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18.06.2009

Die erste "Boygroup" der Welt

Im Eröffnungsjahr der Freilichtbühne, 1929, erreichte ihre Karriere denersten Höhepunkt: Die Comedian Harmonists, die erste "Boygroup" derWelt, hatten die Herzen des Publikums und die Konzertsäle Europaserobert, den Weltruhm brachte spätestens ihre große Amerika-Tournee1934.

Im Eröffnungsjahr der Freilichtbühne, 1929, erreichte ihre Karriere den ersten Höhepunkt: Die Comedian Harmonists, die erste "Boygroup" der Welt, hatten die Herzen des Publikums und die Konzertsäle Europas erobert, den Weltruhm brachte spätestens ihre große Amerika-Tournee 1934.

Und bis heute hat jeder ihre großen Hits im Ohr: "Veronika, der Lenz ist da", "Liebling, mein Herz lässt dich grüßen" oder "Ein Freund, ein guter Freund" gehören ebenso dazu wie "In der Bar zum Krokodil" oder "Wochenend und Sonnenschein".

Von Harry Frommermann 1927 gegründet, steckten die fünf jungen Sänger und ihr Pianist viele Monate harter Arbeit in die musikalische Vorbereitung. Was so leicht und schwungvoll klingt, verlangte höchste musikalische Disziplin und Präzision. Die Comedian Harmonists wollten dem Publikum stimmungsvolle und hochkarätige Unterhaltung bieten, die Menschen den Alltag vergessen lassen. Und doch wurden sie selbst mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten von der Realität eingeholt. Drei der Comedian Harmonists waren "Nicht-Arier", die Reichsmusikkammer verwehrte ihnen die Aufnahme.

Obwohl selbst noch im Herbst 1933 die Berliner Zeitung am Mittag nach einem Konzert (in den 2700 Zuschauer fassenden heiligen Hallen der Berliner Philharmonie!) schrieb, "… dass der Saal ausverkauft war, das Publikum nach und nach in Raserei fiel und eine Panik drohte …", und die "Vollkommenheit des Ensembles" und das "schmeichelnde Zauberwerk eines Fünfklangs, der eins geworden ist", pries, wurden die Comedian Harmonists 1935 endgültig mit einem Auftrittsverbot belegt, und die Gruppe zerfiel.

Das Stück Die Comedian Harmonists von Gottfried Greiffenhagen und Franz Wittenbrink bietet alle großen Erfolgsschlager der Gruppe und erzählt gleichzeitig ihren Werdegang, die Musiknummern sind eingebettet in die persönliche Geschichte der sechs jungen Männer.

In der Neuinszenierung auf der Freilichtbühne verbinden sich auf unterhaltsame und spannende Weise Zeitgeschichte und Gesang. Regisseurin Adriana Altaras, die am Theater Augsburg zuletzt mit großem Erfolg Der Barbier von Sevilla inszenierte, ist selbst Schauspielerin (und immer wieder in Film und Fernsehen zu erleben) und hat in den letzten Jahren neben großen Schauspielen, Oper und Operette (unter anderem an der Berliner Staatsoper, der Neuköllner Oper, dem Theater Aachen) auch mehrere Projekte realisiert, die sich mit der Zerstörung des jüdischen Kulturlebens in Deutschland und dem Terror des Nationalsozialismus beschäftigten.

Das Paradox, das "harmlose" - und gleichwohl geniale - Unterhaltungsmusik von den politischen Ereignissen überrollt wird, und die menschlichen Schicksale, die sich dahinter verbergen, sind ihr ein besonderes Anliegen.

Vielleicht ahnten die Comedian Harmonists schon, was kommen würde, als sie 1932 eines ihrer schönsten und zu Herzen gehendsten Lieder sangen: "Irgendwo auf der Welt gibt's ein kleines bisschen Glück, ich träume davon in jedem Augenblick. …Wenn ich wüsst, wo das ist, ging ich in die Welt hinein, denn ich möcht' einmal recht so von Herzen glücklich sein."

Premiere: 4. Juli 2009, 20.30 Uhr
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