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13.12.2007

Rotavirus-Infektion

Besonders in Kindertagesstätten, auf dem Spielplatz oder unter Geschwistern ist die Gefahr groß, dass sich die Kinder mit dem Rotavirus anstecken.

Das sollten Sie als Eltern wissen: Leidet ein Kind unter sechs Jahren an einer infektiösen Magen-Darm-Erkrankung, darf es gemäß Infektionsschutz nicht in Gemeinschaftseinrichtungen. Mindestens zwei Tage müssen die Symptome abgeklungen sein und der Stuhl wieder Form angenommen haben.

Welche Symptome werden durch Rotaviren verursacht?

Durchfall und Erbrechen kommen bei Babys und Kleinkindern nicht selten vor. Am häufigsten wird eine solche Durchfallerkrankung (Gastroenteritis) durch Rotaviren verursacht. Je jünger die Kinder sind, desto schwerer verläuft die Erkrankung, die meistens auch mit Fieber und Erbrechen einhergeht und bis zu 7 Tage anhalten kann. Man schätzt, dass pro Jahr in Deutschland etwa 430.000 Rotavirus-Erkrankungen auftreten, und 13.500 Kinder im Krankenhaus behandelt werden müssen. Denn Durchfall, Erbrechen und Fieber können besonders bei Säuglingen und Kleinkindern rasch zur Austrocknung führen. Wenn die Kinder nicht ausreichend trinken, müssen sie mit Infusionen behandelt werden. Tödliche Verläufe treten fast ausschließlich in Entwicklungsländern aufgrund unzureichender medizinischer Betreuung auf.

Wie kann man sich mit Rotaviren anstecken?

Rotaviren werden sehr leicht übertragen. Ein Erkrankter scheidet die Viren über 1 bis 2 Wochen mit dem Stuhl aus. Der Erreger wird über verschmutzte Hände und Gegenstände übertragen (Schmier- infektion), jedoch auch über Tröpfcheninfektion. Dabei reicht eine kleine Virus-Dosis (10-100 Viren) aus und nach einer Inkubationszeit von 1 bis 3 Tagen kommt es zu den typischen wässrigen Durchfällen mit Fieber und Erbrechen. Etwa 95% aller Kinder machen bis zum 5.Lebensjahr mindestens eine Rotavirus-Infektion durch. Erst nach 2 überstandenen Rotavirus-Infektionen ist das körpereigene Immunsystem so trainiert, dass später in der Regel keine schweren Durchfallerkrankungen durch Rotavirus mehr auftreten.

Wie wirkt die Schluckimpfung gegen Rotaviren?

Genau auf diesem Prinzip der natürlichen Infektion basiert die Schluckimpfung. Der Impfstoff enthält abgeschwächte Viren, die nicht krank machen können, die aber eine Immunreaktion erzeugen und auf diese Weise schwere Durchfallerkrankungen, verursacht durch das natürliche Rotavirus, zu 96 % verhindern.

Wann kann mein Kind gegen Rotaviren geimpft werden?

Es gibt 2 unterschiedliche Schluck-Impfstoffe gegen Rotaviren. Ab einem Alter von 6 Wochen kann die Schluckimpfung gegen Rotaviren gegeben werden. Sie muss je nach verwendetem Impfstoff 2 oder 3 mal im Mindestabstand von 4 Wochen verabreicht werden.Bewährt hat sich die gleichzeitige Gabe der Schluckimpfung am selben Tag mit der für alle Säuglinge empfohlenen 6-fach-Impfung und gegebenenfalls der Pneumokokken-Impfung.Im Idealfall ist dies die 9. und 13. Lebenswoche und je nach Impfstoff noch einmal in der 17. Lebens- woche. Die erste Rotavirus-Impfung sollte vor dem Alter von 12 Wochen verabreicht sein, die zweite bzw. dritte Impfung muss bis zum Alter von 24 Wochen bzw. 32 Wochen verabreicht werden.

Wie gut wird die Schluckimpfung gegen Rotaviren vertragen ?

Die Verträglichkeit der Schluckimpfung gegen Rotaviren ist ausgezeichnet. In großen wissen- schaftlichen Studien wurden die Reaktionen von geimpften mit nicht geimpften Säuglingen verglichen und es zeigte sich kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen.

Welche Kinder dürfen nicht gegen Rotaviren geimpft werden ?

Wie bei allen anderen Impfungen auch, muss der Kinderarzt bei chronisch kranken Säuglingen im Einzelfall entscheiden, ob für sie die Schluckimpfung gegen Rotaviren sinnvoll ist. Dies gilt auch für Frühgeborene. Vorsicht ist geboten, wenn eine enge Kontaktperson des Impflings an einer Immun- schwäche z.B. durch eine Tumor- erkrankung leidet oder eine immunsuppressive Behandlung erhält.

Wird die Impfung von der Krankenkasse bezahlt ?

Leider ist derzeit nicht absehbar, wann und ob die Gesetzlichen Krankenkassen die Schluckimpfung gegen Rotaviren bezahlen werden. Wenn Ihr Kind privat versichert ist, fragen Sie am besten vor der Impfung bei Ihrer Privaten Krankenkasse nach, ob diese die Kosten übernimmt.

Ist die Schluckimpfung gegen Rotaviren für mein Kind zu empfehlen ?

Auch wenn durch unsere gute medizinische Versorgung in Deutschland eine Durchfallerkrankung durch Rotaviren in der Regel nicht lebensbedrohlich ist, kann sie doch gerade bei jungen Säuglingen und Kleinkindern einen äußerst belastenden und schweren Verlauf nehmen. Nicht selten ist eine stationäre Behandlung mit Infusionen in der Klinik nötig. Deshalb ist diese Impfung ein weiterer sinnvoller Baustein, der dazu beiträgt, dass Ihr Kind möglichst gesund und ohne diese Erkrankung aufwächst. Aus diesem Grund empfiehlt auch die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V., der Dachverband aller Fachgesellschaften der Kinder- und Jugendärzte, Säuglinge ab 6 Wochen mit der Schluckimpfung gegen Rotaviren zu schützen.

Was kostet die Schluckimpfung gegen Rotaviren ?

Je nach verwendeten Impfstoff entstehen unterschiedliche Kosten. Für den Impfstoff, der nur 2x verabreicht wird müssen Sie 85,39 Euro pro Dosis bezahlen. Dazu kommen die Kosten für die Impfung nach der Gebührenordnung für Ärzte, sodass Sie mit Kosten von ca. 186,00 Euro für den gesamten Impfschutz gegen Rotaviren rechnen müssen.Wenn Sie Ihr Kind impfen lassen möchten oder auch noch weitere Fragen haben....dann drucken Sie sich diese Seite bitte aus und nehmen sie mit zu Ihrem Kinder- und Jugendarzt.

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