainingsgruppe seines Landsmanns Oleksander Petrenko gestoßen ist, nahm die Turnkarriere so richtig Fahrt auf. Die Verständigung klappte bestens. Anfangs noch Russisch, mittlerweile sprechen sie Deutsch. Schnell war der 14-Jährige ins Inninger Team integriert, fand bei den Mitturnern gleich Anschluss. Alle Alters- und Leistungsstufen trainieren in der kleinen Halle miteinander. Immer wieder gibt Lypchanskyi auch den Jüngeren Hilfestellungen oder baut mit ihnen die Geräte um. Makar trainiert seine Elemente mit stoischer Ruhe, auch wenn es um ihn herum wuselt. Trainer Petrenko sieht das als perfekte Abhärtung seiner Spitzenturner. „Das ist ein Vorteil. Makar war bei allen Wettkämpfen in diesem Jahr so erfolgreich und hat kaum Fehler gemacht. Wenn du in dieser Halle hier deine Übungen schaffst, dann kann man in den anderen Hallen unter Luxusbedingungen ganz stabil performen“, sagt Petrenko mit einem Augenzwinkern.

    Inninger Trainingsgruppe nach Leistungs- und Breitensport unterteilt

    Denn Makar ist nicht das einzige Talent, das von Oleksander Petrenko ausgebildet wird; rund 15 Jungs teilen sich die Trainingseinheiten, eingeteilt in eine Breitensport- und in eine Leistungssportgruppe. In letzterer findet sich auch Makars achtjähriger Bruder und dessen Freund, die in ihrer Altersklasse ebenfalls schon dem bayerischen Landeskader angehören. Auch andere junge Turner sind nah dran, selbiges zu schaffen. Ein großer Erfolg in der Nachwuchsarbeit, freut sich Petrenko.

    Turner Makar Lypchanskyi und sein Trainer Oleksander Sascha Petrenko.
    Turner Makar Lypchanskyi und sein Trainer Oleksander Sascha Petrenko. Foto: Andrea Bogenreuther

    So früh wie möglich sollten sportlich die Basics gelegt werden, empfiehlt der 21-jährige Trainer, selbst Zweitliga-Turner im neu gegründeten Turn Team Buttenwiesen-Inningen. „Optimal ist es, mit sechs Jahren anzufangen“, sagt der Coach, der 2019 aus der Ukraine nach Deutschland gekommen ist und zuvor in seinem Heimatland ein Sportinternat besucht hat. Da hat er die unterschiedlichen Trainingsintensitäten in den verschiedenen Sportarten bestens kennengelernt. „Die Fußballer hatten zwei Stunden Training am Tag. Wir Turner haben zweimal am Tag drei Stunden durchgezogen. Also sechs Stunden am Tag. Doch das muss sein“, macht er klar, dass nur durch Fleiß und Disziplin ein entsprechendes Niveau erreicht werden kann.

    Makar Lypchanskyi hat sogar schon mit drei Jahren zu turnen begonnen, bisher verfolgt er seine sportlichen Ziele mit großen Ambitionen. So will er als nächstes den Sprung in den Bundeskader schaffen. „Da ist er nah dran. Allerdings gibt es da noch die Frage mit der Staatsangehörigkeit“, gibt Trainer Petrenko zu Bedenken. „Er kann als Ukrainer zwar die Aufnahme in den Bundeskader schaffen, dann aber keine internationalen Wettkämpfe für Deutschland bestreiten.“ Hier müsse noch eine Lösung gefunden werden. Bis dahin will Makar Lypchanskyi aber erst einmal mit sportlichen Argumenten überzeugen.

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