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Wirtschaft

14.03.2019

Konsumverhalten früher und heute – was hat sich verändert?

Das Konsumverhalten hat sich in den letzten 30 Jahren deutlich verändert.
Bild: Oliver Berg (dpa)

Unser Konsumverhalten hat sich in den vergangenen vierzig Jahren massiv verändert. Dieser Satz oder Variationen von ihm wird immer wieder geäußert, doch was ist darunter wirklich zu verstehen?

Dass sich der Konsum änderte, ist unstrittig, doch liegt das ebenso an den neuen Möglichkeiten. Produkte werden nicht mehr aus reinem Zweck gekauft, sondern, weil wir sie uns wünschen. Es können Produkte erworben werden, an die vor vierzig Jahren gar nicht zu denken war. Dieser Artikel schaut sich das veränderte Konsumverhalten einmal genauer an.

Ratenzahlungen und Kredite

An dieser Stelle gibt es den größten Unterschied zur Vergangenheit. Die Deutschen sind wesentlich kreditfreudiger geworden, etwas, was einst undenkbar war.

Früher:

  • Anschaffungen - Anschaffungen wurden getätigt, wenn das Geld vorhanden war. Noch bis in die 80er-Jahre wurde auf größere Anschaffungen längere Zeit gespart.
  • Kredite - wenn sie aufgenommen wurden, dann nur für lebensentscheidende Käufe. Ein Haus wurde durchaus auf Kredit gekauft, wobei die Eigenanteilsrate wesentlich höher war.
  • Ratenkäufe – mit den Versandhauskatalogen kamen auch die Ratenkäufe mit auf. Allerdings wurden sie von vielen Haushalten nicht genutzt, denn der Gedanke, etwas zu kaufen und zu nutzen, aber erst hinterher oder stückweise zu zahlen, war der Generation völlig fremd.

Es muss natürlich ebenfalls berücksichtigt werden, dass es für Kredite oder Ratenzahlungen gar nicht die Möglichkeiten gab, die es heute gibt. Die Kreditaufnahme war oftmals deutlich schwerer und setzte ein gutes und sicheres Einkommen voraus. Ratenkäufe waren oft nur bei größeren Anschaffungen möglich und wurden von vielen Menschen mit Krediten gleichgesetzt. Es galt häufig das Motto "Wenn kein Geld für etwas da ist, kann ich es nicht kaufen".

Heute:

  • Anschaffungen - mit der Wandlung des Konsums kam auch die Befriedigung der weiteren Bedürfnisse auf. Heute werden Käufe nicht mehr getätigt, weil das Produkt dringend zum Leben benötigt wird, sondern, weil wir es uns wünschen. Da die Wünsche oftmals größer sind als die finanziellen Mittel, sind Finanzierungen freilich normal.
  • Kredite - mittlerweile gibt es so viele unterschiedliche Kredite und Kreditarten, dass es praktisch für jeden Zweck einen eigenen Kredit gibt. Kredite werden in der Bevölkerung nicht mehr als etwas Negatives betrachtet oder von denen genutzt, die "auf großem Fuß leben". Die Kreditaufnahme bzw. die Möglichkeit dazu wird sogar als Beweis für ein solides finanzielles Polster betrachtet. So geht eine Kreditaufnahme in der SCHUFA-Datei mit einem positiven Eintrag einher, der den Score steigert. Gerade online lassen sich heute sehr einfach entsprechende Finanzierungen abschließen.
  • Ratenkäufe - heute stellt sich nicht die Frage, ob ein Produkt auf Raten gekauft werden kann, sondern, ob es Produkte gibt, bei denen ein Ratenkauf nicht möglich ist. Die meisten Verbraucher nutzen diese Möglichkeit gerne und teils gar unbewusst. Denn wer einen Handyvertrag abschließt und ein Smartphone gegen einen kleinen Betrag erhält, der zahlt das Gerät über den Vertrag auf Raten ab.

Nachhaltigkeit vs. Turbo-Konsum – zwei Bewegungen

Bezüglich des Kaufverhaltens gibt es zwei Sparten, in die sich Konsumenten einteilen können:

  • Nachhaltigkeit - diese Gruppe setzt auf hochwertige Produkte, die eine lange Haltbarkeit aufweisen und nach Möglichkeit umweltgerecht hergestellt wurden. Natürliche Produkte, Bio-Produkte, aber auch Second-Hand-Waren fallen in diese Sparte. Diese Käufer sind allgemein kritischer und schauen genau hin, was sie kaufen und woher die Güter stammen.
  • Turbo-Konsum - diese Gruppe kann noch unterteilt werden, wobei es Überschneidungen gibt. Eine Sparte schaut besonders auf den Preis, nicht aber auf die Herkunft oder die Herstellung des Produkts. Da die Waren oft günstig sind, wird direkt damit gerechnet, dass die Haltbarkeit kurz ist, doch stört es nicht, da der Preis günstig war. Ein anderer Teil der Gruppe orientiert sich zumindest in bestimmten Bereichen nicht immer am günstigen Preis, sondern an dem Produkt oder der Marke. Ein gutes Beispiel sind hier Smartphones. Viele Konsumenten holen sich jährlich, spätestens alle zwei Jahre ein neues Smartphone "ihrer" Marke, obgleich das alte Gerät noch anstandslos funktioniert.

Beide Bewegungen können sich natürlich in etlichen Punkten überschneiden. Derjenige, der stets ein neues iPhone besitzt, kann auf der anderen Seite auf die Nachhaltigkeit in anderen Lebensbereichen setzen.

Selfmade wird immer beliebter

Das ist ein Trend, der sicher auch durch das Internet aufgekommen ist. Viele Konsumenten haben die Eigenherstellung von Produkten als ihre neue Leidenschaft oder als das neue Hobby entdeckt. Das Internet spielt hier eine wichtige Rolle, da es Anleitungen und Tipps liefert – praktisch, wenn die Großeltern mit dem echten Wissen nicht mehr vorhanden sind:

  • Einkochen - das Einkochen von Marmelade, aber auch von Früchten wird immer beliebter. Mittlerweile gibt es Einkochgläser oder gar spezielle Töpfe sogar in den üblichen örtlichen Geschäften in der vordersten Front.
  • Kosmetik - Kosmetikartikel werden immer häufiger selbst gemacht. Wer sich Make-Up nicht zutraut, der kann recht leicht lernen, wie Seifen, Badesalze, Haarwäsche oder auch Lotionen und Masken zubereitet werden.
  • Gardening - gerade die jüngeren Erwachsenen entdecken mit einem Mal die Liebe zu Gemüsebeeten. Auch hier hilft das Internet, denn es gibt Tipps und Hinweise, wie sich auf einem städtischen Balkon ein Beet platzsparend anlegen lässt.

Dass immer mehr Menschen Produkte selbst herstellen oder ihre Lebensmittel selbst anpflanzen, hängt noch in einer anderen Weise mit dem Internet zusammen. Neben den verschiedenen Anleitungen gibt es nämlich genau dort die Möglichkeit, leicht an die notwendigen Bestandteile und Bausets zu kommen. Vor Ort ist es häufig immer noch unmöglich, bestimmte Bestandteile für Seifen oder auch Cremes zu erhalten.

Fazit - das Verhalten hat positive und negative Seiten

Mit der Steigerung der Konsumgüter kam unweigerlich ein neues Verhalten auf. Dennoch lässt sich auch nicht pauschal sagen, dass früher nicht so oder so gehandelt wurde. Mittlerweile sind die Möglichkeiten schlichtweg größer und vor allem der Blick auf Kredite ist billigender geworden. Eine Kreditaufnahme zeugt nicht von Gier oder unsachgemäßem Geldumgang, sondern von einer guten Bonität. Einzig die Ratenzahlungen sind in diesem Fall negativ zu betrachten. Sehr interessant sind die Bewegungen innerhalb der Gesellschaft und die Eigenproduktionen, wobei sich hier wieder alle Bewegungen überschneiden und sich nicht gegenseitig ausschließen.

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