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Geld & Leben

29.04.2020

Kredit ohne SCHUFA: Seriöse Kreditanbieter erkennen

Ein schlechter SCHUFA-Score macht es schwer, einen Kredit zu beziehen.
Bild: Jens Kalaene (dpa)

Negative SCHUFA-Einträge mindern die Chancen auf ein gutes Kreditangebot erheblich oder machen die Aufnahme eines Kredits gänzlich unmöglich.

Insbesondere Kreditinteressenten, die einen finanziellen Engpass überwinden oder dringende Anschaffungen tätigen müssen, bringt dieser Umstand oft in eine Notlage. Abhilfe versprechen den Betroffenen dann Kreditanbieter, die für „Kredite ohne SCHUFA“ werben. Gerade bei solchen Werbeversprechen fragen sich viele aber, ob solche Anbieter tatsächlich vertrauenswürdig sind.

Der Einfluss der SCHUFA auf die Kreditvergabe

Ob zur Begleichung einer hohen Betriebskostenabrechnung, zur Gestaltung einer neuen Terrasse oder zum Kauf von Haushaltsgeräten – die Gründe für die Aufnahme eines Kredits sind vielfältig. Fast jedem Abschluss eines Kreditvertrages geht aber eine vorherige Kundendatenabfrage bei den Wirtschaftsauskunfteien durch den Kreditgeber voraus. Die SCHUFA ist die größte und bekannteste dieser Auskunfteien und bewertet die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Privatpersonen. Je nachdem, was die Datenabfrage ergibt, passt der Kreditgeber die angebotenen Kreditkonditionen an. Außerdem kann er aufgrund des ihm übermittelten SCHUFA-Scores von der Kreditvergabe auch gänzlich absehen

Ist allerdings von einem „Kredit ohne SCHUFA“ die Rede, ist damit gemeint, dass der Kreditvergabe keine solche SCHUFA-Abfrage vorausgeht. Obwohl die SCHUFA-Score bei einer „herkömmlichen“ Kreditvergabe großen Einfluss auf die Entscheidung des Kreditanbieters, wird bei schufafreien Krediten darauf verzichtet.

Das Einholen einer SCHUFA-Kundenbewertung erfolgt nicht, obwohl der individuelle SCHUFA-Score des Kunden ansonsten die Kreditvergabe maßgeblich beeinflusst. Das hängt damit zusammen, dass quasi alle Banken, Telekommunikations- und viele andere Unternehmen mit der SCHUFA zusammenarbeiten. Die Partnerunternehmen versorgen die Wirtschaftsauskunftei regelmäßig mit Informationen beispielsweise zum Zahlungsverhalten ihrer Kunden.

Mithilfe der gesammelten Daten wird es dann möglich, die Kreditwürdigkeit einer Person bereits vor einem Vertragsschluss einzuschätzen. Insbesondere bei der Kreditvergabe orientieren sich SCHUFA-Mitgliedsunternehmen daher stark an der SCHUFA-Auskunft. Oft passen sie die angebotenen Kreditkonditionen bonitätsabhängig und entsprechend der SCHUFA-Auskunft an. Möglich ist es auch, dass sie die Kreditvergabe überhaupt ablehnen.

Was unterscheidet klassische von „schufafreien“ Krediten?

Der wohl wesentlichste Unterschied zwischen klassischen und „schufafreien“ Krediten liegt darin, dass der Kreditgeber keine SCHUFA-Auskunft zur Basis seiner Vergabeentscheidung vornimmt. Hierdurch spart er sich zum einen Prüfungsaufwand bei der Einordnung von Kreditanfrage. Zum anderen erfährt er aber auch weniger über seinen potenziellen Kunden. Dessen Kreditwürdigkeit kann er allein auf Grundlage der gemachten Angaben zu Vermögens- und Einkommensverhältnissen einschätzen.

Es liegt auf der Hand, dass die Vergabe von Krediten ohne SCHUFA-Abfrage ein erhöhtes Risiko für den Kreditgeber mitbringt. Schließlich kann er sich nicht bzw. weniger sicher sein, dass der Kreditnehmer seine Schuld später tatsächlich begleichen kann. Das höhere Risiko bei einem Kredit ohne SCHUFA-Abfrage lässt sich der Kreditgeber daher oft durch einen etwas höheren Zinssatz „vergüten“.

Kreditangebote ohne SCHUFA bringen Vor- und Nachteile mit

Kredit- und Darlehensangebote „ohne SCHUFA“ sprechen insbesondere Kunden an, die bereits mit Zahlungsschwierigkeiten zu kämpfen hatten oder aktuell haben. Schließlich verfügen diese Kunden häufiger über einen schlechteren SCHUFA-Score. Allerdings bedeutet der Umstand, dass ein Kredit ohne SCHUFA-Abfrage vergeben wird, nicht zwangsläufig, dass auch jeder den Kredit erhalten kann.

Statt der SCHUFA-Auskunft stehen bei der schufafreien Kreditvergabe nämlich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditinteressenten stark im Vordergrund. Keineswegs verlässt sich derjenige, der Kredite schufafrei vergibt, nämlich auf die Einschätzung der eigenen Zahlungsfähigkeit durch den Kunden. Vielmehr fordern Anbieter oft die Vorlage umfangreicher Eigenauskünfte sowie von Einkommensnachweisen.

Wie bereits angesprochen, sind schufafreie Kredite außerdem oft mit einem höherem Jahreszins und weiteren Gebühren verbunden. Für viele Kreditnehmer vorteilhaft ist allerdings, dass der Kreditgeber regelmäßig nicht am Verwendungszweck der Geldmittel interessiert ist.

Der Angebotsvergleich als wichtigster Kredit-Schritt

Es bestehen verschiedene Gründe, um einen schufafreien Kredit abzuschließen. Zum einen ist oft der eigene Bonitäts-Score negativ und eine Kreditaufnahme anders nicht möglich. Denkbar ist auch, dass der Kreditnehmer einen (weiteren) SCHUFA-Eintrag durch die neue Kreditaufnahme vermeiden möchte. Was immer auch Grund für die schufafreie Kreditaufnahme sein mag: Ein intensiver Vergleich mehrere Kreditangebote ist hier besonders wichtig.

Schließlich lässt sich nur durch einen Vergleich sicherstellen, dass das vorliegende Kreditangebot günstig und seriös ist. Insbesondere folgende Punkte sind wichtig:

  • Höhe des effektiven Jahreszins
  • Weitere, für den Vertragsschluss anfallende Gebühren (z.B. für Bearbeitung und Vermittlung)
  • Höhe der Rückzahlungsraten
  • Zeitpunkt der Kreditauszahlung
  • Höhe der Kreditsumme sowie die maximale bzw. minimale Kreditlaufzeit

Außerdem gilt: Bei „herkömmlichen“ Ratenkrediten sind Ratenpausen oder kostenlose Sondertilgungen heute üblich. Angebote, die diese Möglichkeiten beinhalten, sind somit auch bei Krediten ohne SCHUFA zu bevorzugen.

Unseriöse Kreditanbieter erkennen

Sogar bei Krediten ohne SCHUFA sind unseriöse Angebote heute eher die Ausnahme. Allerdings gilt weiterhin auch auf diesem Gebiet: Was zu schön klingt, hat oft einen Haken. Dementsprechend sollten zu vollmundig klingende Versprechen den Kreditnehmer schon vor Absenden einer Kreditanfrage hellhörig werden lassen. Als Faustregel gilt, dass Kredite ohne SCHUFA als unseriös einzustufen sind, wenn einer (oder sogar mehrere) dieser Punkte auf sie zutreffen:

  • Für die Kreditvergabe sind keinerlei Sicherheiten nötig.
  • Eine Vorab-Gebühr, die auch bei Nichtzustandekommen des Kreditvertrages anfällt, wird verlangt. Das können etwa Bearbeitungsgebühren sein.
  • Zum gewünschten Kreditvertrag müssen zusätzliche Verträge abgeschlossen werden, etwa eine Versicherung oder Beratungsverträge.
  • Für den Vertragsschluss sind Gehaltsabtretungen oder Blankoüberweisungen nötig.
  • Eine Weitergabe von Kundendaten zu Werbezwecken ist nicht ausschließbar.
  • Die Übersendung der Vertragsunterlagen ist nur per Nachnahme möglich.
  • Statt eines Kredit- erhält der Interessent ein Finanzierungsangebot.

Wann ist ein Kredit ohne SCHUFA sinnvoll?

Nicht selten hört man von negativen Erfahrungen im Zusammenhang mit Kreditangeboten ohne SCHUFA. Sieht man genauer hin, beziehen sich diese aber oft auf die Vielzahl der verlangten Unterlagen oder ein Ausbleiben der Kreditbewilligung. Insgesamt lässt sich also sagen: Zwar sind Kredite ohne SCHUFA nicht immer die günstigste Kreditalternative. Unseriös sind die Angebote deshalb aber nicht. Stattdessen werden auch schufafreie Krediten nicht leichtfertig vergeben und es sind einige Voraussetzungen zu erfüllen.

Wer finanziell solide ist, kann auf Kreditangebote ohne Einbindung der SCHUFA durchaus zurückgreifen. Wie bei jedem anderen Kredit, ist ein Vergleich jedoch wichtig. Schließlich sichert sich nur, wer Zinssätze, Laufzeiten und Sondertilgungsmöglichkeiten prüft, ein günstiges Angebot.

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