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Frauen-Skisprung

27.07.2018

Gemeinsame Tour: Freitag und Co. für Schanzengleichheit

Kämpft um mehr Aufmerksamkeit für ihre Sportart: Skisprung-Weltmeisterin Carina Vogt.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)

Die Frauen springen in Rasnov und Hinterzarten, die Männer vor zehntausenden Fans in Innsbruck oder Zakopane. Das soll sich künftig ändern. Für eine gemeinsame Skisprung-Tour machen sich auch die besten deutschen Adler stark.

Zehntausende Zuschauer, prestigeträchtige Standorte und immer mehr Preisgelder: So sieht die Skisprung-Tour der Männer aus. Leere Ränge, kleine Schanzen und Austragungsorte fernab der öffentlichen Aufmerksamkeit: So sieht die Skisprung-Tour der Frauen aus.

Damit das nicht so bleibt, plant der Ski-Weltverband FIS ab dem kommenden Winter eine Angleichung. Die Frauen sollten künftig auf den großen Schanzen springen und häufiger gemeinsam mit den Männern antreten, kündigte Renndirektor Walter Hofer in Oslo an. Auch ein gemeinsamer Weltcup in Deutschland sei geplant.

Was bei Biathleten und Langläufern längst Usus ist, soll nach und nach Einzug bei den Schanzen-Assen finden. Die Frauen um Weltmeisterin Carina Vogt haben für diesen Schritt, der in diesem Sommer von FIS-Komitee und Council endgültig beschlossen werden soll, lange gekämpft. Sie wollen mehr Aufmerksamkeit, eigene Wettkampfserien, mehr Mixed-Wettbewerbe und verstärkt die große Schanze. "Dass es jetzt so schnell geht, hätte ich nicht gedacht", sagte Vogt nach den jüngsten Entwicklungen. 

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Auch die männlichen Kollegen freuen sich, wenn sie zukünftig mit vergrößertem Tross durch den Winter ziehen dürfen. "Ich finde es cool für die Mädels. Die Wettkampfserie ist noch immer am Anfang, aber sie entwickelt sich immer weiter", sagte Olympiasieger Andreas Wellinger der Deutschen Presse-Agentur in Planica.  "Vielleicht haben wir dann ja das eine oder andere Mixed mehr."

Auch der Weltcup-Zweite Richard Freitag befürwortet den geplanten Schritt des Weltverbandes zu einer Zusammenführung. "Grundsätzlich hoffen wir, dass sie den Anschluss kriegen. Verdient haben's die Mädels auf jeden Fall", sagte der 26 Jahre alte Sachse. Für Freitag könnte es dann auch die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Wettbewerb mit seiner zehn Jahre jüngeren Schwester Selina geben. "Aber das hat noch Zeit. Sie hat noch Zeit", befindet Freitag. Markus Eisenbichler freut sich "natürlich, dass auch mal weibliche Begleitung dabei ist". Im gemischten Team hat der Bayer schon einmal eine WM-Goldmedaille mit Vogt und Svenja Würth bejubeln dürfen.

Das Frauen-Skispringen hat sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt, vor allem technisch. "Die Maren Lundby springt schon extrem cool", meinte Wellinger zu Norwegerin, die in diesem Winter den Frauen-Weltcup dominiert hat.

Auch Alfons Hörmann hat sich für eine Angleichung ausgesprochen. "Es wäre schön, wenn die Kräfte in dieser so faszinierenden Sportart mehr und mehr geschlechterübergreifend gebündelt werden", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes der "Allgäuer Zeitung". (dpa)

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