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Wintersport

26.01.2021

Ex-Skifahrer Felix Neureuther beklagt Exzesse in der Sport-Nachwuchspolitik

Felix Neureuther kritisiert eine zunehmende Entfremdung von Profi- und Breitensport.
Foto: Lino Mirgeler, dpa

Exklusiv Felix Neureuther war bereits als aktiver Sportler ein Freund klarer Worte. Nun hat er ein Buch veröffentlicht und kritisiert eine Entfremdung von Profi- und Breitensport.

Der ehemalige Skirennläufer Felix Neureuther kritisiert eine zunehmende Entfremdung des professionellen Wintersports von der Gesellschaft durch die Festlegung auf immer jüngeren Spitzennachwuchs im Kindesalter. „Wenn du heute mit zehn Jahren nicht schon sehr professionell aufgestellt bist, hast du später keine Chance, in dem Sport Fuß zu fassen“, sagte Neureuther unserer Redaktion. Dadurch entferne sich der Profibereich immer mehr vom Breitensport. „Die Eltern und die Kinder wollen diese Professionalisierung nicht mitmachen“, sagte der 36-Jährige.

Felix Neureuther beklagt exzessive Formen des Nachwuchstrainings

Neureuther beklagte, dass das Nachwuchstraining dabei exzessive Formen annehme: „Das Sommertraining auf dem Gletscher gehört unterbunden“, forderte der Skisportler. „Das würde dem Gletscher und dem Sport nutzen“, fügte er hinzu.  „Heute stehen die Zehnjährigen im Juli in Zermatt auf dem Gletscher und trainieren, das ist nicht gut“, sagte er. „Wer macht denn das noch mit? Wer hat die finanziellen Mittel dafür? Das sind ein paar Wenige.“ Der Sport entwickle sich zwar in seiner Spitze immer weiter. Aber die Spitze sei sehr schmal geworden und verliere ihre Basis. „Jeder muss wieder die gleichen Chancen haben, Skirennfahrer zu werden“, betonte der Ex-Slalomspezialist. Das Nachwuchsproblem komme auf mehrere Sportarten wie den Fußball und den Skisport zu.

Neureuther fordert Veränderungen im Skiverband Fis an und plädierte dafür, verstärkt ehemalige Sportler einzubinden: „Ich will damit sagen, dass ehemalige Athleten unbedingt in solche Verbände integriert werden müssen. Nur so hat der Sport eine Chance. Es läuft so viel falsch, man müsste so viel ändern. Es muss ein massiver Umbruch her. Der Sport und die Sportler müssen im Vordergrund stehen, und nicht ausschließlich die Zahlen, die ein Verband schreibt.“

IOC-Präsident Thomas Bach lehnte Gespräch für Neureuthers Buch ab

In seinem neuen Buch „Die Helden von morgen“ lässt Neureuther mehrere Prominente zu Wort kommen – neben seiner Mutter Rosi Mittermaier finden sich Gespräche mit Arnold Schwarzenegger, Uli Hoeneß und Peter Schröcksnadel, Präsident des österreichischen Skiverbands. IOC-Präsident Thomas Bach, den Neureuther immer wieder kritisiert hatte, hatte er ebenfalls angefragt – erfolglos, wie er verriet: „Ich habe ihn direkt über seinen Pressesprecher angefragt, aber er hat abgelehnt.“

Lesen Sie dazu auch das Interview mit Ex-Skistar Felix Neureuther: "Sommertraining auf Gletschern unterbinden"

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