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Geld & Leben

20.04.2020

Sicher Geld anlegen: Das sollten Anleger heute beachten

Wie können Anleger heute relativ sicher Geld anlegen und was ist dabei im Detail zu beachten?
Bild: Mascha Brichta/dpa-tmn

Geld anlegen und fürs Alter sparen – bis vor einigen Jahren ging es für viele Haushalte hierbei ums Sparbuch und die Kapital-Lebensversicherung.

Inzwischen ist die Situation komplett anders. Im Rahmen der Banken- und Schuldenkrise hat die EZB den Leitzins auf Talfahrt geschickt. Und dafür gesorgt, dass sich klassische Sparformen kaum noch rechnen.

Wer heute als Anleger noch nennenswerte Renditen erzielen will, hat nur eingeschränkt Auswahl. Aktien sind ein Beispiel dafür, wie sich Erträge einfahren lassen. Das Problem: Vielen Kleinanlegern sitzt nach wie vor der Dotcom-Schock in den Knochen. Und auch Zertifikate von Pleitebanken haben 2007/2008 massiv Guthaben vernichtet. Ist es also wirklich eine so gute Idee, sich wieder in Richtung der Aktienmärkte und Börsen zu orientieren?

Sicherheit bei Aktien: ETFs nutzen

Da zinsbasierte Sparanlagen und kapitalbildende Versicherungen im aktuellen Finanzmarktumfeld heute keine nennenswerten Renditen mehr erwirtschaften, werden seit Jahren börsennotierte Wertpapiere von Analysten und Experten in ihrer Bedeutung hervorgehoben. Und der Blick auf das DAX Renditedreieck des DAI (Deutsches Aktieninstitut) scheint diesen Eindruck durchaus zu bestätigen. Allerdings fällt hier auch auf, dass die Rendite bei Aktien aus dem DAX durchaus sehr stark schwanken kann – bis hin zu Verlusten.

Hierin liegt ein Grund, warum viele Sparer Aktien gegenüber eher skeptisch eingestellt sind. Hinsichtlich der Erträge und Kapitalverfügbarkeit ist diese Form der Geldanlage aktuell allerdings fast alternativlos.

Die goldene Mitte zwischen Sicherheit und Rendite können ETFs sein. Hierbei handelt es sich um börsengehandelte Fonds, welche meist einen Index zugrunde legen und diesen nachbilden. Das Ganze hat einige entscheidende Vorteile:

  • passive Verwaltung reduziert Kosten
  • Streuung des Risikos durch Indexauswahl
  • ETFs lassen sich in Sparpläne einbinden.

Prinzipiell werden auf ETFs nicht alle Verlustrisiken ausschalten. Eine systemische Krise, die den gesamten Aktienmarkt auf Talfahrt schickt, wird auch an den Indexfonds nicht vorüber gehen. Aber: Solche Trends haben auch Vorteile – gerade im Zusammenhang mit einem Sparplan. Hier zeichnen Anleger in Phasen sinkender Kurse einfach mehr Anteile. Sobald sich die Kurse wieder erholen, bewegt sich auch der Wert des Depots wieder nach oben.

ETFs, welche durch ihre Zusammensetzung bereits eine Risikostreuung erreichen, basieren unter anderem auf dem:

  • MSCi World Index
  • 9Euro STOXX
  • DAX oder
  • S&P 500.

Wichtig: Im Bereich der ETFs gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Ansätze. Synthetische Fonds basieren nicht auf dem Erwerb der Aktien aus dem jeweiligen Index. Hier setzt die Fondsverwaltung auf Derivate. Physisch replizierende Fonds holen sich tatsächlich die einzelnen Aktien ins Depot. Aufgrund dieser Tatsache gilt die zweite Gruppe als weniger riskant. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass zwischen Voll- und Teilreplikation unterschieden wird.

Tagesgeldkonto für die Notreserve

Zinssparen über Festgeldkonto oder Sparbuch haben dank der Minizinsen ausgedient. Eine Erkenntnis, die für viele Anleger und Sparer einer bitteren Pille gleichkommt. Und die auch auf das Tagesgeldkonto zutrifft. Gedanklich sich davon komplett zu verabschieden wäre allerdings Ausdruck einer groben Fehleinschätzung. Gerade das Tagesgeld- und Festgeldkonto haben durchaus noch ihre Berechtigung – auch für Anleger, die sich eher Richtung Börse orientieren.

Hintergrund: Mit deren Hilfe lässt sich Guthaben einfach parken. Geld, das mit dem Verkauf von Fondsanteilen oder Aktien erzielt wird, muss so nicht umgehend reinvestiert werden. Gerade in einem aus Sicht des Traders schwierigen Markumfeld ist mitunter eine abwartende Haltung sinnvoll. In dieser Situation wird Geld einfach auf das Tagesgeldkonto geschoben, da es hier sehr schnell wieder verfügbar ist. Sofern absehbar sein sollte, dass dieser Zeitraum etwas ausgedehnter ist, bietet sich das Festgeldkonto als Überbrückung zwischen zwei Investments an.

Zusätzliche Absicherungen

Risiken als Anleger zu streuen bedeutet, dass Kapital zwischen:

  • Märkten
  • Anlageformen
  • Risikoklassen

aufgeteilt wird. Gerade bei einer langfristig ausgelegten Strategie wird in den ersten Jahren nach Rendite gesucht – beispielsweise über Aktien. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, die Umschichtung des Depots ins Auge zu fassen. Das Ziel: Erzielte Renditen absichern.

Was kommt als „sicherer Hafen“ alles in Frage? Die Antwort pauschal geben zu wollen, wäre in jedem Fall ein Fehler. Kein Experte kennt die Rahmenbedingungen an den Finanzmärkten in 10 Jahren oder 15 Jahren. Vielmehr kommt es darauf an, sich hier individuelle Lösungen zurechtzulegen. Wie können diese aussehen?

  • Gold: Das Edelmetall steht für Stabilität und Krisensicherheit. Viele Anleger nutzen Gold, um Kapital in Krisenzeiten unterzubringen. Da Gold keinem Wertverzehr unterliegt, wird es gern als der sichere Hafen angesehen. Mittlerweile gibt es Spezialanbieter, mit denen Anleger auch mit kleinem Geld in Gold investieren können.
  • Immobilien: Gern als Betongold bezeichnet, sind Immobilien besonders durch die Minizinsen der EZB gefragt. In den letzten Jahren hat der vdp Preisindex immer steil nach oben gezeigt. Anleger müssen hier inzwischen im Detail prüfen, welche Immobilien überbewertet sind.
  • Sachwerte: Hierunter fallen unter anderem Kunst oder Oldtimer – also alles, was gesammelt wird. Gerade Oldtimer haben in den letzten Jahren einen regelrechten Run erlebt. Allerdings birgt dies auch gewisse Risiken. Speziell Trader, die zum Markt keine Vorkenntnis haben, drohen schnell unangenehme Überraschungen zu erleben.

Fazit: Rendite und Sicherheit müssen stimmen

Geht es ums Sparen und Geld anlegen, sind die Meinungen seit Jahren zweigeteilt. Auf der einen Seite freuen sich Anleger an der Börse. Dank der Geldflut sind die Aktienkurse seit Jahren gestiegen. Zinssparer haben auf der anderen Seite das Nachsehen. Dabei lassen sich beide Ansätze miteinander verbinden. Über ETFs kann ein Privatanleger an der Entwicklung der Aktienkurse partizipieren, ohne sich selbst um jede einzelne Aktie kümmern zu müssen. Parallel sind klassische Instrumente aus dem Zinssparen dafür geeignet, Kapital zwischen Investments aufzunehmen. Wichtig ist dabei, die Sicherheit nicht aus den Augen zu verlieren. Andernfalls droht ein Kursrutsch die gesamten Gewinne einfach zu pulverisieren.

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