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Gesundheit

19.10.2018

Fußgesundheit Deutschland: Kaum Pflege, viele Schmerzen

Die Fußgesundheit in Deutschland: Die Mehrheit hat Probleme
Bild: jst tmk

Die Mehrheit der Deutschen hat Fußprobleme. Die Gründe dafür sind so banal wie erschreckend: falsches Schuhwerk, kaum Pflege. Die Folgen sind deformierte Füße und Schmerzen im gesamten Körper.

Regelmäßige Fußpflege und gute Belüftung beugen den meisten Fuß- und Nagelkrankheiten vor. Der repräsentative Gehwohl-Report 2016 zeigt aber, dass lediglich 62 Prozent der Befragten Fußpflege für wichtig halten. Zu wenige, bedenkt man, dass unsere Füße grundlegend wichtig für unsere Gesundheit sind. Fußprobleme äußern sich nämlich längst nicht nur über schmerzende Fersen oder Zehen. Häufig sind Rücken-, Kopf- und Hüftschmerzen Folgeerscheinungen kranker Füße. Auch der stabile Stand und das aufrechte Gehen sind in Gefahr, wenn es den Füßen schlecht geht. Manche Fußprobleme lassen sich schnell beseitigen, für Krankheiten wie Fuß- oder Nagelpilz gibt es Salben und Mittel aus der Apotheke. Doch was tut man, wenn sich der Fuß deformiert hat?

Fußfehlstellungen sind verbreiteter, als man denken mag. In Deutschland leiden etwa zwei Drittel der Bevölkerung unter Fußschmerzen. Beim Gehwohl-Report 2016 gaben elf Prozent der Befragten an, eine Fußfehlstellung zu haben. Von konkreten Fußproblemen sind nicht nur Senioren betroffen, sondern sie treten in allen Altersgruppen auf. Schmerzende Füße kommen sogar häufiger bei den Unter-30-Jährigen vor als bei älteren Mitbürgern. Im Laufe seines Lebens entwickelt jeder dritte Deutsche einen Ballenzeh, verrät Susann Borgwardt im Interview. Die Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie ist Expertin für Hand- und Fußchirurgie im Maximilium in Donauwörth. Sie hat beobachtet, dass vom sogenannten Hallux valgus Betroffene in zwei Altersgruppen auffällig sind: Menschen ab der Lebensmitte, also ab etwa 45 Jahren, und junge Menschen im Alter von 16 oder 17 Jahren. Dass die Zahl der Betroffenen und der Bedarf an Hilfsmitteln groß sind, zeigen die zahlreichen Fachgeschäfte, die sich auf dem Markt etablieren. Händler wie LaShoe konzentrieren sich auf Hallux-valgus-Schuhe und Schuhe für sensible Füße - und das erfolgreich. Schließlich leiden immer mehr Menschen unter schmerzenden oder deformierten Füßen.

Viele tragen die falschen Schuhe

Fußfehlstellungen sind in gewissem Maß genetisch bedingt, ihr Entstehen wird aber auch durch Faktoren wie Bewegung, Schuhwerk und Fußpflege beeinflusst. Der Ballenzeh kann sich vor allem bei denjenigen bilden, die häufig in hohen Absätzen laufen oder Schuhe mit sehr engen Vorfußkammern tragen. Zu enge Schuhe stauchen Zehen, führen zu Durchblutungsstörungen und Deformationen. Auch wer zu weite Schuhe trägt, beeinträchtigt den Fuß. Denn während man läuft, findet der Fuß kaum Halt. In der Folge rutscht er nach vorne, stößt gegen die Kante, und die Zehen werden gestaucht. Es kann auch sein, dass die Zehen in die Sohle krallen, um Halt zu haben. Zusätzlich versteift der Vorfuß, und die Gelenke werden stärker belastet. All das fördert die Bildung von Fehlstellungen.

Die Grundlagen für geschädigte Füße werden bereits beim Schuhkauf gelegt. Viele sind der Meinung, der Schuh passe sich dem Fuß an, doch das ist nicht ganz korrekt. Zwar dehnen sich gewisse Materialien ein wenig, doch zum größten Teil passt sich der Fuß den Schuhen an, indem sich beispielsweise die Zehen verschieben. Empfindet man einen Schuh als zu eng, kauft man meist eine Nummer größer. Genau hier liegt ein weiterer Fehler. Denn in der Regel muss der Schuh nicht länger, sondern breiter sein - und das ist in den meisten Fällen vom Modell abhängig. Füße brauchen Platz und gleichzeitig Halt im Schuh. Die sogenannte Passform des Schuhwerks ist das A und O beim Kauf.

Eine Wiener Studie stellte fest, dass 75 Prozent der Grundschüler in Österreich unter einer veränderten Stellung der Großzehen leiden, 70 Prozent der Schüler trugen zu kleine Schuhe. Kinder können schwer abschätzen, ob ein Schuh passt oder nicht. Hinzu kommt, dass die Füße sehr schnell wachsen. Eltern sind in der Pflicht, darauf zu achten, dass - wie auch bei Schuhen für Erwachsene - vor den Zehen wenigstens zwölf Millimeter Platz sind. Andernfalls werden die Zehen gestaucht.

Pflege und Gymnastik für jeden Fuß

Falsches Schuhwerk ist aber keineswegs der einzige Grund für deformierte Füße. Fehlstellungen resultieren aus mehreren Faktoren. Fußpflege wie etwa wohltemperierte Fußbäder und regelmäßige Fußgymnastik-Übungen sind wichtige Maßnahmen, um die Füße gesund zu halten. Man sollte das Thema ernst nehmen, denn betroffen ist fast jeder irgendwann. Viele der Fußprobleme zeigen sich erst nach einigen Jahren der stiefmütterlichen Behandlung. Selbst mit einer Fußfehlstellung können viele oft mehrere Jahre ohne Schmerzen gehen. Doch irgendwann kommt das Leiden. Handelt man erst dann, ist es meistens zu spät und es gestaltet sich sehr schwer, die Füße zu heilen und fortan beschwerdefrei zu bleiben.

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