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„Was vollkommen gaga ist“ - Nico Sturm über die deutschen Medaillenchancen

Olympia 2026

Deutlicher Sieg gegen Frankreich: Der Traum lebt

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    17.02.2026, Italien, Mailand: Olympia, Olympische Winterspiele Mailand Cortina 2026, Eishockey, Männer: Deutschland - Frankreich, Deutschlands Spieler bejubeln ein Tor. Foto: Wang Kaiyan/XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
    17.02.2026, Italien, Mailand: Olympia, Olympische Winterspiele Mailand Cortina 2026, Eishockey, Männer: Deutschland - Frankreich, Deutschlands Spieler bejubeln ein Tor. Foto: Wang Kaiyan/XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Wang Kaiyan/XinHua/dpa

    Die Hoffnung auf eine olympische Medaille lebt. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei den Winterspielen in Mailand das erste von zwei Schicksalsspielen gewonnen, ohne dabei zu glänzen. Nach dem 5:1 (3:0, 0:1, 2:0)-Pflichtsieg gegen Frankreich trifft die Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis am Mittwoch (12.10 Uhr/ZDF und Eurosport) auf die Slowakei. Um wie bei Olympia vor acht Jahren mit Edelmetall die Heimreise anzutreten, muss das DEB-Team aber noch die eine oder andere Schippe drauflegen.

    Das wusste auch Nico Sturm. „Wir dürfen den Moment jetzt nicht zu groß werden lassen“, betonte der Mittelstürmer von den Minnesota Wild aus der nordamerikanischen Profiliga NHL. Im Vergleich zu den beiden Niederlagen in der Gruppenphase gegen Lettland (3:4) und die USA (1:5) machte der 30-jährige gebürtige Augsburger eine Steigerung aus: „Das war ein guter Schritt in die richtige Richtung, was eine konstante Leistung über 60 Minuten angeht.“

    Nach drei Toren im ersten Drittel lässt die Offensivkraft nach

    Am Sonntag war Deutschland ab dem zweiten Drittel gegen die USA chancenlos gewesen. Nun ging der Vizeweltmeister von 2023 als klarer Favorit in das Duell mit den Franzosen, die die Gruppenphase punktlos abgeschlossen hatten. Zunächst wurde das Kreis-Team seiner Favoritenrolle auch gerecht. Leon Draisaitl (4.), Frederik Tiffels (11.) und JJ Peterka (19.) schossen eine 3:0-Führung nach 20 Minuten heraus.

    Frankreichs Nationaltrainer Yorick Treille reagierte mit einem Torhüterwechsel, Antoine Keller vom HC Ajoie aus der Schweiz löste Julian Junca ab. Diese Maßnahme fruchtete. Keller zeigte eine starke Partie, Deutschland ließ nach. Pierre-Edouard Bellemare verkürzte auf 1:3 (25.), Philipp Grubauer war öfter gefordert, als ihm lieb sein konnte. Der Torhüter musste gegen einen spielerisch limitierten Gegner 30 Schüsse parieren.

    „Wir haben den Großteil des Spiels dominiert und hätten früher das vierte Tor nachlegen können. Wir haben uns aber auf eine Partie eingestellt, in der es bis zur 50. Minute 1:1 steht. Uns war klar, dass wir die Franzosen nicht an die Wand spielen würden“, sagte Sturm.

    Überheblichkeit wäre in der Tat ein völlig falsches Signal gewesen. Das DEB-Team ging nicht eben mit breiter Brust in die K.o.-Phase des olympischen Turniers. Zudem war nach dem 1:5 gegen die USA eine Diskussion aufgeploppt, die aus Spielerkreisen befeuert wurde. Moritz Müller von den Kölner Haien hatte deutliche Kritik geübt; Tim Stützle von den Ottawa Senators hatte erklärt, dass ihm der Fokus auf die deutschen NHL-Profis „auf den Keks“ gehe.

    Am Montag kam es zu einer Aussprache, über die Sturm im Gespräch mit dieser Redaktion aufklärte: „Wir haben uns bewusst gemacht, dass der Kern unseres Spiels ist, wie wir aus der Innenseite heraus verteidigen. Alles andere kommt danach. Jungs wie Leon Draisaitl, JJ Peterka oder Tim Stützle werden in Situationen kommen, in denen ihr Talent durchscheint, aber auch sie müssen erst einmal verteidigen.“

    Gegen Frankreich klappte das besser, aber immer noch nicht optimal. Josh Samanski im Powerplay (48.) und Sturm mit einem Schuss in den verwaisten französischen Kasten (60.) sorgten jedoch dafür, dass die Viertelfinalteilnahme nicht mehr in Gefahr geriet.

    Nico Sturm: „Was vollkommen gaga ist“

    „Es ist unser Anspruch, immer unter den Top Acht der Welt zu stehen“, betonte Sturm und ergänzte: „Mit einem Sieg gegen die Slowakei können wir um eine Medaille mitspielen, was vollkommen gaga ist. Wenn mir das jemand vor dem Turnierstart gesagt hätte, hätte ich das sofort unterschrieben.“

    Das Viertelfinale könnte aber auch zu einer Kraftfrage werden. Während die Slowaken ihr letztes Gruppenspiel bereits am Samstag bestritten hatten, muss das DEB-Team zum zweiten Mal in nicht einmal 24 Stunden ran. „Es wird unser fünftes Spiel in sieben Tagen sein, das ist schon ein Brett“, bestätigte der zweifache Stanley-Cup-Sieger (2022 mit der Colorado Avalanche, 2025 mit den Florida Panthers). Um dafür gerüstet zu sein, hatte Sturm einen einfachen Plan: „Ich gehe jetzt in die Kabine und trinke genügend Wasser.“

    Gegen die Slowakei ist Deutschland kein Außenseiter. Vergleicht man alle Mannschaftsteile eins zu eins, hat das DEB-Team sogar die Nase vorn. Das muss aber nichts heißen. „Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir das beste Spiel des Turniers am Mittwoch spielen“, betonte Sturm, der ein „ekliges“ Duell erwartet.

    Eine möglicherweise aufkommende Müdigkeit will sich der WM-Silbermedaillengewinner von 2023 aus den Beinen schütteln, damit sein Traum weiterlebt: „Ich versuche, meinen Aufenthalt im olympischen Dorf zu verlängern. Ich haue alles rein, weil niemand weiß, ob er nochmal eine Chance bekommt, zu Olympia zu fahren.“

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