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Wirtschaft

23.06.2020

Ausbildung und Digitalisierung: Gibt es einen Azubi 4.0?

Berufsbilder im Wandel: Arbeitgeberverbände machen Hoffnung
Bild: industrieblick; stock.adobe.com

Was bedeutet Digitalisierung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber? Die neuen Anforderungen der Industrie 4.0 bzw. des digitalen Wandels treffen alle Branchen. Diese Konzepte wollen die berufliche Ausbildung für die Zukunft fit machen.

Immer schnellere Veränderungen fordern viel von Unternehmen und Arbeitnehmern: Viele Experten, darunter die Politikerin und Autorin Anke Domscheit-Berg und Arbeitgeberverbände der Länder, mahnen zu Anpassungsfähigkeit und Flexibilität, um die Zukunft der Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gestalten. Formulieren die einen ein positives Szenario des Wandels, sehen die anderen die Zukunft etwas schwärzer. Zwei konträre Positionen:

Die Auswirkungen der Digitalisierung „werden dramatisch unterschätzt“

Menschen, die noch mindestens 40 Jahre Arbeit vor sich haben, fürchten zu Recht um ihren Job. Diese Behauptung stellt Netzaktivistin und Digitalisierungsexpertin Anke Domscheit-Berg im Interview mit dem ingenieur.de in den Raum. Die Digitalisierung verändere unsere Lebenswelt in den kommenden Jahren so stark, dass sich Berufsbilder immer schneller verändern, verwandeln und auch verschwinden werden.</p>

Domscheit-Berg, selbst Unternehmerin und Mitglied des Bundestages, sieht besonders große Unternehmen zu langsam auf die neuen Anforderungen reagieren. Die Veränderungen der aktuellen industriellen Revolution verlange mehr Eigeninitiative und Weitblick. Arbeitnehmer können auf diese Veränderungen durch Weiterbildung reagieren. Oder sich selbstständig machen: Domscheit-Berg sieht große Chancen in der dezentralen Organisation von Produktion: Die Idee von Local Motors, die lokal Automobile produzieren und damit den lokalen Bedarf decken, ließe sich auf immer mehr Industriezweige übertragen.

Berufsbilder im Wandel: Arbeitgeberverbände machen Hoffnung

Interdisziplinarität fordern auch Arbeitgeberverbände, zum Beispiel der Arbeitgeberverband Baden-Württemberg: Der Verband nimmt die Kölner Studie „Wie die Arbeitswelt der Zukunft aussieht“ zum Anlass und zieht ähnliche Schlussfolgerungen wie Domscheit-Berg. Die Entwicklung von interdisziplinärer Flexibilität sieht der Verband im Gegensatz zu Domscheit-Berg aber bereits auf einem guten Weg. Immer mehr Berufsbilder machen, so der Verband, „Skills der Zukunft“ nötig: Agiles Arbeiten, digitale Medienkompetenz und Fähigkeiten zur digitalen Weiterbildung komplettieren die ohnehin geforderten Fähigkeiten der IT-Kompetenz, Führungskompetenz und ökonomische Fähigkeiten. Diese werden bereits in bestehenden Ausbildungskonzepten integriert, so der Verband.

Fazit: Modulare Bildungsangebote haben Zukunft

Immer breiteres Wissen über immer komplexere Zusammenhänge: Was wie Zukunftsmusik klingt, wird in der Metall- und Elektroindustrie bereits umgesetzt. Ein modulares Bildungskonzept ermöglicht die Anpassung der Ausbildung auf die jeweiligen Anforderungen: Additive Fertigung, IT-geschützte Anlagen, Programmierung lauten einige zusätzliche Module, die Auszubildende der Elektro- und Metall-Branche in der Ausbildung 4.0 auswählen können.

Die Qualifizierungsinitiative digitaler Wandel, die die Bundesregierung im Oktober 2019 auf den Weg gebracht hat, soll nun auch Auszubildende anderer Berufszweige fit für die neuen Anforderungen machen. Das Netzwerk Q 4.0 soll die Ausbildung in Deutschland verbessern, damit Tischlerlehrlinge 3D-Prototypen am Computer planen können, Mechatroniker Wellenkupplungen für den jeweiligen Anwendungsfall programmieren und Einzelhandelskaufleute die Herausforderungen im E-Commerce meistern können.

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